Logo von heise online

Suche
Abonnieren

Tägliche Top-News bei WhatsApp, Facebook Messenger, Telegram & Insta

preisvergleich_weiss

Recherche in 1.703.356 Produkten

Axel Kannenberg 65

Konferenz "The Block“: Die Blockchain, das Internet von 1991

Konferenz "The Block“: Die Blockchain, das Internet von 1991

Shermin Voshmgir vom Berliner Thinktank Blockchainhub.

Blockchain ist eines der heißesten Buzzwords der IT-Welt. Kann die Technik dem tatsächlich gerecht werden? Die klare Antwort auf der Konferenz "The Block“: Im Prinzip ja, aber.

Blockchain revolutioniert das Finanzsystem, schafft allumfassende Transparenz und sorgt für eine ganz neue Form demokratischen Zusammenlebens – so weit die frohe Botschaft des gerade grassierenden Hypes. Doch was kann die Technik der P2P-Datenbank derzeit eigentlich außerhalb ihrer Heimdomäne Kryptogeld? Auf der Konferenz "The Block“ in Hannover sollte unter anderem das beleuchtet werden. Und alle Sprecher waren sich einig: Die Blockchain hat eine Riesenzukunft. Aber mit der Gegenwart, da hapert es noch.

Anzeige

"Wir sind mit der Technik gerade da, wo das Internet 1991 war“, sagte Andrei Martchouk vom Unternehmen KI decentralized. Trotz des breiten Interesses großer Unternehmen – die Banken hätten etwa bis zu 100 Proofs of Concept am Start – gebe es nur ganz wenige Anwendungen, die wirklich im Produktiveinsatz seien. Aktuell aussichtsreich sei eine modernisierte Form von Verbriefungen: Tokens auf einer Blockchain, die einen bestimmten Wert repräsentieren und deren Besitz damit effizient transferierbar machen. Unter anderem arbeitet die Bundesbank zusammen mit der Deutschen Börse an einem solchen Projekt.

Schwerpunkt Kryptowährungen

Krypto-Geld ist so viel wert wie nie zuvor. Alles was Sie über Bitcoin, Ethereum und Co wissen müssen.

Mit der Fähigkeit, Identitäten von Menschen und Geräten zu verwalten und Werte zu transferieren, brächten Blockchains im Grunde alles Nötige mit, um wirtschaftliche Prozesse abzubilden. Das funktioniere auch im Kleinen: Martchouk hatte als Vorzeigeobjekt seine eigene Kaffeemaschine mit Minirechner und WLAN-Modul ausgestattet sowie einen kleinen Smart-Contract auf der Ethereum-Blockchain dazu geschrieben. Ergebnis: Nur gegen Ether-Zahlung an den Contract wird Kaffee gebrüht.

Stichwort Ethereum: Auch wenn die Linux-Foundation mit Hyperledger ein eigenes Blockchainprojekt verfolgt, nahm die Plattform Ethereum wesentlichen Raum bei der Konferenz ein. In deren Chain kann Programmcode in einer turingvollständigen Sprache geschrieben und hinterlegt werden, ein Smart Contract. Über eine eigene virtuelle Maschine wird der dann auf Rechnern des P2P-Netzes ausgeführt. Der globale Supercomputer, den das ergeben soll, sei aktuell aber eher noch ein "globaler Commodore-Computer“ resümierte Entwickler Fabian Vogelsteller. Im Grunde sei man noch im Alpha-Stadium.

Vogelsteller stellte unter anderem das von ihm mitentwickelte Programm "Mist“ vor (klingt befremdlich für deutsche Ohren, ist aber nach dem englischen Wort für Nebel benannt). "Mist“ kombiniert einen Browser mit einer Kryptogeldwallet und soll so auch gleich das Portal für dezentrale Anwendungen bieten – die sogenannten Dapps. Dahinter verbirgt sich eine Art Webanwendung mit Blockchain-Backend. Dazu soll dann auch in Zukunft ein Messaging-Protokoll namens Whisper gehören sowie ein Filesharing-System namens Swarm, sodass Entwickler im Grunde einen eigenen Web-Stack für Dapps zur Verfügung haben.

