Logo von heise online

Suche
Abonnieren

Tägliche Top-News bei WhatsApp, Facebook Messenger, Telegram & Insta

preisvergleich_weiss

Recherche in 1.508.171 Produkten

Dusan Zivadinovic 134

Internet per Coax-Kabel: Symmetrische 10 GBit/s am Horizont

Kabelanschlüsse mit 10 GBit/s am Horizont

Bild: CableLabs

Die Kabel-Branche sieht sich weltweit durch allmählich fortschreitenden Glasfaser-Ausbau unter Druck. Nun will sie mit einer Erweiterung der DOCSIS-Spezifikation 3.1 dagegen halten.

Die CableLabs, eine Forschungs- und Entwicklungs-Organisation der Kabel-Branche, hat ihre im Februar 2016 angekündigte Erweiterung der DOCSIS-Spezifikation 3.1 fertiggestellt. Die Full Duplex (FDX) genannte Technik ist vom Namen her etwas unglücklich gewählt, denn aktuelle Kabelnetze übertragen Daten ja durchaus schon gleichzeitig zwischen Sender und Empfänger, also in der Duplex-Betriebsart – nur tun sie das, indem sie die Sende- und Empfangsrichtung auf verschiedene Frequenzbänder aufteilen (Frequency Division Duplex, FDD).

Anzeige

Die CableLabs haben DOCSIS 3.1 nun dahingehend erweitert, dass Sender und Empfänger im gleichen Frequenzband arbeiten. Dazu dämpfen sie am Empfänger das eigene Sendesignal so stark, dass es das Empfangssignal nicht mehr nennenswert überlagert. Die komplexe, Self Interference Cancellation genannte Technik gründet ursprünglich auf einer an der Uni Stanford entwickelten und bereits 2011 publizierten Idee. Besonders Intel und Cisco haben unter dem Dach der CableLabs seit einer Weile zusammengearbeitet, um die Idee für Kabelnetze umzusetzen.

Weltweit haben in den letzten Jahren etliche Arbeitsgruppen an der Self Interefence Cancellation gearbeitet. Zu den Vorreitern gehört das Startup Kumu Networks, eine Ausgründung von ehemaligen Stanford-Mitarbeitern. Im Januar 2016 hatte Kumu Networks gemeldet, dass unter anderem Cisco, Verizon Ventures und die Deutsche Telekom rund 25 Millionen US-Dollar in das Startup investiert haben. Kumu forscht freilich an der Umsetzung der Self Interference Cancellation im Mobilfunk. Unter dem Dach der IEEE arbeitet man ebenfalls an der Umsetzung im Funkbereich, dabei geht es um eine Anwendung im WLAN.

DOCSIS 3.1, das im Oktober 2013 veröffentlicht worden ist, liefert bereits maximale Downlink-Raten von 10 GBit/s und Uplink-Raten von 1 GBit/s. Mit der FDX-Erweiterung soll der Uplink nun je nach Infrastruktur Maximal-Raten von 5 GBit/s bis 10 GBit/s erreichen. Für die Kabelbranche ist die Technik attraktiv, weil sie symmetrische und "Glasfaser-äquivalente Geschwindigkeiten" liefert, aber anders als der Glasfaserausba keine Erdarbeiten erfordert.

Cisco und Intel hatten die FDX-Technik weltweit erstmals im März 2017 auf der Kölner Kabelmesse Angacom vorgestellt. Die Labormuster nutzten ein 96 MHz breites Band zwischen 108 und 204 MHz, auf dem Daten simultan in beiden Richtungen übertragen wurden. Intel hatte dazu ein FPGA (Field Programmable Gate Array) und sein Puma genanntes Kabelmodem beigesteuert. Auf dem Downlink erreichten die Prototypen 890 MBit/s, auf dem Uplink waren es 680 MBit/s. Erste Geräte erwarten die Protagonisten ab 2019 auf dem Markt, ab 2020 rechnen sie mit der Massenproduktion. (dz)

134 Kommentare

Themen:

Anzeige
  1. Funkforschung: Schlaue Sendetechnik lässt Modems schrumpfen

    Neue Chipentwicklung: Senden und Empfangen gleichzeitig

    Aktuelle Funkmodule benötigen analoge Filter, um das Sendesignal von der Empfangsrichtung zu trennen. Mit clever angeordneten Mehrfachmodulatoren geht das aber auch digital. Das könnte die Mobilfunkentwicklung nachhaltig prägen.

