Logo von heise online

Suche
Abonnieren

Tägliche Top-News bei WhatsApp, Facebook Messenger, Telegram & Insta

preisvergleich_weiss

Recherche in 1.684.756 Produkten

Sascha Mattke 9

Human Longevity stößt mit Veröffentlichung zu genetischer Gesichtsprognose auf Skepsis

Human Longevity stößt mit Veröffentlichung zu genetischer Gesichtsprognose auf Skepsis

Der Genanalyse-Pionier Craig Venter behauptet, anhand der DNA von Testpersonen ihre Gesichter abbilden zu können. Die Trefferquote bei unterschiedlichen Geschlechtern und Ethnien ist allerdings niedrig.

Human Longevity, das neue Unternehmen des Genanalyse-Pioniers Craig Venter, sorgt mit einer Studie für Skepsis in den sozialen Medien. Nach eigenen Angaben ist es ihm gelungen, anhand der DNA von Testpersonen deren Gesichter so genau vorherzusagen, dass sie in einer Gruppe identifizierbar sind. Peer-Reviewer und ein früherer Mitarbeiter allerdings bezeichnen diese Behauptung als übertrieben: Human Lonevity erstelle lediglich „Durchschnittsgesichter“ für jedes Geschlecht und jede Ethnie. Das berichtet Technology Review online in „Gesichter aus Genen“.

Anzeige

Das Team von Venter hatte anhand von Genom-Daten Gesichtsform, Augen- und Haarfarbe vorausgesagt und auf dieser Grundlage Bilder erstellt, die nach seinen Angaben gut genug waren, um daran zu erkennen, zu wessen Genom sie gehören. In 70 Prozent der Fälle sei es gelungen, aus einem Satz von 20 Fotos die richtige Person auszuwählen. Wenn allerdings Personen mit anderer Ethnie oder anderem Geschlecht als der Gesuchte weggelassen wurden, fiel die Trefferquote drastisch: Ein konkreter europäischer Mann unter 19 anderen europäischen Männern wurde nur zu 11 Prozent richtig identifiziert.

„Craig Venter kann keine Gesichter vorhersagen“, schrieb Yaniv Erlich, Chief Scientific Officer bei der Genealogie-Website MyHeritage.com, deshalb auf Twitter. Nach der Darstellung von ihm und anderen Kritikern arbeitet Human Longevity in Wirklichkeit nur mit Ethnie und Geschlecht, die sich mit einfachen DNA-Tests problemlos bestimmen lassen. „Die Gesichtsprognose sagt lediglich das durchschnittliche Gesicht für eine Ethnie voraus. Man wird dann immer sagen, Mensch, das sieht irgendwie aus wie ich“, erklärt Jason Piper, ein Genetik-Experte, der früher bei Human Longevity gearbeitet hat.

Mehr dazu bei Technology Review online:

(sma)

9 Kommentare

Themen:

Anzeige
  1. Gen-Daten für alle: Britische Biobank bietet Daten-Schatz für Wissenschaft und Pharma-Unternehmen

    Britische Biobank bietet reichen Daten-Schatz für Wissenschaft und Pharma-Unternehmen

    500.000 Freiwillige in Großbritannien haben sich für ein wegweisendes Projekt befragen und genetisch analysieren lassen. Seit diesem Sommer sind diese Informationen allgemein zugänglich – und dürften wertvolle Erkenntnisse liefern.

  2. „Polygener“ Gentest auf Brustkrebs-Risiko soll sicherer sein

    Genetik-Unternehmen Myriad Genetics vermarktet „polygenen“ Test auf Brustkrebs-Risiko

    Ein negatives Ergebnis bei bisherigen Tests auf Brustkrebs-Mutationen ist keine echte Entwarnung, weil auch andere Faktoren die Krankheit verursachen können. Ein US-Unternehmen bietet jetzt eine aussagekräftigere Alternative an.

  3. Studie: Jeder Fünfte könnte unerkannt krankheitsrelevante Gen-Mutation in sich tragen

    Studie: Jeder Fünfte könnte unerkannt krankheitsrelevante Gen-Mutation sich tragen

    In den USA wurde erstmals das komplette Genom von anscheinend gesunden Personen sequenziert. Wie sich dabei zeigte, liegen relativ häufig genetische Variationen vor, die eine Erbkrankheit erwarten lassen würden.

  4. Hacken mit DNA: Forscher dringen mit manipuliertem DNA-Strang in Labor-Computer ein

    Forscher dringen mit manipuliertem DNA-Strang in Labor-Computer ein

    Zum ersten Mal ist es offenbar gelungen, mit Hilfe von DNA die Kontrolle über einen Computer zu übernehmen. Das Forscher-Team warnt vor künftigen Gefahren – räumt aber auch ein, dass ihr Angriff bislang wenig realistisch ist.

  1. Gesichter aus Genen

    Gesichter aus Genen

    Der Genanalyse-Pionier Craig Venter macht mit der Behauptung von sich reden, er könne anhand der DNA von Menschen Gesichter identifizieren. Noch scheint das übertrieben, doch in Zukunft dürfte es tatsächlich möglich sein.

  2. Das Genom ist nicht genug

    Das Genom ist nicht genug

    Erbgutentschlüsseler Craig Venter hat sein nächstes Giga-Projekt: Er will DNA-Informationen mit den Gesundheitsdaten von einer Million Patienten verknüpfen, um Krankheiten vorauszusagen.

  3. Die Kreationisten

    Die Kreationisten

    Leben könnte bald ohne Evolution entstehen. Mit der synthetischen Biologie wollen Forscher Organismen auf dem Reißbrett planen und sogar künstlich erschaffen.

  1. Elektroautos könnten laut Studie Stromnetz überlasten

    Elektroautos könnten laut Studie Stromnetz überlasten

    In einigen Jahren könnte der Punkt erreicht sein, an dem die wachsende Zahl an Elektroautos für Blackouts im Stromnetz sorgen könnten. Die Unternehmensberatung Oliver Wyman sieht dabei den Schwellenwert bei einer E-Auto-Quote von 30 Prozent.

  2. MicroSD-Karte mit einem halben Terabyte

    MicroSD-Karte mit einem halben Terabyte

    Der britische Herstelller Integral hat eine MicroSD-Karte mit einer Kapazität von 512 GByte Speicherkapazität angekündigt. Die Karte soll im Februar auf den Markt kommen.

  3. Klassiker: Saab 900 Cabrio

    Saab 900 Cabrio

    Die Geschichte vom Untergang Saabs gibt es in unterschiedlichen Längen und Varianten. Sie soll hier nicht mehr erzählt werden. An dieser Stelle betrachten wir nicht, was wir verloren haben, sondern feiern, was wir einmal hatten. Es folgt eine Festrede auf das Saab 900 Cabrio

  4. Der Unterbrecher

    Roland Benedikter über ein Jahr Donald Trump

Anzeige