Logo von heise online

Suche
Abonnieren

Tägliche Top-News bei WhatsApp, Facebook Messenger, Telegram & Insta

preisvergleich_weiss

Recherche in 1.703.356 Produkten

21

Jenoptik erwägt nach gutem Jahr Verkauf von Militärsparte

Jenoptik erwägt nach gutem Jahr Verkauf von Militärsparte

Objektive aus dem Hause Jenoptik.

Bild: Jenoptik

Dem neuen Jenoptik-Vorstandschef Stefan Traeger ist der Jenaer Konzern nicht weltläufig genug. Das soll sich ändern: mit mehr internationalen Teams. Und mindestens ein Geschäftsbereich soll seinen Hauptsitz im Ausland bekommen.

Der ostdeutsche Konzern Jenoptik stellt sich nach einem Jahr mit Bestmarken bei Umsatz und Ertrag neu auf. Vorstandschef Stefan Traeger schloss am Dienstag zur Vorlage von Geschäftszahlen für 2017 einen Verkauf des Militärtechnikgeschäfts nicht aus. "Wir haben keine konkreten Pläne, uns davon zu trennen. Wir wollen aber für die Zukunft nichts ausschließen", sagte Traeger in Jena. Jenoptik liefert unter anderem Teile für Panzer und Militärflugzeuge. Der Umsatz im Geschäftsbereich Verteidigung und zivile Systeme lag 2017 bei rund 219 Millionen Euro.

Anzeige

Der Konzern wolle sich wieder stärker auf sein Kerngeschäft Optoelektronik konzentrieren – also auf Laser, optische Systeme, Sensoren und Robotik, kündigte Traeger an. Bis 2019 sollen die jetzigen Geschäftsbereiche mit einer Vielzahl von Firmen in drei schlagkräftigen Divisionen im Bereich Optoelektronik (Photonik) zusammengefasst werden. Aus dem jetzigen Geschäftsbereich Verteidigung, der künftig unter einer eigenen Marke firmieren solle, würde der Optoelektronikteil herausgelöst, der ein Umsatzvolumen im zweistelligen Millionenbereich ausmache.

Zudem soll der Konzern, der weltweit über Niederlassungen verfügt, globaler agieren, sagte Traeger. Er steht seit Mai 2017 an der Spitze des größten eigenständigen Ost-Konzerns. Das bedeute mehr internationale Teams, mehr lokale Entscheidungskompetenzen und mindestens eine der Divisionen solle ihren Hauptsitz im Ausland erhalten. Traeger ließ offen, welcher Bereich das sein könnte, schloss aber die in Jena angesiedelte Optik aus. Die Mitarbeiter müssten sich wegen des Umbaus der Bereiche keine Sorgen machen. "Wir haben nicht vor, eine große Restrukturierungsorgie zu feiern." Dem Vorstand gehe es nicht darum, Bereiche auszulagern, sondern diese auf- und auszubauen.

Eine starke Nachfrage nach optischen Systemen aus der Halbleiterindustrie hat Jenoptik 2017 ein Umsatzplus von 9,2 Prozent auf 748 Millionen Euro gebracht und für einen Gewinnsprung gesorgt. Das operative Ergebnis (Ebit) stieg nach vorläufigen Angaben auf knapp 78 Millionen Euro nach 66,2 Millionen Euro 2016. Für das laufende Jahr peilt Jenoptik einen Umsatz von 790 Millionen bis 810 Millionen Euro an. In den kommenden Jahren will das Unternehmen weiter zulegen und bis 2022 mit dem Umsatz jährlich um einen mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich wachsen. (dpa) / (anw)

21 Kommentare

Themen:

Anzeige
  1. Jenoptik steigert Umsatz um 6,6 Prozent

    Jenoptik steigert Umsatz um 6,6 Prozent

    Etwa 100 Tage ist der neue Jenoptik-Chef Stefan Traeger im Amt – und hat schon die zweite Zwischenbilanz präsentiert. Mit soliden Zahlen, auch dank der Nachfrage aus den USA.

