Logo von heise online

Suche
Abonnieren

Tägliche Top-News bei WhatsApp, Facebook Messenger, Telegram & Insta

preisvergleich_weiss

Recherche in 1.531.613 Produkten

253

Greenpeace kritisiert "dreckigen Strom" bei Cloud-Anbietern

Für ihre gigantischen Cloud-Rechenzentren nutzen viele IT-Unternehmen hauptsächlich Strom aus Kohle- und Atomenergie. Die Umweltorganisation Greenpeace wirft in einer Studie (PDF) vor allem Apple, Amazon und Microsoft vor, nicht genug auf erneuerbare Energie zu setzen. Google, Yahoo und Facebook bescheinigen die Umweltschützer hingegen, zunehmend erneuerbare Energien zu nutzen und sich für deren Ausbau einzusetzen. Manche der Rechenzentren verbrauchen nach Berechnungen von Greenpeace so viel Strom wie "fast 180.000 Einfamilienhäuser". Die kritisierten Unternehmen widersprachen den Greenpeace-Angaben.

Als Spitzenreiter bei der Nutzung herkömmlicher Energiequellen hat die Studie Apple mit seinem Dienst iCloud ermittelt: 55 Prozent des Energiebedarfs decke der Konzern mit Kohle-, weitere knapp 28 Prozent mit Atomstrom. Auch Amazon wird kritisiert, dort stammten knapp 34 Prozent der Energie aus Kohle- und knapp 30 Prozent aus Atomkraftwerken.

Apple widersprach den Berechnungen: Das von Greenpeace untersuchte Rechenzentrum im US-Bundesstaat North Carolina verbrauche beim Vollausbau nur 20 Megawatt und nicht 100 Megawatt, sagte eine Apple-Sprecherin. "Wir sind auf Kurs, mehr als 60 Prozent des Energiebedarfs aus erneuerbaren Quellen zu erzeugen, einschließlich eines Solarparks und einer Brennstoffzellen-Anlage vor Ort." Die Anlage in Maiden sei das "grünste Rechenzentrum, das Apple je gebaut hat". Eine neue Anlage im US-Bundesstaat Oregon werde im kommenden Jahr sogar zu 100 Prozent mit erneuerbarer Energie laufen.

Der im Greenpeace-Report ebenfalls kritisierte Softwarekonzern Microsoft verwies darauf, dass seine neuste Generation der Rechenzentren wie die Anlage in Qunicy (US-Bundesstaat Washington) sehr sparsam beim Stromverbrauch sei und seine Energie aus einem Wasserkraftwerk beziehe.

Da die von Greenpeace untersuchten Unternehmen die Zahlen über ihren Stromverbrauch und die Herkunft der genutzten Energie nicht im Vorfeld offen gelegt hatten, wurden die Daten für die Greenpeace-Studie in Teilen geschätzt. Wie hoch der Anteil bestimmter Energien angegeben wird, richtet sich dabei zum Beispiel nach öffentlichen Statistiken oder dem Energiemix, der am Standort des Rechenzentrums hauptsächlich angeboten wird.

Greenpeace bemängelt in der Studie, dass die Cloud-Rechenzentren ein großes Potenzial für umweltfreundliche Energien böten, dieses aber zu selten genutzt werde. "Rund um den Globus teilen Menschen ihre Fotos und Musik in der Cloud. Wir erwarten, dass die dafür nötige Rechenleistung mit sauberer Energie betrieben wird", sagte Energie-Experte Gerald Neubauer.

