Logo von heise online

Suche
Abonnieren

Tägliche Top-News bei WhatsApp, Facebook Messenger, Telegram & Insta

preisvergleich_weiss

Recherche in 1.508.171 Produkten

Hartmut Gieselmann 1

GDC Europe 2015: Indie-Experimente mit VR, Drohnen-Angriffen und Kalten Kriegern

GDC Europe 2015: VR-Brille

Bild: c't

Abseits des kommerziellen Rampenlichts zeigten Indie-Entwickler innovative Spielideen. Drei Konzepte haben uns besonders gefallen.

Auf dem zweiten European Innovative Games Showcase der Game Developers Conference in Köln konnten neun Indie-Teams neuartige Spielkonzepte vorstellen. Meist kaum mehr als flüchtig skizzierte Fragmente zeigten die Spiele neue Ansätze, die virtuelle und reale Objekte kombinieren oder Spieler zu ungewöhnlichen Interaktionen animieren.

Drei Konzepte stachen in diesem Jahr heraus, weil sie entweder mit neuer Technik experimentierten und aber politische Themen in den Fokus rückten.

Kill Box zeigt das Kriegsgeschehen aus zwei Perspektiven. Einen Spieler versetzt es in die Rolle des Täters, den anderen in die Rolle des Opfers.
Kill Box zeigt das Kriegsgeschehen aus zwei Perspektiven. Einen Spieler versetzt es in die Rolle des Täters, den anderen in die Rolle des Opfers. Vergrößern
Bild: c't

"Kill Box" töten per Drohne

Der Online-Spiel Kill Box lässt zwei Spieler etwa das das ferngesteuerte Töten per Drohne nachvollziehen. Ein Spieler schlüpft in die Rolle eines Dorfbewohners in Pakistan, während der andere eine US-Militärdrohne am Bildschirm steuert. Ähnlich wie im Film "Good Kill" wird der Drohnenpilot durch die Technik und Virtualisierung so weit vom Kriegsgeschehen abgeschnitten, dass ihm das reale Töten wie ein Videospiel vorkommt. Durch geschickte Aufmunterungen seiner Vorgesetzen soll der Spieler am eigenen Leib erfahren, wie leicht man am Bildschirm zum Mörder wird. Der zweite Spieler sieht das Geschehen aus der Ego-Perspektive in einem stilisierten Dorf, dessen Idylle nur durch das Dröhnen der Drohne gestört wird.

Mit dem Spiel geben die Entwickler aus den USA und Schottland dem Spieler weiterführende Informationen über reale Droneneinsätze in Pakistan, denen seit dem ersten tödlichen Dronenangriff 2004 über 3000 Menschen zum Opfer gefallen sein sollen.

Das dänische Agentenspiel "Cosmic Top Secret" arbeitet die Rolle skandinavischer Spione im Kalten Krieg auf.

"Cosmic Top Secret" & "Aboard the Lookinglass"

In dem Dokumentar-Adventure "Cosmic Top Secret" arbeiten die dänischen Entwicklerinnen von Klassefilm die Geheimdienstvergangenheit ihrer Eltern während des Kalten Krieges auf. Der Spieler löst Puzzles und Mini-Spiele und taucht dabei immer tiefer in die wahre Geschichte um Spione ein. Auffällig ist die an Plakat-Kollagen angelehnte Grafik. Erste Videos von Prototypen kann man auf der Webseite von Klassefilm bereits sehen. Das fertige Spiel soll noch in diesem Jahr für Tablets und Browser erscheinen.

In "Aboard the Lookinglass" dienen Hände als Sichtfenster in die Vergangenheit und Zukunft.

