Logo von heise online

Suche
Abonnieren

Tägliche Top-News bei WhatsApp, Facebook Messenger, Telegram & Insta

preisvergleich_weiss

Recherche in 1.683.110 Produkten

Volker Zota 162

Gema veröffentlicht Vergütungstarif für werbefinanziertes Musik-Streaming

Die Verwertungsgesellschaft Gema hat am Montag einen neuen Vergütungstarif für Streaming-Dienste vorgelegt, die für den Nutzer kostenlos sind und etwa durch Werbung finanziert werden sollen. Den Tarifvorstellungen der Verwertungsgesellschaft zufolge sollen Anbieter solcher Dienste künftig 10,25 Prozent der durch die Musiknutzung erzielten Einnahmen an die durch die Gema vertretenen Urheber abführen. Die Verwertungsgesellschaft hatte sich erst kürzlich mit dem IT-Branchenverband Bitkom auf ein Vergütungsmodell für Online-Musikshops und bezahlte Streaming-Flatrates geeinigt.

Anzeige

Die Gema ergänzt das Tarifmodell um eine dreistufige Mindestvergütung, die abhängig vom "Interaktivitätsgrad" des jeweiligen Dienstes anfällt. Demnach werden mindestens 0,025 Cent pro abgerufenem Stream bei "niedriger" Interaktivität fällig – also etwa radioähnlichen Diensten, ohne Vorspulspul- und Auswahlfunktion. Für Dienste mit mittlerem Interaktionsgrad verlangt die Gema 0,31 Cent/Stream, bei hoher Interaktivität wie wohl im Falle von YouTube oder Spotify sind es 0,6 Cent/Stream. Sollte ein Gesamtvertrag zustandekommen, gibt es in dessen Rahmen einen Rabatt: Die Erlösbeteiligung sinkt auf in diesem Fall auf 8,2 Prozent. Pro Stream wären dann 0,02 Cent (niedrige Interaktivtät), 0,25 Cent (mittel) oder 0,48 Cent (hoch) fällig.

Der Bitkom reagierte zurückhaltend auf die Ankündigung. "Werbefinanzierte Dienste werden von unserer bisherigen Einigung mit der Gema nicht umfasst", erklärte Bitkom-Bereichsleiter Mario Rehse gegenüber dpa. Darüber hätte der Bitkom gerne weiterverhandelt. "Die einseitige Tarifveröffentlichung der Gema war aber ein Szenario, mit dem wir rechnen mussten." Jetzt prüfe der Bitkom, wie er mit den neuen Forderungen umgehe. "Jetzt wissen wir aber endlich genau, woran wir sind", sagte Steffen Holly vom Musikdienst Aupeo.

Es bleibt abzuwarten, wie weitere Dienst-Anbieter das neue Tarifmodell der Gema aufnehmen. Nicht zuletzt, weil sich die Verhandlungen beispielsweise mit der Google-Tochter YouTube schon seit Jahren hinziehen, geriet die Verwertungesellschaft in jüngster Zeit zunehmend in die Kritik der Musikbranche. Die Gema selbst sieht sich indes auf einem guten Weg: Sie macht "einen großen Schritt auf die Anbieter von unentgeltlich angebotenen Streamingdiensten zu und gewährleistet so einen Ausgleich zwischen den Anforderungen des Marktes und dem Anspruch der Urheber auf angemessene Vergütung", heißt es in der Mitteilung der Verwertungsgesellschaft. (vza)

162 Kommentare

Themen:

Anzeige
  1. Urheberabgabe: Pauschalvergütung für Online-Plattformen scheint alternativlos

    Urheberabgabe: Pauschalvergütung für Online-Plattformen scheint alternativlos

    Urheber, Forscher, Politiker und Verbraucherschützer haben sich auf einer Konferenz zu Digital-Plattformen für ein abgestuftes Haftungs- und Vergütungsmodell ausgesprochen, doch die EU-Gremien müssen noch überzeugt werden.

  2. Ab 2017: Digitales Antennen-Fernsehen bekommt ein Update

    Sender Kahlenberg in Wien

    Bessere Bildqualität und deutlich mehr Programme: Mit DVB-T2 HD bekommt das Antennen-Fernsehen ein Update. Doch die Nutzer müssen sich rüsten, um nicht in die Röhre zu gucken. Der Countdown läuft.

  3. Bericht: YouTube will eigenen Musikdienst starten

    YouTube

    Gibt es bald neue Konkurrenz für Spotify und Apple Music? Offenbar arbeitet YouTube an einem kostenpflichtigen Musik-Streamingdienst, der im März online gehen soll. Das erste große Musiklabel hat offenbar schon unterschrieben.

  4. "Stream On" der Telekom: Verbraucherschützer gegen Zero-Rating-Angebot

    IT-Messe CeBIT

    Der Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv) sieht im Stream-On-Angebot der Deutschen Telekom einen Verstoß gegen die Netzneutralität. Er hat die Bundesnetzagentur aufgefordert, den Dienst zu verbieten.

  1. Die 10 besten Smart-TV-Apps

    Auf deinem Smart TV solltest du einige Apps unbedingt installieren! Wir zeigen dir die 10 besten Apps für deinen Fernseher.

  2. YouTube: Werden deutsche Nutzer erneut ausgesperrt?

    Landesmedienanstalten sehen Video-Kanäle als potenziell lizenzpflichtig an

  3. 10 Must-Have Apps für deinen Amazon Fire TV

    Wenn du Tipps brauchst, welche Apps du auf deinem Amazon Fire TV oder Fire TV Stick installieren solltest, können wir dir weiterhelfen.

  1. Nintendo Labo: Die Switch wird zum multifunktionalen Papp-Spielzeug

    Nintendo Labo: Die Switch wird zum multifunktionalen Papp-Spielzeug

    Ein Haus oder ein Klavier, eine Angel und ein ferngesteuerter Roboter: Mit Nintendo Labo lassen sich Papp-Konstruktionen basteln, die zusammen mit der Switch zum interaktiven Spielzeug werden.

  2. Meltdown und Spectre: Neustart-Probleme auch mit Skylake- und Kaby-Lake-CPUs, neue Intel-Benchmarks

    Meltdown und Spectre: Neustart-Probleme auch mit Skylake- und Kaby-Lake-CPUs, neue Intel-Benchmarks

    Intel muss in einer neuen Sicherheitsmitteilung einräumen, dass es nach dem Einspielen der Firmware-Updates auch auf Core-i-6000/7000-Systemen zu plötzlichen Neustarts kommen kann.

Anzeige