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Kommentar: Star Trek wird erwachsen

Kommentar: Star Trek wird erwachsen

Fabian Scherschel saß früher in seiner Sternenflottenuniform jede Woche vor dem Fernseher, wenn Voyager lief. Jetzt ist er froh, dass Star Trek mit Discovery endlich die Neunziger hinter sich gelassen hat.

Trekkies haben wieder einen wöchentlichen Grund zum Freuen: Star Trek ist zurück im Fernsehen und hat sich endlich aus der peinlichen Umklammerung der Neunziger befreit. Mit Star Trek: Discovery hat das Franchise den Sprung ins moderne Fernsehen geschafft. Und das war auch bitter nötig.

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Ein Kommentar von Fabian A. Scherschel

Fabian A. Scherschel begann seine journalistische Karriere 2012 in London mit Linux-Themen. Kehrte später für c't und heise online zu seiner Muttersprache zurück und schreibt nun über die (Un)sicherheit von Computern und Gesellschaft; zum Ausgleich beschäftigt er sich mit Videospielen.

Klar, Discovery ist nicht perfekt. Die Titelmusik ist grauenhaft – der Vorspann funktioniert viel besser, wenn man ihn mit dem Enterprise-Theme unterlegt – und die weibliche Hauptfigur mit Männernamen wirkt wie ein plumper Versuch, den progressiven Twitterati mit Gewalt zu gefallen. Trotzdem sind die ersten zwei Folgen von Discovery richtig gut, was nach der durchwachsenen Produktionshistorie der Serie wie ein kleines Wunder wirkt.

CBS hat es trotz aller Widrigkeiten geschafft, ein zeitgemäßes Fernsehdrama zu produzieren, das im Herzen eine echte Trek-Serie geblieben ist. Discovery ist eine schöne Synthese aus der visuellen Pracht der J.-J.-Abrams-Filme und den Themen des klassischen Trek. Discovery greift subtil politische Konflikte unserer Gegenwart auf und hält ihnen den Spiegel in Form der klingonischen Gesellschaft vor: Genau das ist die Essenz von Roddenberrys Vision. Und dabei ist es den Machern sogar gelungen, die Klingonen zum ersten Mal in Jahrzehnten wieder zu beängstigenden Figuren zu machen.

Die Story der neuen Serie funktioniert, weil sie atmen kann. Das Produktionsteam um Bryan Fuller hat es geschafft, sich vom erdrückenden Korsett der Hintergründe und Fakten zu befreien, die in den anderen Sendungen geschaffen wurden und sich schier endlos aufeinander türmen. Ebenso wenig halten sie sich an filmische Konventionen wie etablierte Kamerawinkel und Erzählstrukturen. Für den eingefleischten Trekkie bedeutet das einen Sprung ins Unbekannte. Wer sich zu sehr an sein Trek-Vorwissen klammert, wird hier keinen Spaß haben.

Voyager und Enterprise sind von diesem Korsett erdrückt worden. Es ist gut zu sehen, dass sich Discovery von alten Konventionen und Story-Zusammenhängen löst, um einfach eine Geschichte zu erzählen, die Spaß macht und gut aussieht. Trekkies sollten sich ebenfalls nicht an Etabliertes klammern und sich auf das Unbekannte einlassen. Das ist zwar oft nicht einfach, schlussendlich ist es aber ganz im Sinne der Sternenflotte. LLAP!

Quelle: Netflix
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(fab)

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