Logo von heise online

Suche
Abonnieren

Tägliche Top-News bei WhatsApp, Facebook Messenger, Telegram & Insta

preisvergleich_weiss

Recherche in 1.699.191 Produkten

71

Künstliche Intelligenz: Bundesregierung will Entwicklung fördern und Bürger schützen

Algorithmen, Automatisierung, KI, Stadt, binär, Daten

Bild: Gerd Altmann, gemeinfrei (Creative Commons CC0)

Das Bundesjustizministerium hält es für unumgänglich, KI-Algorithmen zu kontrollieren und Verbraucherrechte zu schützen. Die IT-Branche wehrt sich gegen zu viel Offenlegung und möchte selbst Chancen und Risiken abwägen.

Das Bundesjustizministerium will die Entwicklung Künstlicher Intelligenz nicht dem freien Spiel der Kräfte überlassen. Sie dürfe nicht zu einer Herabsenkung des Schutzniveaus von Grund- und Verbraucherrechten führen, heißt es in einem Impulspapier der Behörde. Für die Entwicklung brauche es entscheidende Leitplanken, damit diese gewahrt blieben, sagte Gerd Billen, Staatssekretär des Bundesjustizministeriums am Dienstag in Berlin.

Anzeige

Die Bundesregierung stehe der neuen Technologie offen gegenüber. "Anstatt zu bremsen, wollen wir fördern und verstehen." Es sei aber die Aufgabe der Politik, "die Auswirkungen auf den Menschen vom ersten Schritt an mitzudenken". Die Souveränität der Bürger dürfe dabei nicht zum Objekt eines Algorithmus werden.

"Künstliche Intelligenz ist die digitale Schlüsseltechnologie schlechthin", sagte Achim Berg, Präsident des Digitalverbands Bitkom. "Deutschland gehört hier weltweit zu den stärksten Standorten und muss diese gute Position halten und ausbauen." Die Mehrheit der Menschen in Deutschland sei davon überzeugt, dass KI ein wichtiger Faktor für die Zukunftsfähigkeit des Landes sei. Eine repräsentative Umfrage des Verbands untermauerte die Einschätzung. Demnach sehen 55 Prozent der Befragten mehr Chancen, 41 Prozent erwarten allerdings mehr Gefahren und Risiken. Befragt wurden 1008 Bundesbürger ab 14 Jahren.

Wirtschaft und Politik müssten Szenarien entwickeln für die positiven Möglichkeiten von KI, forderte Berg. Möglicher Missbrauch müsse auf ein absolutes Minimum reduziert werden. "Wir müssen die Künstliche Intelligenz beherrschen, sonst beherrscht sie uns." Forderungen nach einem Algorithmus-TÜV lehnte Berg allerdings ab. "Das Verhalten der KI muss kontrolliert werden, nicht die zugrundeliegenden Codecs." Diese seien Eigentum der Unternehmen. Ein Algorithmus-TÜV würde deshalb erhebliche urheberrechtliche Probleme zur Folge haben.

Der Staat müsse allerdings die Möglichkeit haben, sich anzusehen, wie ein Algorithmus funktioniere, sagte Billen. Es gehe nicht darum, Geschäftsgeheimnisse offen zu legen. Wichtig sei, dass Diskriminierungsfreiheit und Teilhabe garantiert werde (wie der Bundesjustizminister bereits gefordert hat). Es gelte, die Interessen der Bürger und Unternehmen sorgfältig abzuwägen. Anlässlich des Safer Internet Day 2018 veranstaltete das Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz BMJV gemeinsam mit dem Digitalverband Bitkom in Berlin eine Konferenz zu Chancen und Risiken von Künstlicher Intelligenz. (dpa) / (tiw)

71 Kommentare

Themen:

Anzeige
  1. 34C3: Netzaktivist fordert bessere Kontrolle bei Künstlicher Intelligenz

    Auge, Künstliche Intelligenz, KI

    Markus Beckedahl, Gründer von Netzpolitik.org, sprach sich in Leipzig für eine demokratisch legitimierte Kontrolle von Künstlicher Intelligenz aus.

