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Sascha Mattke 9

Human Longevity stößt mit Veröffentlichung zu genetischer Gesichtsprognose auf Skepsis

Human Longevity stößt mit Veröffentlichung zu genetischer Gesichtsprognose auf Skepsis

Der Genanalyse-Pionier Craig Venter behauptet, anhand der DNA von Testpersonen ihre Gesichter abbilden zu können. Die Trefferquote bei unterschiedlichen Geschlechtern und Ethnien ist allerdings niedrig.

Human Longevity, das neue Unternehmen des Genanalyse-Pioniers Craig Venter, sorgt mit einer Studie für Skepsis in den sozialen Medien. Nach eigenen Angaben ist es ihm gelungen, anhand der DNA von Testpersonen deren Gesichter so genau vorherzusagen, dass sie in einer Gruppe identifizierbar sind. Peer-Reviewer und ein früherer Mitarbeiter allerdings bezeichnen diese Behauptung als übertrieben: Human Lonevity erstelle lediglich „Durchschnittsgesichter“ für jedes Geschlecht und jede Ethnie. Das berichtet Technology Review online in „Gesichter aus Genen“.

Das Team von Venter hatte anhand von Genom-Daten Gesichtsform, Augen- und Haarfarbe vorausgesagt und auf dieser Grundlage Bilder erstellt, die nach seinen Angaben gut genug waren, um daran zu erkennen, zu wessen Genom sie gehören. In 70 Prozent der Fälle sei es gelungen, aus einem Satz von 20 Fotos die richtige Person auszuwählen. Wenn allerdings Personen mit anderer Ethnie oder anderem Geschlecht als der Gesuchte weggelassen wurden, fiel die Trefferquote drastisch: Ein konkreter europäischer Mann unter 19 anderen europäischen Männern wurde nur zu 11 Prozent richtig identifiziert.

„Craig Venter kann keine Gesichter vorhersagen“, schrieb Yaniv Erlich, Chief Scientific Officer bei der Genealogie-Website MyHeritage.com, deshalb auf Twitter. Nach der Darstellung von ihm und anderen Kritikern arbeitet Human Longevity in Wirklichkeit nur mit Ethnie und Geschlecht, die sich mit einfachen DNA-Tests problemlos bestimmen lassen. „Die Gesichtsprognose sagt lediglich das durchschnittliche Gesicht für eine Ethnie voraus. Man wird dann immer sagen, Mensch, das sieht irgendwie aus wie ich“, erklärt Jason Piper, ein Genetik-Experte, der früher bei Human Longevity gearbeitet hat.

Mehr dazu bei Technology Review online:

(sma)

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