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Sascha Mattke 49

Killer-Viren gegen Bakterien

Bakterien

So genannte Phagen können Bakterien töten, die gegen Antibiotika resistent sind. Zwei Start-ups wollen diese bislang seltene Therapie mit neuen Entwicklungen in den Mainstream bringen.

Zwei Start-ups aus den USA wollen möglicherweise noch in diesem Jahr klinische Studien beginnen, um zu testen, um so genannte Phagen besser gegen Bakterien wirken als verbreitete Antibiotika. Derzeit wird die Therapie mit den speziellen Viren nur als letzter Rettungsversuch eingesetzt, weil es schwierig ist, den richtigen Typ dafür zu finden. Doch Fortschritte bei DNA-Sequenzierung und künstlicher Intelligenz könnten das ändern und Phagen-Therapien in den Mainstream bringen, berichtet Technology Review online in "Killer-Viren nach Maß".

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Alternativen zu Antibiotika werden dringend gebraucht, denn immer mehr Bakterien entwickeln Resistenzen gegen die heute eingesetzten Medikamente. In den USA infizieren sich pro Jahr rund zwei Millionen Menschen mit resistenten Bakterien, und mindestens 23.000 von ihnen sterben daran. Die Ausbildung von Resistenzen gegen Phagen dagegen ist deutlich weniger wahrscheinlich, weil jeder Typ davon nur eine bestimmte Bakterien-Art infiziert. Allerdings konnte man bis vor kurzem kaum mehr tun als raten, um den richtigen Typ zu finden – manchmal injizierten Ärzte Patienten einen davon mit Erfolg, manchmal ohne.

Das Start-up AmpliPhi Bioscience setzt DNA-Sequenzierung ein, um Phagen-Mischungen vorzubereiten, die möglichst großen Nutzen gegen bestimmte Bakterien versprechen. "Im Idealfall wollen wir ein Produkt, das wir aus dem Kühlschrank nehmen und einem Patienten verabreichen können", sagt sein CEO Paul Grint. Adaptive Phage Therapeutics wiederum will mit Hilfe von künstlicher Intelligenz Phagen-Therapien für einzelne Patienten maßschneidern: Das Start-up entwickelt einen Maschinenlern-Algorithmus, der Daten aus den Genomen von Phagen wie Bakterien verwendet und darauf trainiert wird, Phagen auszuwählen, die einen bestimmten Bakterien-Strang infizieren können.

Mehr dazu bei Technology Review Online:

(Sascha Mattke) / (bsc)

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