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Martin Holland 171

Heller als 500 Milliarden Sonnen: Lichtblitz war wohl doch keine Supernova

Heller als 500 Milliarden Sonnen: Lichtblitz war wohl doch keine Supernova

So könnte das Ereignis ausgesehen haben.

Bild: ESO, ESA/Hubble, M. Kornmesser

Anfang des Jahres hatten Forscher erklärt, die mit Abstand hellste Supernova beobachtet zu haben. Andere Forscher ziehen das nach Folgeuntersuchungen nun in Zweifel und präsentieren eine andere Erklärung. Hundertprozentig sicher sind sie aber auch nicht.

Knapp ein Jahr nachdem eine Gruppe internationaler Wissenschaftler ihre Analyse der vermutlich hellsten je beobachteten Sternenexplosion vorgestellt haben, bekommen sie nun Widerspruch von Astronomen. Wie die Europäische Südsternwarte ESO mitteilt, sind die Forscher unter der Leitung von Giorgos Leloudas vom Weizmann Institute of Science in Israel und dem Dark Cosmology Centre in Dänemark nach weiteren Beobachtungen zu dem Schluss gekommen, dass dem verblüffend hellen Lichtpunkt keine Super- beziehungsweise Hypernova zugrunde lag. Stattdessen habe wohl ein sehr massereiches, sich sehr schnell drehendes Schwarzes Loch einen Stern niedriger Masse zerstört.

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Das Ereignis mit der Katalognummer ASASSN-15lh hatte 20-mal heller geleuchtet als die Milchstraße und sich in einer 3,8 Milliarden Lichtjahren entfernten Galaxie ereignet. Wie die Astronomen nun erklären, zeigen ihre Ergebnisse, dass ein supermassereiches Schwarzes Loch in deren Mitte einen sonnenähnlichen Stern zerrissen hat. Solch ein Tidal Disruption Event sei bislang nur etwa 10 Mal beobachtet worden. Dabei werde der Stern "spaghettisiert", also stark in die Länge gezogen. Stöße in den Trümmern und die dabei erzeugte Wärme hätten dabei einen Helligkeitsausbruch verursacht, der einer Supernova-Explosion ähnelte, für die die Masse des Sterns nicht ausgereicht hätte.

Diese neue Analyse stützen die Forscher demnach auf Beobachtungen mit mehreren Teleskopen auf der Erde und im All, darunter auch das Very Large Telescope und das New Technology Telescope der ESO. Diese Folgebeobachtungen hätten verschiedene Phasen gezeigt, die insgesamt eher solch einem Auseinanderreißen als einer sehr leuchtkräftigen Supernova zuzuordnen seien. Die sei deshalb sehr unwahrscheinlich, aber auch die neue Erklärung setze ein ganz bestimmtes Schwarzes Loch als Verursacher voraus: Es müsse eine Masse von mindestens 100 Millionen Sonnenmassen haben und sich sehr schnell drehen.

Künstlerische Darstellung des zerreißenden Sterns; Quelle: ESO, ESA/Hubble, M. Kornmesser – Quelle: ESO, ESA/Hubble, M. Kornmesser

"Selbst mit allen gesammelten Daten können wir nicht mit hundertprozentiger Sicherheit sagen, dass das ASASSN-15lh Ereignis ein Gezeiten-Sternzerissereignis war", erklärt Leloudas: "Aber es ist mit Abstand die wahrscheinlichste Erklärung." (mho)

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