  2. Chips für schnelleres Mesh-WLAN

    Chips für schnelleres Mesh-WLAN

    Mesh-WLAN soll schnelles Internet verlustarm bis in den letzten Winkel größerer Wohnungen bringen. Nun hat der erste Hersteller Bausteine für die nächste Gerätegeneration vorgestellt – und dabei ein wenig geschwindelt.

  3. Unitymedia: 400 MBit/s für 10 Millionen Haushalte

    Unitymedia: 400 MBit/s für 10 Millionen Haushalte

    Unitymedia-Kunden können nun mit 400 MBit/s im Downstream ins Internet gehen.

  4. Ericsson, Netgear, Qualcomm und Telstra starten Gigabit-LTE

    Qualcomm-Modem

    Das Netz und das erste Teilnehmergerät sind rund zehn Mal so schnell wie die erste LTE-Generation. Telstra startet den Ausbau in fünf Großstädten Australiens.

  1. IEEE-News: 10-GBit-WLAN, Light Communication, Ethernet im Auto

    IEEE-News: 10-GBit-WLAN, Light Communication, Ethernet im Auto

    Die IEEE treibt eine enorme Menge an Spezifikationen voran: Das 10-GBit-WLAN könnte schon Ende 2018 auf den Markt kommen. Messungen zeigen, wie gut Ethernet eigentlich ins Auto passen würde.

  2. Die richtige Fritzbox: Auswahl und Konfiguration

    Die richtige Fritzbox: Auswahl und Konfiguration

    Fritzboxen sind die am weitesten verbreiteten Router auf dem Markt. Mittlerweile gibt es Modelle für alle gängigen Internet-Anschlussarten: Für DSL-, Kabel-, Mobilfunk- und Glasfaserzugänge. Dieser Beitrag hilft bei der Auswahl, Konfiguration und Nutzung.

  3. Die 10 besten Smart-TV-Apps

    Auf deinem Smart TV solltest du einige Apps unbedingt installieren! Wir zeigen dir die 10 besten Apps für deinen Fernseher.

  1. Klartext: The Real GT

    Audi

    Schnelle Kombis sind die eigentlichen GT-Wagen, denn während die Maseratis dieser Welt in leeren Hallen am Batteriejogger vereinsamen, fressen Autos wie Audis RS 4 Avant Kilometer, als gäbe es morgen keine. Sie schaffen den GT-Spagat einfach besser

  2. Kostenlose Pornos für Groß und Klein

    In den USA ist der Online-Sexsender Adultinternet.TV an den Start gegangen

  3. Die neue Triumph Tiger 1200

    Zweirad

    Die neue Triumph Tiger 1200 ist eine gründlich renovierte Tiger Explorer. Sie hat vor allem Gewicht verloren und ihr ohnehin schon kräftiger Motor packt jetzt noch bulliger zu. Allerdings verwirrt die Modellvielfalt von nicht weniger als sechs Varianten den unbedarften Kunden

  4. Toyota Hilux 3.0 D-4D Double Cab im Fahrbericht

    Pick-ups haben das Flair von Baustelle, Arbeit und Abenteuer. So natürlich auch der neue Toyota Hilux. Wie er sich auf der Straße und im Gelände schlägt, haben wir mit dem 171 PS starken Top-Modell ausprobiert

Anzeige