Logo von heise online

Suche
Abonnieren

Tägliche Top-News bei WhatsApp, Facebook Messenger, Telegram & Insta

preisvergleich_weiss

Recherche in 1.508.171 Produkten

Andreas Müller 38

Guardians of the Galaxy: The Telltale Series angespielt – Helden mit kleinen Fehlern

Guardians of the Galaxy: The Telltale Series angespiel - Helden mit kleinen Fehlern

Telltale Games hat aus den Weltraumabenteuern von Guardians of the Galaxy eine interaktiven Fernsehserie gemacht, die in fünf Episoden erscheint. Wir haben die erste Folge Tangled Up in Blue durchgespielt.

Marvel’s Guardians of the Galaxy von Telltale Games basiert offiziell auf der Comicvorlage, aber inhaltlich ist es ganz nah bei den Film-Guardians. Ich übernehme die Rolle des schlagfertigen Peter Quill alias Star-Lord, dem Anführer der Guardians.

Anzeige

Meine Crew dürfte jeder aus dem Film kennen: die ernste und tödliche Gamora, den rachsüchtigen Kraftprotz Drax, den zynischen und geldgierigen Waschbär Rocket und das liebenswerte Baumwesen Groot. Gemeinsam treffen wir in der ersten Mission auf Erzfeind Thanos. Natürlich läuft nicht alles so wie geplant. Wie im Film streiten wir uns ordentlich, bevor wir gemeinsam eine Lösung finden. Familie eben.

Dennoch halten wir am Ende ein mächtiges Artefakt namens Eternity Forge in den Händen. Was es so genau kann, wissen wir noch nicht. Aber dass die halbe Galaxie darauf Jagd macht, spüren wir bald. Am Ende kämpfen wir auf Leben und Tod mit den letzten Überlebenden einer ausgestorbenen Alienrasse, treffen alte Bekannte wieder und machen eine erstaunliche Entdeckung. Nach rund neunzig Minuten endet die erste Episode mit einem Cliffhanger.

Machen wir uns nichts vor: Spielerisch sind diese Guardians nicht besonders anspruchsvoll. Wie in anderen Telltale-Spielen wie The Walking Dead oder Tales of the Borderlands muss ich nur im richtigen Moment den Stick in die richtige Richtung ziehen oder die Buttons unter Zeitdruck drücken. Zwar klingt das nicht besonders spannend, doch besonders im spektakulären Kampf gegen Thanos entstehen so die packendsten Momente des Spiels. Schade, dass diese Actionszene gleich am Anfang verbraten wird.

Den Reiz dieser Art von Spiel machen die Entscheidungen aus. Halte ich lieber zum geldgierigen Rocket oder stimme ich der vernünftigen Gamora zu? Liefere ich meine Beute an die Weltraumpolizei aus oder verkaufe ich sie dem zwielichtigen Untergrundboss Collector? Das Spiel merkt sich diese Entscheidungen, aber welche Auswirkungen sie auf die weitere Handlung haben ist nach dieser ersten Episode noch nicht abzusehen. Im Gegensatz zu Telltales The Walking Dead dürften sie aber nicht so gravierend sein. Schließlich handelt es sich bei den „Guardians of the Galaxy“ um eine Action-Komödie und nicht um ein postapokalyptisches Zombie-Überlebensdrama.

Die visuelle Gestaltung erinnert an die Comic-Vorlage. Das ist charmant, kann aber die mangelnde Mimik und die hakeligen Animationen nicht ausgleichen. Besonders bei einem Spiel, das so sehr auf Story, Figuren und Emotionen setzt, hätte ich mir etwas mehr Liebe zum Detail gewünscht. Telltale ist in diesem Punkt auf dem guten Niveau des ersten Walking-Dead-Spiels stehen geblieben. Dagegen kann der Soundtrack mit Songs wie Livin’ Thing von ELO überzeugen. Da bin ich gespannt, welche Klassiker Telltale im späteren Spielverlauf noch ausgraben wird.

Anzeige

Telltale erfindet das Rad nicht neu. Wer ein ähnliches Spiel der Kalifornier gespielt hat, sollte wissen, was auf ihn zukommt. Der spielerische Anspruch ist gering, aber dagegen stimmen Story, Dialoge und der Soundtrack. Ich bin gespannt, was es mit diesem merkwürdigen Artefakt auf sich hat und wie es mit den Figuren weitergeht.

