Logo von heise online

Suche
Abonnieren

Tägliche Top-News bei WhatsApp, Facebook Messenger, Telegram & Insta

preisvergleich_weiss

Recherche in 1.508.171 Produkten

Torsten Kleinz 120

Google straft Popups auf Mobilseiten ab

Google straft Popups auf Mobilseiten ab

Bild: Google

Google will Mobil-Websites abwerten, die zu große Werbebanner einsetzen. Begründung: Die derzeit verbreitete Werbung frustriere die Nutzer.

Der Suchmaschinen- und Werbekonzern Google will Webseiten abstrafen, die in ihrer Mobilansicht Inhalte durch Werbung abdecken. Der Wechsel soll ab Januar 2017 erfolgen, wie das Unternehmen im Webmaster Central-Blog bekannt gibt. Die derzeit grassierenden Werbeformen irritierten die Nutzer, argumentiert Google.

Anzeige
Interstitials mit Hinweisen auf Cookie-Nutzung oder zur Altersverifikation sowie "angemessen" kleine Banner sollen nicht zur Bestrafung führen.
Interstitials mit Hinweisen auf Cookie-Nutzung oder zur Altersverifikation sowie "angemessen" kleine Banner sollen nicht zur Bestrafung führen. (Bild: Google )

"Webseiten, die aufdringliche Werbung zeigen, bieten eine schlechtere Nutzererfahrung als Webseiten, die ihre Inhalte direkt anzeigen", begründet Produktmanager Doantam Phan den Schritt. So hätten Google-Mitarbeiter viele Websites gefunden, die die indexierten Inhalte mit displayfüllenden Anzeigen überdeckten oder sogar Popups einsetzen. Dies sei jedoch nicht das, was Nutzer erwarteten, wenn sie auf ein Suchergebnis bei Google klickten.

Seiten, die solche Werbeformen einsetzten, werden ab 10. Januar 2017 innerhalb der Google-Suchergebnisse heruntergestuft. Kernfrage für Google ist: Ist der gewünschte Inhalt auf den ersten Blick sichtbar oder muss der Nutzer erst einen anderen Inhalt wegklicken oder überscrollen? Zugelassen sind weiterhin Popups aus legalen Zwecken wie die allgegenwärtigen Cookie-Warnungen, ebenso Altersverifizierungen oder Login-Formulare. Werbebanner dürfen aber nur einen "angemessenen Teil des Screen" bedecken. Wie viel das genau ist, lässt Google offen.

Wie stark sich die Herabstufung auswirken wird, bleibt abzuwarten. "Die Absicht hinter einer Suchanfrage ist immer noch ein ziemlich starkes Signal. Also kann eine Seite mit relevanten und guten Inhalten künftig immer noch ziemlich hoch eingestuft werden", schreibt Phan. Der Einsatz penetranter Werbung sei nur einer von Hunderten Faktoren, die in die Google-Suche einflössen.

Bereits vor zwei Jahren hatte Google zu einer ähnlichen Maßnahme gegriffen, um App-Spam abzustrafen- auch hier argumentierte der US-Konzern mit einem negativen Eindruck auf die Kunden. Kritiker hielten Google damals vor, dass der Schritt eher im Interesse des Konzerns sei, da er im offenen Web sein Geld verdient und die Abwanderung von Websites zu Apps verhindern wollte.

Die Ausweitung auf alle Werbeformen ist ebenfalls im Interesse Googles. Zwar verdient Google auch an mobiler Werbung, gleichzeitig ist die Zahl der Adblocker auf Smartphones bedrohlich angestiegen. Nach einer Studie von Pagefair blockieren bereits 400 Millionen Nutzer Werbung auf ihren Mobilgeräten – mit stark steigender Tendenz. Werbeorganisationen wie das Interactive Advertising Bureau arbeiten daran, überbordende Werbung zu reduzieren, können aber noch keine durchschlagenden Erfolge vorweisen. (Torsten Kleinz) / (jo)

120 Kommentare

Themen:

Anzeige
  1. Google will Chrome-Adblocker 2018 bringen

    Chrome-Adblocker startet 2018

    Paukenschlag für die Werbebranche: Der Online-Konzern Google hat angekündigt, dass der hauseigene Browser im kommenden Jahr besonders intrusive Werbungen blockieren wird.

  2. Autoplay-Videos: Chrome testet erweiterte Mute-Funktion

    Autoplay-Videos: Chrome testet erweiterte Mute-Funktion

    In der Testversion des Google-Browsers können Nutzer Websites dauerhaft zum Verstummen bringen. Vorher hatten sich die Entwickler explizit gegen eine solche Funktion entschieden.

  3. Gmail: Werbung soll E-Mails nicht mehr mitlesen

    GMail: Werbung soll E-Mails nicht mehr mitlesen

    Google scannt E-Mails für personalisierte Werbung - nun will das Unternehmen das kontroverse Vorgehen einstellen. Auch seine anderen Werbeprogramme nimmt das Unternehmen zur Zeit unter die Lupe.

  4. Zeitschriftenverleger kritisieren Googles geplanten Werbeblocker

    Scherzer

    Google will seinen Chrome-Browser mit einem Werbeblocker ausrüsten, der bestimmte Anzeigen ausfiltert. Die Pläne stoßen auf Kritik: Google dürfe nicht allein den Standard für Werbung definieren und durchsetzen, fordern deutsche Zeitschriftenverleger.

  1. Chrome-Werbefilter: "Nicht der Untergang des Abendlandes"

    Chrome-Werbefilter: "Nicht der Untergang des Abendlandes"

    Google will ab 2018 einen Werbefilter in seinen Browser Chrome einbauen. Insbesondere Verlegerverbände befürchten, dass der Konzern zu seinen eigenen Gunsten neue Werberegeln durchsetzen will. Im Gespräch mit der c't wirbt Oliver von Wersch, Experte für Online-Werbung, jedoch für das Projekt.

  2. Zahlfunktion für Adblock Plus: "Die Verlage müssen das Geld nur annehmen"

    Zahlfunktion für Adblock Plus: "Die Verlage müssen das Geld nur annehmen"

    Mit "Flattr Plus" will der Adblock-Plus-Hersteller Eyeo noch in diesem Jahr Geld an die Ersteller von Inhalten verteilen. Geschäftsführer Till Faida und Public-Affairs-Managerin Laura Dornheim erläutern, warum das Modell erfolgreicher sein soll als viele ähnliche Ansätze.

  3. Statistik der Woche: Rückläufige Adblocker-Nutzung

    Statistik der Woche: Adblocker

    Immer mehr Internetnutzer sehen von der Aktivierung eines Adblockers ab. In welchen Bereichen sie vorwiegend die Online-Werbung zulassen, zeigt unsere Infografik.

  1. Google hat einen eigenen Swift-Fork auf GitHub

    Google hat nun einen eigenen Swift-Fork auf GitHub

    Chris Lattner erklärt den Bereich zum öffentlichen Integrationspunkt für Googles Aktivitäten bezüglich Apples Programmiersprache. Zu den Plänen gehört wohl eine Umsetzung von Swift für das nach wie vor mysteriöse Fuchsia OS.

Anzeige