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Googles Street-View-Autos schnappten auch E-Mails auf

Google Street View: Eiffelturm
Google gerät wegen seines Street-View-Dienstes weltweit zunehmend unter Druck.

Googles Street-View-Kamerawagen haben bei ihren weltweiten Fahrten im Zuge ihrer WLAN-Scans auch unverschlüsselt verschickte E-Mails und Passwörter aufgezeichnet, wie Google-Manager Alan Eustace in einem Blog-Eintrag mitteilte. "Soweit wir wissen, sind die Untersuchungen noch nicht abgeschlossen, so dass noch kein Abschlussbericht vorliegt", sagte ein Sprecher des Unternehmens auf Anfrage. "Wir haben die Behörden in ihren Untersuchungen von Beginn an unterstützt."

Google hatte bereits im Mai eingeräumt, dass die Kamerawagen, die Bilder für den Online-Straßenatlas Street View machten, auch Informationen aus unverschlüsselten WLANs aufgezeichnet hatten. Das sei durch einen Software-Fehler passiert und lange nicht aufgefallen. Die Informationen seien nur sehr bruchstückhaft mitgeschnitten worden, da die Empfänger in den Autos fünfmal pro Sekunde den Kanal gewechselt hätten.

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Wegen des WLAN-Scannings hat sich Google bereits in einer Reihe von Ländern juristische Probleme eingehandelt. So laufen gegen den Konzern derzeit in Deutschland, Frankreich, Spanien, Kanada, Südkorea und den USA Ermittlungen wegen Verstößen gegen Datenschutzbestimmungen.

In seinem Blog-Beitrag beteuert Eustace, innerhalb von Google habe niemand die versehentlich aufgezeichneten Daten ausgewertet und man wolle sie so schnell wie möglich löschen. Bislang sei dies nur wegen der laufenden Verfahren nicht möglich gewesen. Außerdem habe man intern eine Reihe von Vorkehrungen getroffen, um zu verhindern, dass sich solche Vorfälle in Zukunft wiederholen könnten.

Diese Maßnahmen reichen weit über die Street-View-Probleme hinaus und könnten auch einen anderen Hintergrund haben. Der Datenschutz bei Google war nämlich im September auch in den USA in die Kritik geraten. Ein Google-Mitarbeiter war wegen Verstößen gegen Datenschutz-Richtlinien entlassen worden. Zuvor hatte das Blog "Gawker" berichtet, der 27-jährige Mann habe wiederholt in Google-Accounts mehrerer ihm bekannter Teenager herumgeschnüffelt.

Google bestätigte den Bericht zwar nicht. Ein Google-Manager räumte aber grundsätzlich ein, dass es Mitarbeiter gebe, die Zugang zu Nutzer-Informationen haben: "Eine eingeschränkte Zahl von Menschen wird immer einen Zugang zu diesen Systemen haben müssen, wenn wir sie ordentlich betreiben wollen." Deshalb nehme Google jedes Eindringen in die Systeme sehr ernst. So sei die Auswertung interner Zugangsinformationen ausgeweitet worden.

In Deutschland sind die Aufnahmen für Street View vorerst abgeschlossen. Ob und wann die Kamerawagen wieder auf deutsche Straßen kommen, ist unbekannt. Street View soll hierzulande bis Ende des Jahres für die 20 größten Städte verfügbar sein. Am Donnerstag hatte Google mitgeteilt, dass gut 244 000 Haushalte in den Städten einen Antrag gestellt hätten, ihre Häuser auf den Straßenansichten unkenntlich zu machen. (dpa) / (db)

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