Wenn das dann auch noch so locker und schlagfertig erzählt wird wie bei Tangled Up in Blue, nehme ich auch zwanghafte Moralbotschaften über Freundschaft und Familie gerne in Kauf. Tangled Up in Blue ist ein gelungener Auftakt für die neue Telltale-Reihe, der Lust auf mehr macht. Wer auf schlagfertige Dialoge, schräge Figuren und Pop-Klassiker steht, ist hier genau richtig.

Die erste Episode von Marvel’s Guardians of the Galaxy: The Telltale Series ist am 18. April für PC, Playstation 4, Xbox One, iOS und Android als Download erschienen. Für unser Angespielt haben wir sie auf dem PC durchgespielt. (Andreas Müller) / (dahe)

38 Kommentare

Themen:

Anzeige
  1. Guardians of the Galaxy Vol. 2: Patchworkfamilie auf Chaostour durchs All

    Guardians of the Galaxy Vol. 2: Patchworkfamilie auf Krawalltour

    Die Guardians of the Galaxy sind wieder unterwegs und müssen dieses Mal gleich das ganze Universum retten. Wie schon im ersten Teil geht es um ein problematisches Familienmitglied.

  2. Life is Strange - Before the Storm: Ein Blick auf das neue Teenager-Drama

    Life is Strange - Before the Storm: Ein Blick auf das neue Teenager-Drama

    Mit dem Episoden-Adventure feierte Square Enix einen unverhofften Erfolg. Das neue Prequel erzählt die Vorgeschichte und ein zweiter Teil ist auch in Arbeit.

  3. "This is for the players." Ein Abschied von der Playstation.

    "This is for the players."

    Die PS4 hat ihr Publikum unter den Core Gamern gefunden. Deshalb sind die meisten PS4-Titel in erster Linie Shooter. Ein alter, schießmüder Zocker verlässt damit das kantige Sony-Schiff in Richtung der Silberstreifen NVidia und Nintendo.

  4. Sony verschiebt "The Last Guardian"

    Sony verschiebt "The Last Guardian"

    Seit rund zehn Jahren in der Entwicklung verzögert sich das außergewöhnliche Adventure von Fumito Ueda um weitere Wochen aufgrund von Bugs.

  1. "The Legend of Zelda: Breath of the Wild" für Nintendos Switch im Test

    Launchtitel von Nintendos Switch: The Legend of Zelda: Breath of the Wild im Test

    Der neue Zelda-Titel bricht mit alteingesessenen Konventionen der Serie und könnte für viele Grund genug sein, sich die neue Nintendo-Konsole Switch zu kaufen. Zudem versprüht das Spiel trotz der vergleichsweise geringen Leistung der Switch eine ganz besondere Atmosphäre.

  2. The Infiltrator: Geldwäsche für den guten Zweck

    "I just love this shit!" - Die wahre Geschichte vom FBI-Mann, der für den berüchtigten Drogenbaron Pablo Escobar Millionen wusch

  3. Horror und Travestie: The Limehouse Golem

    Ein viktorianischer Travestie-Psychothriller - wie wenn Almodovar Jack the Ripper und Sherlock Holmes gemischt hätte, um Elend und Genitalverstümmelung anzuprangern

  1. Kommentar: KRACK knackt WPA2 – und wir stehen im Regen

    Kostenloses WLAN

    Die Schwachstelle in der WLAN-Verschlüsselung wirft eine wichtige Frage auf: Wie sieht es eigentlich mit der Patch-Versorgung durch die Hersteller aus? Miserabel, wenn nicht endlich der Staat eingreift, findet heise-Security-Chef Jürgen Schmidt.

  2. Die KRACK-Attacke: Gefahr und Schutz, eine Einschätzung

    Gefahren aus dem Netz

    Die am Montag präsentierte KRACK-Attacke auf die WLAN-Verschlüsselung WPA2 ist eine ernste Sicherheitslücke, die man schnellst möglich beheben sollte. Sie ist jedoch kein Grund zur Panik und auch kein Grund alle Internet-Aktivitäten einzustellen.

  3. KRACK: Hersteller-Updates und Stellungnahmen

    Vorsicht im öffentlichen WLAN

    Mittlerweile haben einige von der WPA2-Lücke KRACK betroffene Hersteller Patches veröffentlicht, die die Gefahr abwehren. Andere meldeten sich in Stellungnahmen zu Wort.

  4. Windows 10: Microsoft veröffentlicht das "Fall Creators Update"

    Build 2017: Ausblick auf das Fall Creators Update für Windows 10

    Microsoft beginnt mit der Verteilung der fünften Iteration von Windows 10: Das "Fall Creators Update" soll ab sofort in Windows Update bereitstehen. Wieder einmal hat der Hersteller diverse kleine und ein paar große Neuerungen hineingebaut.

Anzeige