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IT und die Bundestagswahl: Neue Methoden für Wahlforscher und Wahlkämpfer

Neue Methoden für Wahlforscher und Wahlkämpfer

Obwohl der Datenschutz strenger als in den USA ist, können deutsche Parteien auf Facebook viel über potenzielle Wähler lernen. Welchen Einfluss Social Media, Bots und Microtargeting auf die Bundestagswahl haben, schreibt c't in seiner aktuellen Ausgabe.

Soziale Medien und Big Data verändern Wahlforschung und Wahlkampf, auch in Deutschland. Welche Mittel hierzulande zur Bundestagswahl 2017 bereits im Einsatz sind, hat c't in seiner aktuellen Ausgabe 19/17 analysiert. So nutzt etwa die CDU in diesem Jahr für den Tür-zu-Tür-Wahlkampf mit seiner Wahlkämpfer-Plattform connect17 die Informationen aus Datenanalysen, damit Helfer in den Wahlkreisen effektiver potenzielle Wähler finden.

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Vor der Bundestagswahl 2017

Am 24. September ist Bundestagswahl und bis dahin konkurrieren die Parteien vor allem auch mit ihren Wahlprogrammen erneut um die Stimmen der Wähler. Wie schon vor vier Jahren nimmt heise online die Programme der aussichtsreichen Parteien wieder in täglicher Folge bezüglich der Ankündigungen fürs Digitale unter die Lupe.

Sogenannte Social Bots, die auf Twitter und anderen Plattformen menschliche Nutzer vortäuschen und politische Nachrichten veröffentlichen, wollen die Parteien zwar nicht einsetzen. Dennoch könnten sie eine Rolle spielen, wenn beispielsweise parteiunabhängige Interessensgruppen auf den Trend aus den USA aufspringen. Einen großen Effekt in diesem Wahlkampf werden sie jedoch noch nicht haben, glaubt Simon Hegelich, Professor für Political Data Science an der TU München. Nach seinen Beobachtungen werden zwar jetzt schon geschätzt etwa zehn Prozent der Tweets mit dem Hashtag "Merkel" von Social Bots versandt. Der Einfluss der aktuellen Bot-Generation, die immer wieder die gleichen Nachrichten verschicken oder retweeten, sei aber noch gering.

Einen wahren Datenschatz für Parteien hat Hegelich in den Daten von Facebook gefunden. Trotz des strengeren Datenschutzes konnten er und sein Team über die Facebook Graph API Facebook-Nutzer in Partei-Anhänger und Wechselwähler einteilen und sie in für die Parteien wichtige Themenfelder einordnen.

Auch die Wahlforscher reagieren auf Facebook, Twitter und Co.: Wenn viele vor allem der jungen Wählerinnen und Wähler gar keinen Festnetzanschluss mehr haben, muss man sie für treffsichere Prognosen auch online befragen und Stimmungen in den sozialen Medien beobachten.

Neue Prognose-Modelle berücksichtigen außerdem abseits der berühmten "Sonntagsfrage" die Popularitätswerte von Kanzlerkandidaten, das bundesweite Wachstum des Bruttoinlandsprodukts und die Präferenz der Wähler für bestimmte Koalitionen. Eine immer stärkere Abweichung der Prognosen von tatsächlichen Wahlergebnissen – wie nach der US-Wahl oder beim Brexit in den Medien häufig vermutet – konnte c't nicht feststellen. Ihren Analysen zufolge bewegen sich Prognosen auch aktuell im Rahmen der zu erwartenden Genauigkeit.

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(Achim Barczok) / (acb)

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