Henry Hoffman schließlich kombiniert in "Aboard the Lookinglass" eine Oculus Rift mit einem Leap-Motion-Handsensor, der vor die VR-Brille geklebt wird. Unter der Rift kann der Spieler seine Hände als durchsichtige Schatten sehen. Doch da es aufgrund der komplexen Kollisionserkennung bislang schwierig ist, mit seinen durch den Leap-Motion-Sensor erfassten Hände mit virtuellen Objekten zu agieren, nutzt Hoffman die Handprojektionen lediglich als Sichtscheiben. Durch die eine Hand kann der Spieler in die Vergangenheit blicken und durch die andere in die Zukunft. Er bewegt sich automatisch wie auf Schienen durch eine futuristische Welt. In dieser muss er kleine Zeitpuzzles lösen, indem er mit den Händen die Umgebung absucht, ob dort in der Vergangenheit oder Zukunft Schalter zum Weiterkommen verborgen sind. Neben Windows-Versionen lässt sich auch eine OS-X-Variante des Spiels kostenlos von der Webseite des Entwicklers laden. (hag)

1 Kommentar

Themen:

Anzeige
  1. TV-Tipp: "Computerfreak-Tag" auf ZDF Info

    TV-Tipp: "Computerfreak-Tag" auf ZDF Info

    Mit zahlreichen Dokus über Hacker, soziale Netzwerke und Killerspiele begeht der ZDF-Spartensender seinen "Computerfreak-Tag" – vielleicht eine willkommene Abwechslung zum Oster-Programm der anderen Sender.

  2. GDC: Virtually Live plant Fußball-Übertragungen in VR

    GDC: Virtually Live plant Fußball-Übertragungen in VR

    Bereits zur nächsten Saison sollen Fans Spiele der britischen Premier League in VR live mitverfolgen können. Die VR-Übertragung habe nur wenige Sekunden Verzögerung zum Fernsehbild.

  3. Virtual Reality: Revive lässt alle Oculus-Titel auf der HTC Vive laufen

    Invasion

    Eine neue Version des "Revive"-Hacks macht alle Software-Titel für die Oculus Rift auch auf der HTC Vive lauffähig. Das funktioniert erstaunlich gut, wird allerdings wohl zum Katz-und-Maus-Spiel: Oculus hat schon einen Anti-Revive-Hack angekündigt.

  4. Staaten streben internationalen Bann für autonome Waffensysteme an

    Staaten streben internationalen Bann für autonome Waffensysteme an

    Bei den Vereinten Nationen nehmen immer mehr Staaten autonome Waffensysteme ins Visier. In der UN-Generalversammlung im Dezember wollen Aktivisten der Ächtung einen Schritt näher kommen.

  1. c't zockt (Episode 65): Subline, The Stranger, Hauhet VR

    In dieser Ausgabe muss man als Linie Labyrinthe durchqueren, eine Insel erkunden und mit Geisterhand Laserstrahlen umlenken.

  2. Autonome Waffensysteme

    Die US Navy präsentiert erste Schritte zu Schwärmen von autonomen Kampfdrohnen, während in Genf bei den Vereinten Nationen über ein Verbot von autonomen Waffensystemen diskutiert wird

  3. Auch Saudi Arabien startet Kampfdrohnenprogramm

    Es wird eng an Syriens Himmel: Mindestens sechs Staaten lassen in Syrien Drohnen fliegen und töten

  1. Muslime und Islam: Schlimmer als Krebs und Kokain

    In der Berichterstattung überwiegt die negative Darstellung

  2. Vorstellung: Volvo XC60

    Volvo XC60

    Volvo war mit dem ersten XC60 in den vergangenen Jahren sehr erfolgreich - dies ist dem Nachfolger anzumerken, der nun in Genf vorgestellt wird. Bei ihm wagt sich die Marke keinen Schritt weiter vor als unbedingt nötig

  3. Antidepressiva bei gesunden Menschen

    Zum ersten Mal nehmen Psychotherapeuten für eine Studie den antidepressiven Verkaufsschlager Paroxetin selbst ein.

  4. Im Test: Jaguar F-Pace 30d AWD

    Jaguar

    Der F-Pace hat mit einem klassischen Jaguar kaum noch etwas zu tun. Das hat nicht nur Vorteile. Das SUV fährt sich gut und bietet modernes Infotainment, doch speziell in einem Bereich sollte Jaguar zügig nachbessern

Anzeige