Logo von heise online

Suche
Abonnieren

Tägliche Top-News bei WhatsApp, Facebook Messenger, Telegram & Insta

preisvergleich_weiss

Recherche in 1.508.171 Produkten

Reiko Kaps 38

IPv6: US-Kabelnetzanbieter startete in den Dualstack-Betrieb

Der US-Kabelnetzbetreiber Comcast hat einen IPv6-Pilotversuch gestartet, gab das Unternehmen in zwei Blog-Nachrichten bekannt. Laut Comcast-Sprecher Jason Livingood beschränkt sich der Pilot noch auf ausgewählte Märkte. Ziel sei es, dem Kunden an seinem Internetanschluss sowohl IPv4 als auch natives IPv6 bereitzustellen (Dualstack). Comcast-Mitarbeiter John Brzozowski betont, dass sich das Unternehmen bewusst gegen andere Techniken wie Tunnel- oder NAT-Verfahren entschieden habe, die entweder das Netz mit zusätzlichen Verwaltungsdaten belasten (Overhead) oder diverse Netzwerk-Anwendungen behindern.

In der nun laufenden ersten Pilot-Phase erhalten Comcast-Kunden die beiden Protokollversionen nur dann, wenn sie mit einem Rechner direkt über das Kabel-Modem ins Comcast-Netz gelangen. Das Betriebssystem der PCs muss dazu die Adressvergabe über Stateful-DHCPv6 unterstützen. Der Rechner erhält darüber nur eine IPv6-Adresse (/128). Erst in dem kommenden, etwa ab Ende 2011 startenden Pilotphasen will Comcast auch den Dualstack-Zugang über Router (Gateways) unterstützen, denen der Provider dann einen /64-Präfix zuteilt. In der letzten, für 2012 geplanten Phase will Comcast auch kürzere Präfixe an die Kunden-Endgeräte ausliefern, sodass die Kunden damit unterschiedliche Netze aufbauen können.

Laut einer Mitteilung vom vergangenen Jahr will auch die Telekom noch dieses Jahr den Dualstack-Betrieb für DSL-Privatkunden starten. Seit dieser Ankündigung hat sich das Unternehmen allerdings nicht mehr zum Thema geäußert: Selbst auf direkte Ansprache zur IPv6-Einführung reagierten Firmenvertreter sehr ausweichend; auch eine E-Mail-Anfrage von Ende Oktober blieb bislang unbeantwortet. Wer also in Deutschland echtes IPv4 und IPv6 an seinem Internet-Zugang nutzen will, muss entweder weiter warten, zu teuren Geschäftsverträgen greifen oder zu den wenigen, zumeist kleinen IPv6-Zugangsanbietern wechseln - falls dies am Ort möglich ist. Alternativ stehen Tunnelbroker wie Sixxs oder Gogo6 bereit, die allerdings einige Handgriffe am eigenen Router und Rechner erfordern. (rek)

38 Kommentare

Themen:

Anzeige
  1. IPv6: Tunneldienst SixXS nimmt ab sofort keine neuen Teilnehmer an

    IPv6: Tunnelanbieter SixXS nimmt ab sofort keine neuen Teilnehmer an

    Die Betreiber sind unzufrieden damit, dass Internet-Provider die Kunden, die nach IPv6 verlangen, zum Tunnel-Broker schicken, anstatt selbst IPv6 anzubieten. Die Diensteinschränkung soll nun die IPv6-Implementierung bei Providern beschleunigen.

  2. IPv6: Tunneldienst SixXS schließt die Tore endgültig

    IPv6: Tunneldienst SixXS schließt die Tore endgültig

    Das moderne Internet-Protokoll IPv6 hat sich noch längst nicht weltweit durchgesetzt. Dennoch geht nach 18 Jahren Betrieb der IPv6-Tunneldienst SixXS offline – Mission accomplished? Da kann man geteilter Meinung sein.

  3. Apple erzwingt IPv6-Kompatibilität bei iOS-Apps

    Internetstandard IPv6

    Spätestens ab dem 1. Juni müssen alle für den App Store eingereichte Programme auch einen reinen IPv6-Betrieb erlauben. Das bedingt möglicherweise Umbaumaßnahmen.

  4. RIPE 73: IPv6 verbreitet sich doch

    RIPE 73: IPv6 verbreitet sich doch

    Auf weltweit rund sieben Prozent Anteil hat der IPv6-Verkehr inzwischen zugenommen. Das mühsam aufgebaute Nachfolgeprotokoll zu IPv4 – wird es doch noch eine Erfolgsgeschichte?

  5. Alle Meldungen aus Weitere News zum Thema
  1. Die Neuerungen von Linux 4.3

    Der Linux-Kernel unterstützt jetzt die neuesten Grafikprozessoren von AMD und Intel. Neu ist auch eine Funktion, um Amok laufende Prozesse einzudämmen. Der Ext3-Dateisystemcode musste weichen und IPv6 wird jetzt standardmäßig eingebaut.

  2. Island: Attraktion Billigstrom

    Wie preiswerte Energie und ausgesetzte Handelszölle ausländische Interessenten anlocken

  3. Routerzwang Reloaded

    Routerzwang Reloaded

    Seit dem 1. August ist das Gesetz zur Endgerätefreiheit am Internetanschluss in Kraft, die Anpassungsfrist für Provider zu Ende. Doch der freie Routermarkt ist fern, weil noch vieles im Argen liegt.

  4. Alle Meldungen aus Ähnliche Artikel
  1. "Großes Finale": Cassini meldet sich nach Flug zwischen dem Saturn und seinen Ringen

    "Großes Finale": Cassini meledet sich nach Flug zwischen Saturn und Ringen

    Einen Tag nach dem ersten Abtauchen zwischen den Saturn und seine Ringe hat sich die NASA-Sonde Cassini zurückgemeldet. Eine Antenne in Kalifornien empfängt die heiß ersehnten Daten. Offenbar lief alles nach Plan, freut sich die NASA.

  2. Streaming-Tipp: "Die Amiga-Story" vorab in der ZDF-Mediathek

    Streaming-Tipp: "Die Amiga-Story" vorab in der ZDF-Mediathek

    Auch nach über 30 Jahren hat der Commodore Amiga eine riesige Fan-Gemeinde, die sich auf die Dokumentation "Die Amiga-Story" freuen dürfte. Seit 10 Uhr lässt sich die Dokumentation aus der ZDF-Mediathek abrufen.

  3. USA: Auftakt zum Ende der Netzneutralität

    Person hält US-Wimpel hoch

    Der neue Vorsitzende der Regulierungsbehörde FCC möchte der Netzneutralität die rechtliche Grundlage entziehen. Er baut auf freiwillige Selbstbeschränkungen der Telecom-Konzerne.

  4. Kumulatives Update für Windows 10: Lockscreen wieder abschaltbar

    Kumulatives Update für Windows 10: Lockscreen wieder abschaltbar

    Mit einem kumulativen Patch für Windows 10 in Version 1703 kommt eine Komfortfunktion zurück, die Microsoft den Anwendern erst vor neun Monaten weggenommen hatte.

  5. Alle Meldungen aus Themen im Trend
Anzeige