  2. Debatte über Künstliche Intelligenz: Lässt sich KI demokratisieren?

    Debatte über Künstliche Intelligenz: Lässt sich KI demokratisieren?

    In der Veranstaltungsreihe "A Cloud for Global Good" hat die Chefin von Microsoft Deutschland, Sabine Bendiek mit Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries und dem KI-Experten Hans-Christian Boos über künstliche Intelligenz diskutiert.

  3. Bitkom: IT-Branche schafft tausende neue Arbeitsplätze - und beklagt massiven Fachkräftemangel

    Büro, Arbeitsplätze

    Der Digitalverband Bitkom meldet ein Rekordwachstum im Arbeitsmarkt der Branche mit 45.000 zusätzlichen Jobs in 2017. Das Plus hätte noch deutlich höher ausfallen können, wenn es mehr IT-Experten gäbe.

  4. Münchner Sicherheitskonferenz: Ein Killswitch für gefährliche KI?

    Münchner Sicherheitskonferenz: Ein Killswitch gegen Gefahren durch KI?

    Noch vor Beginn lud die Münchner Sicherheitskonferenz zur Debatte über autonome Waffensysteme und KI und versuchte gleich eine Lanze zu brechen für eine (fast) automatische Moderatorin: Roboter Sophia versicherte: "Ich bin kein KillerRobot".

  1. Statistik der Woche: Künstliche Intelligenz - Fluch oder Segen?

    Statistik der Woche: Künstliche Intelligenz - Fluch oder Segen?

    Den Einzug von KI-Systemen in unseren Alltag sehen Teilnehmer einer Umfrage als zweischneidiges Schwert. Welche Chancen und Gefahren angenommen werden, verdeutlicht unsere Infografik.

  2. Was denkt sich die KI?

    Was denkt sich die KI?

    Niemand weiß wirklich, wie selbstlernende Algorithmen zu ihren Schlüssen kommen. Das führt schon heute zu Schwierigkeiten, und je breiter das Maschinenlernen eingesetzt wird, desto offenkundiger wird die Gefahr.

  3. Mensch und KI Hand in Hand

    Mensch und KI Hand in Hand

    Forscher arbeiten an intelligenter Software, die so mit Menschen zusammenarbeiten soll, dass beide Seiten profitieren.

  1. Behörden ignorieren Sicherheitsbedenken gegenüber Windows 10

    Behörden ignorieren Sicherheitsbedenken bei Windows 10

    Deutsche Behörden kaufen fleißig Software bei Microsoft. Dabei gibt es erhebliche Sicherheitsbedenken, die das US-Unternehmen wohl immer noch nicht ausräumen konnte. Unklar ist etwa, welche Daten an den Konzern fließen.

  2. Facebook will Anschriften von Werbekunden überprüfen – via Postkarte

    Facebook will Anschriften von Werbekunden überprüfen – via Postkarte

    Das Soziale Netzwerk will ausländische politische Einflussnahme auf Wahlen mit Hilfe der guten alten Post eindämmen.

  3. Twitter: ab sofort keine Mac-App mehr

    Twitter: ab sofort keine Mac-App mehr

    Das soziale Netzwerk will sich in Zukunft auf ein "konsistentes Anwender-Erlebnis" konzentrieren. Ein Entwickler alternativer Twitter-Apps reagiert mit Preisnachlass.

  4. Siemens-Chef Kaeser: Jobabbau nur Vorgeschmack auf Industrie-Wandel

    Siemens-Chef Kaeser: Jobabbau nur Vorgeschmack auf Industrie-Wandel

    Die Siemens-Beschäftigten laufen seit Wochen Sturm gegen den Jobabbau im Kraftwerksgeschäft. Doch der digitale Wandel schreitet voran - und auch bei anderen Unternehmen wird er massive Folgen haben, ist Konzernchef Kaeser überzeugt.

Anzeige