An durchschlagenden Dapps scheint aber noch Mangel zu herrschen, Beispiele wie etwa die digitalen Wettbüros – oder vornehmer "Prediction Markets“ – Gnosis und Augur werden wohl nicht in Scharen die Endnutzer hervorlocken. Kurz streifte Vogelsteller auch Ansätze, wie das Ethereum-Netzwerk skalieren könne. Sharding Consensus, Zero Knowledge Proofs, Proof of Stake statt Proof of Work waren die Begriffe, die fielen – aber was das im Detail heißt und wie es implementiert werden soll, das hätte wohl eine eigene Konferenz gefüllt.

65 Kommentare

Themen:

Anzeige
  1. Bug in Ethereum-Wallet Parity: Kryptogeld im Wert von 26 Millionen Euro geklaut

    Software-Bug im Parity Wallet: Ethereum im Wert von 26 Millionen Euro geklaut

    Wegen eines Flüchtigkeitsfehlers im öffentlichen Code der Wallet-Software von Parity Technologies, den die Entwickler monatelang nicht entdeckten, haben Nutzer mehr als 26 Millionen Euro verloren. Ein Startup wurde um 7,8 Millionen Euro erleichtert.

  2. Lufthansa beteiligt sich an Blockchain-basiertem Reisemarkt Winding Tree

    Lufthansa will in Blockchain-basierten Reisemarkt Winding Tree investieren

    Wer was auf sich hält, macht was mit Blockchain: So auch die Lufthansa, die mit dem Schweizer Startup Winding Tree für einen Blockchain-basierten Reisemarkt zusammenarbeit. In den ICO des Startups will die Airline auch investieren.

  3. Daimler bringt 100-Millionen-Schuldschein auf die Blockchain

    Daimler bringt 100-Millionen-Schuldschein auf die Blockchain

    Autobauer Daimler geht neue Wege bei der Ausgabe einer Anleihe: Gemeinsam mit der Landesbank Baden-Württemberg brachte er den 100-Millionen-Schuldschein auch als Blockchain-Variante.

  4. Weniger Belohnung für Miner: Ethereum führt Byzantium-Update ein

    Weniger Belohnung für Miner: Ethereum führt Byzantium-Update ein

    Der erste Teil eines umfangreichen Updates für die Kryptogeldplatfform Ethereum ist offenbar erfolgreich über die Bühne gegangen. Zu den Änderungen gehört eine geringere Belohnung für Miner und die Verschiebung der "Difficulty Bomb".

  1. Verteilter Speicher: Dokumente an der Blockchain

    Verteilter Speicher: Dokumente an der Blockchain

    Die Kombination von Smart Contracts und Distributed File Storage bietet viele Möglichkeiten, Daten kostengünstig, aber dennoch sicher abzulegen und schnell verfügbar zu machen.

  2. Was ist eine Blockchain?

    Bitcoins kennen Sie bestimmt - und wenn Sie wissen wollen, wie die dahinter stehende Technik Blockchain funktioniert, lesen Sie weiter.

  3. Blockchain als Mode

    Von der automatisierten Lizenzgebührforderung bis zum rechtssichereren Ehe-Ersatz

  1. Ermittlungen gegen Top-Manager aus VW-Motorentwicklung

    Auspuff, VW, Volkswagen, Abgas-Skandal

    Die Staatsanwaltschaft ermittelt im Rahmen des Dieselskandals gegen einen weiteren Manager von Volkswagen.

  2. Welt-Pressefoto des Jahres 2017: Die Nominierungen stehen fest

    Zivilisten während der Kämpfe um die irakische Stadt Mossul

    Bilder von Krieg und Frieden, Liebe und Hass, Natur und Naturzerstörung – mehr als 4500 Fotografen haben sich am World Press Photo Contest für das beste Pressefoto des Jahres 2017 beteiligt, nun steht die Vorauswahl für die besten Aufnahmen fest.

  3. Vorstellung: Volvo V60

    Volvo V60 2018

    Kurz vor dem Genfer Autosalon zeigt Volvo erste Bilder des zweiten V60. Der wird deutlich größer als sein Vorgänger und auch teurer. Bei der Gestaltung gibt es kaum neue Akzente: Der Kombi ist ganz im Stil der restlichen Modelle geformt

  4. Das Universum ist flach

    In den letzten Jahrzehnten haben Astronomen intensiv geprüft, ob wir in einem Universum leben, in dem sich die Lichtstrahlen geradeaus bzw. entlang einer Kurve fortsetzen. Auskunft darüber beantwortet die Frage nach der Geometrie des Universums - im großen Maßstab

Anzeige