  2. Softwareunternehmen Intershop zurück in den schwarzen Zahlen

    Softwareunternehmen Intershop zurück in den schwarzen Zahlen

    Das deutsche Softwarehaus Intershop konnte 2017 nach einer mehrjährigen Verlustphase erstmals wieder den Umsatz steigern. Umstrukturierungen und eine Konzentration auf den Großhandel brachten die Wende.

  3. Jenoptik kommt gut ins neue Jahr und erwartet höheres Umsatzplus

    Jenoptik kommt gut ins neue Jahr und erwartet höheres Umsatzplus

    Mitte 2017 nimmt Michael Mertin seinen Hut als Vorstandschef der Jenoptik AG. Im letzten kompletten Geschäftsjahr unter seiner Ägide ist das Unternehmen deutlich profitabler geworden. Über seine eigene berufliche Zukunft hält er sich jedoch bedeckt.

  4. Starkes Schlussquartal rettet Geschäftsjahr der Software AG

    Starkes Schlussquartal rettet Geschäftsjahr der Software AG

    Im vorigen Geschäftsjahr hat der zweitgrößte deutsche Softwarehersteller seinen Umsatz um ein Prozent gesteigert.

  1. Schäuble erwartet Mehreinnahmen aus Kfz-Steuer

    Der noch amtierende Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) plant einem Bericht des Handelsblatts zufolge ab 2018 mit deutlichen Mehreinnahmen bei der Kfz-Steuer. CDU und CSU hatten zuvor angekündigt, nach der Bundestagswahl werde es keine höheren Steuern geben

  2. Takata meldet Insolvenz an

    Ford Airbag

    Der japanische Airbag-Hersteller Takata hat wegen der Folgen eines gewaltigen Rückruf-Desasters in Japan und den USA Insolvenz angemeldet. Das teilte der 1933 gegründete Konzern am Montag (26. Juni 2017) mit

  3. Das EU-Programm zur industriellen Entwicklung der Rüstung wird eilig auf den Weg gebracht

    Mit großer Mehrheit hat der Industrie- und Forschungsausschuss (ITRE) des EU-Parlaments dem Programm zugestimmt, das mit zunächst 500 Millionen Euro jährlich gemeinsame Rüstungsentwicklungen fördern soll

  1. Ermittlungen gegen Top-Manager aus VW-Motorentwicklung

    Auspuff, VW, Volkswagen, Abgas-Skandal

    Die Staatsanwaltschaft ermittelt im Rahmen des Dieselskandals gegen einen weiteren Manager von Volkswagen.

  2. Welt-Pressefoto des Jahres 2017: Die Nominierungen stehen fest

    Zivilisten während der Kämpfe um die irakische Stadt Mossul

    Bilder von Krieg und Frieden, Liebe und Hass, Natur und Naturzerstörung – mehr als 4500 Fotografen haben sich am World Press Photo Contest für das beste Pressefoto des Jahres 2017 beteiligt, nun steht die Vorauswahl für die besten Aufnahmen fest.

  3. Vorstellung: Volvo V60

    Volvo V60 2018

    Kurz vor dem Genfer Autosalon zeigt Volvo erste Bilder des zweiten V60. Der wird deutlich größer als sein Vorgänger und auch teurer. Bei der Gestaltung gibt es kaum neue Akzente: Der Kombi ist ganz im Stil der restlichen Modelle geformt

  4. Das Universum ist flach

    In den letzten Jahrzehnten haben Astronomen intensiv geprüft, ob wir in einem Universum leben, in dem sich die Lichtstrahlen geradeaus bzw. entlang einer Kurve fortsetzen. Auskunft darüber beantwortet die Frage nach der Geometrie des Universums - im großen Maßstab

Anzeige