Logo von heise online

Suche
Abonnieren

Tägliche Top-News bei WhatsApp, Facebook Messenger, Telegram & Insta

preisvergleich_weiss

Recherche in 1.508.171 Produkten

520

Ingenieursverband VDI: Deutschland hat nicht genug IT-Fachkräfte

Netzwerk-Kabel

Bild: dpa, Caroline Seidel

Laut einer Umfrage des VDI fürchten deutsche IT-Experten einen Fachkräftemangel. Der Ingeniersverband rechnet derzeit mit 3,5 offenen Stellen pro Bewerber – unter der Annahme, dass lediglich jede vierte bis fünfte freie Stelle überhaupt gemeldet wird.

Der Mangel an IT-Fachkräften in Deutschland hat sich dem Verein Deutscher Ingenieure (VDI) zufolge zugespitzt. Das gehe aus einer Umfrage unter 630 IT-Fachleuten hervor. "Im vergangenen Jahr beklagte nur etwa jeder fünfte Befragte, dass IT-Fachkräfte für große Unternehmen schlecht oder sehr schlecht verfügbar sind – nun sieht es schon fast jeder Dritte so", sagte der zuständige VDI-Manager Dieter Westerkamp am Montag auf der CeBIT in Hannover. Bei einer neuen Studie zum Thema Digitalisierung habe sich herausgestellt, dass das Problem anders als früher neben kleinen und mittleren nun auch große Unternehmen betreffe.

Laut VDI wird nur jede vierte bis fünfte freie Stelle gemeldet

Nach VDI-eigenen Berechnungen habe es 2016 insgesamt 28.800 offene Stellen für Informatiker gegeben - 23 Prozent mehr als im Schnitt des Vorjahres. Westerkamp: "Das heißt: auf einen arbeitslos gemeldeten Informatiker kommen 3,5 offene Stellen." Viele befragte Experten rechneten laut VDI damit, dass sich das Überangebot von Stellen noch zuspitze. Damit drohe sich der Trend zu verstetigen, dass IT-Dienstleistungen in Standorte im Ausland verlagert oder aus dem Unternehmen herausgelöst werden, heißt es weiter.

Auf Nachfrage von heise online hieß es, Grundlage für die VDI-Berechnung der offenen Stellen sei die offiziell an die Bundesagentur für Arbeit übermittelte Anzahl – aufgerechnet unter der Annahme, dass lediglich jede vierte bis fünfte neu zu besetzende Stelle überhaupt gemeldet wird. Laut Agentur für Arbeit gab es im Jahr 2015 11.400 gemeldete vakante Stellen – bei 27.600 Arbeitslosen im IT-Bereich. Aktuelle Zahlen für das Jahr 2016 lagen bis Redaktionsschluss nicht vor.

75 Prozent sehen in der Digitalisierung eher Chancen als Risiken

Rund 90 Prozent der Befragten glauben, dass sich ihr Arbeitsplatz durch die Digitalisierung in den kommenden Jahren verändern werde, etwa gleich viele gehen davon aus, dass die Nachfrage nach IT-Fachkräften in den kommenden drei Jahren steigt. 75 Prozent sehen in der Digitalisierung eher Chancen als Risiken. Dass Arbeitsplätze durch die Digitalisierung obsolet werden, denken rund 25 Prozent.

Die größte Herausforderung beim digitalen Wandel bestehe laut VDI für viele Betriebe nicht so sehr in der technologischen Beherrschbarkeit der Prozesse, sondern der Entwicklung und Umsetzung geeigneter neuer Geschäftsmodelle. International habe Deutschland dabei einen deutlichen Nachholbedarf, so der VDI. "Wir müssen viel mehr in digitalen Geschäftsmodellen denken", sagt Westerkamp. (mit Material der dpa) / (msi)

520 Kommentare

Themen:

Anzeige
  1. Deutsche IT-Branche wächst weiter – ebenso wie der Fachkräftemangel

    Deutsche IT-Branche wächst weiter – auch der Fachkräftemangel

    Für die Digitalbranche in Deutschland geht es weiter bergauf. Vor allem das Segment der Informationstechnik wächst und wächst. Ein Punkt bereitet dem Verband aber nach wie vor Sorgen.

  2. Bayerische Unternehmen suchen IT-Fachkräfte

    Bayerische Unternehmen suchen IT-Fachkräfte

    Bayerns Metall- und Elektrounternehmen können vierzig Prozent ihrer IT-Stellen nicht mehr besetzen.

  3. "Statistisch gesehen": Trotz Fachkräftemangel Arbeitslose am IT-Jobmarkt

    "Statistisch gesehen": Trotz Fachkräftemangel Arbeitslose am IT-Jobmarkt

    Fachkräftemangel, Fachkräftemangel, überall Fachkräftemangel! Da sollte ein IT-Beruf ja eigentlich ein Jobgarant sein. Die Infografik von heise online und Statista lässt da leichte Zweifel aufkommen.

  4. Digitalisierung belastet Familienleben und Gesundheit

    Digitalisierung belastet Familienleben und Gesundheit

    Eine Studie der Universität St. Gallen legt dar, dass die zunehmende Digitalisierung unter anderem zu Erschöpfung und Einschlafschwierigkeiten beitragen kann. Bundesarbeitsministerin Nahles rät aber davon ab, in eine Angststarre zu verfallen.

  1. Arbeitsmarkt. Rekordzahl an offenen Stellen

    Nürnberger Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung meldet mehr als eine Million nicht besetzter Stellen, darunter 200.000, die keine besondere Qualifikation erfordern

  2. Seehofer schließt nicht aus, dass er als Kanzlerkandidat antritt

    "Wenn die Verantwortung es erfordert, muss man sich zur Verfügung stellen"

  3. Vorwahlen in Frankreich: Favorit Fillon will regieren wie Thatcher

    Die konservativ-wirtschaftsliberale Rechte wird mit hoher Wahrscheinlichkeit den nächsten Präsidenten stellen. Sarkozy scheidet aus

  1. Virtual und Augmented Reality: In Zukunft spielen Pornos im eigenen Bett

    In Zukunft spielen Pornos im eigenen Bett (und verbessern vielleicht sogar ein bisschen die Welt)

    Die Porno-Branche rüstet auf: Mit Virtual und Augmented Reality soll wieder Geld in die Kassen kommen. Laut Sexualtherapeutin Ann-Marlene Henning ist VR-Pornografie ein Gewinn für alle und kann die Welt verbessern. Die Appstore-Betreiber sehen das anders.

  2. Deutsches Internet-Institut geht nach Berlin

    Deutsches Internet-Institut geht nach Berlin

    Hannover, Karlsruhe, Leipzig und Bochum haben das Nachsehen: In Berlin soll die Digitalisierung im Deutschen Internet-Institut erforscht werden, verkündete am Dienstag die Forschungsministerin.

  3. Ladenhüter Elektroauto: Ursachensuche

    Elektroautos, alternative Antriebe

    Keine Million. „So, wie es im Moment aussieht, werden wir dieses Ziel nicht erreichen“, sagt Bundeskanzlerin Angela Merkel, und gemeint ist die Bestandszahl von Elektroautos im Jahr 2020. Die Ursachen dafür sind vielfältig, kommentiert Christoph M. Schwarzer

  4. Mittelformatkamera Hy6 wird weiter produziert

    Mittelformatkamera Hy6 wird weiter produziert

    DW Photo übernimmt die Produktion der Mittelformatkamera Hy6 sowie der Wechselobjektive und Zubehöre in den ehemaligen Rolleiwerken, dem traditionellen Standort von Franke & Heidecke in Braunschweig.

Anzeige