Lob gab es von der Umweltorganisation für Google, Yahoo und Facebook. Diese Firmen suchten ihre Standorte nach einem großen Angebot erneuerbarer Energien aus und setzten sich für den Ausbau von Ökostrom ein. Facebook habe mit seinem neuen Rechenzentrum in Schweden, das komplett mit erneuerbaren Energien betrieben werde, einen wichtigen Schritt gemacht. Im Mittelfeld der 14 Unternehmen landet Twitter mit 35,6 Prozent Kohle und 12,8 Prozent Atomstrom. Für seine Transparenz wird Akamai gelobt, das als erstes der untersuchten Unternehmen eine umfassende CO2-Bilanz veröffentlicht hat. (dpa) / (lbe)

253 Kommentare

Themen:

Anzeige
  1. Erneuerbare Energie: Grüne Schafe Apple und Facebook, schwarzes Schaf Amazon

    Erneuerbare Energie: Apple ganz vorne, gefolgt von Facebook

    Die Umweltorganisation Greenpeace hat ihr diesjähriges Ranking der wichtigsten Technikfirmen und ihrer Nutzung von Wind- und Sonnenkraft publiziert. Amazon kriegt schlechte Noten.

  2. Facebook baut zweites Rechenzentrum in Europa

    Facebook baut zweites Rechenzentrum in Europa

    In Irland soll das zweite europäische Rechenzentrum von Facebook entstehen. Es soll komplett mit erneuerbarer Energie betrieben werden.

  3. In Schleswig-Holstein wird mehr Strom aus erneuerbaren Energien erzeugt als aus Atomkraft

    In Schleswig-Holstein wird mehr Strom aus erneuerbaren Energien erzeugt als aus Atomkraft

    Im vergangenen Jahr wurden im nördlichsten Bundesland 12,4 Millionen Megawattstunden Strom aus erneuerbaren Energien erzeugt, knapp 16 Prozent mehr als 2013.

  4. Apple wirbt mit Umweltschutzbemühungen

    iMessage

    Den Betrieb eigener Rechenzentren durch erneuerbare Energien hat der iPhone-Hersteller nun erstmals in einem Werbespot erwähnt – ebenso wie den Recycling-Roboter Liam.

  1. Das Endspiel um die Kohle hat begonnen

    Braunkohle ist Klimakiller Nummer eins

  2. Indien setzt auf die Sonne

    Indien setzt auf die Sonne

    Der indische Premierminister Narendra Modi will die solare Erzeugungskapazität im Land um den Faktor 30 steigern. Er kann bereits viele Zusagen vorweisen, doch die klassischen Versorger dürften sich querstellen.

  3. Dramatische Fehlentscheidungen

    Die Energie- und Klimawochenschau: Bei RWE bezahlen die Mitarbeiter dafür, dass der Vorstand die Energiewende verschlafen hat, E.On erzielte den größten Verlust seiner Geschichte

  1. Vorstellung: Opel Crossland X

    Opel Crossland X

    Mit dem kleinen SUV Crossland X will Opel vom Boom in dieser Klasse profitieren. Das könnte klappen, denn der Crossland X scheint alle Zutaten für einen Erfolg mitzubringen. Noch verrät Opel allerdings nicht alle Details

  2. Fahrbericht: Mazda MX-5 RF Skyactiv-G 160

    Mazda MX-5

    Wir fuhren die neue MX-5-Variante mit elekrisch vesenkbarem Targadach. Kann der MX-5 RF (für „retractable hardtop“) eine reizvolle und emotionale Alternative zum gewiss nicht drögen Roadster sein? Das würde ihn von der „Roadster-Coupé“ -Variante des Vorgängers unterscheiden

  3. "So süß": WhatsApp-Kettenbrief führt auf Sex-Sites und in Abofallen

    "So süß": WhatsApp-Kettenbrief führt auf Sex-Sites und in Abofallen

    "Romantische Emoticons" verspricht ein Kettenbrief, der über WhatsApp verbreitet wird. Dahinter verbirgt sich nichts weiter als dubiose Geschäftstätigkeit.

  4. "Statistisch gesehen": Die Finanzen hinter Wikipedia

    "Statistisch gesehen": Die Finanzen hinter Wikipedia

    Jedes Jahr sammelt die Wikimedia-Foundation für den Betrieb von Wikipedia und mehr Millionen an Spendengeldern. Aber wofür wird das Geld ausgegeben? Die Technik ist jedenfalls nicht das teuerste, zeigt die Infografik von heise online und Statista.

Anzeige