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Torsten Kleinz 120

Google straft Popups auf Mobilseiten ab

Google straft Popups auf Mobilseiten ab

Bild: Google

Google will Mobil-Websites abwerten, die zu große Werbebanner einsetzen. Begründung: Die derzeit verbreitete Werbung frustriere die Nutzer.

Der Suchmaschinen- und Werbekonzern Google will Webseiten abstrafen, die in ihrer Mobilansicht Inhalte durch Werbung abdecken. Der Wechsel soll ab Januar 2017 erfolgen, wie das Unternehmen im Webmaster Central-Blog bekannt gibt. Die derzeit grassierenden Werbeformen irritierten die Nutzer, argumentiert Google.

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Interstitials mit Hinweisen auf Cookie-Nutzung oder zur Altersverifikation sowie "angemessen" kleine Banner sollen nicht zur Bestrafung führen.
Interstitials mit Hinweisen auf Cookie-Nutzung oder zur Altersverifikation sowie "angemessen" kleine Banner sollen nicht zur Bestrafung führen. (Bild: Google)

"Webseiten, die aufdringliche Werbung zeigen, bieten eine schlechtere Nutzererfahrung als Webseiten, die ihre Inhalte direkt anzeigen", begründet Produktmanager Doantam Phan den Schritt. So hätten Google-Mitarbeiter viele Websites gefunden, die die indexierten Inhalte mit displayfüllenden Anzeigen überdeckten oder sogar Popups einsetzen. Dies sei jedoch nicht das, was Nutzer erwarteten, wenn sie auf ein Suchergebnis bei Google klickten.

Seiten, die solche Werbeformen einsetzten, werden ab 10. Januar 2017 innerhalb der Google-Suchergebnisse heruntergestuft. Kernfrage für Google ist: Ist der gewünschte Inhalt auf den ersten Blick sichtbar oder muss der Nutzer erst einen anderen Inhalt wegklicken oder überscrollen? Zugelassen sind weiterhin Popups aus legalen Zwecken wie die allgegenwärtigen Cookie-Warnungen, ebenso Altersverifizierungen oder Login-Formulare. Werbebanner dürfen aber nur einen "angemessenen Teil des Screen" bedecken. Wie viel das genau ist, lässt Google offen.

Wie stark sich die Herabstufung auswirken wird, bleibt abzuwarten. "Die Absicht hinter einer Suchanfrage ist immer noch ein ziemlich starkes Signal. Also kann eine Seite mit relevanten und guten Inhalten künftig immer noch ziemlich hoch eingestuft werden", schreibt Phan. Der Einsatz penetranter Werbung sei nur einer von Hunderten Faktoren, die in die Google-Suche einflössen.

Bereits vor zwei Jahren hatte Google zu einer ähnlichen Maßnahme gegriffen, um App-Spam abzustrafen- auch hier argumentierte der US-Konzern mit einem negativen Eindruck auf die Kunden. Kritiker hielten Google damals vor, dass der Schritt eher im Interesse des Konzerns sei, da er im offenen Web sein Geld verdient und die Abwanderung von Websites zu Apps verhindern wollte.

Die Ausweitung auf alle Werbeformen ist ebenfalls im Interesse Googles. Zwar verdient Google auch an mobiler Werbung, gleichzeitig ist die Zahl der Adblocker auf Smartphones bedrohlich angestiegen. Nach einer Studie von Pagefair blockieren bereits 400 Millionen Nutzer Werbung auf ihren Mobilgeräten – mit stark steigender Tendenz. Werbeorganisationen wie das Interactive Advertising Bureau arbeiten daran, überbordende Werbung zu reduzieren, können aber noch keine durchschlagenden Erfolge vorweisen. (Torsten Kleinz) / (jo)

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