Logo von heise online

Suche
Abonnieren

Tägliche Top-News bei WhatsApp, Facebook Messenger, Telegram & Insta

preisvergleich_weiss

Recherche in 1.508.171 Produkten

Falk Steiner 49

Französischer Provider beendet Werbeblockade

Der französische Internetprovider Free.fr wird nicht wie geplant einen Werbeblocker in den Routern seiner Kunden installieren. Am Montag rückte das Unternehmen von seinen Plänen ab, die vergangene Woche für großes Aufsehen gesorgt hatten. Der Netzzugangsanbieter hatte auf seinen "Freebox" genannten Routern per Softwareupdate Werbeblocker installiert, die als Voreinstellung aktiviert waren. Die Funktion wurde anfänglich nur mit einem erläuternden Satz im Entwicklerblog für den Router dokumentiert. Nachdem die Änderung bekannt wurde, entbrannte in Frankreich eine heftige Debatte über diese Maßnahme.

Wie die Tagezeitung Le Figaro meldet, hatte sich in den Streit um die Werbeblockade auch die französische Digitalministerin Fleur Pellerin eingeschaltet und am Montag erklärt, dass Free die umstrittene Funktion per erneutem Softwareupdate wieder entfernen werde. Das Vorgehen sei mit einem freien und offenen Internet unvereinbar, erklärte die Ministerin. Protestiert hatten die Internetanzeigenwirtschaft, aber auch Verleger und andere Anbieter von Internetplattformen, die in ihrem Geschäftsmodell auf Werbung setzen.

Während die Nutzer die Werbung kaum vermisst haben dürften, ist unter Experten strittig, ob es sich bei dem Schritt auch um einen Bruch mit der Netzneutralität handelte: Die NGO Public Knowledge etwa, die sich in den USA für neutrale Netze einsetzt, kritisierte in einem Blogpost den Schritt des französischen Internetanbieters scharf: "Internetanbieter sollten es tunlichst vermeiden, mit der Blockade von Inhalten anzufangen." Das wecke nur weitere Begehrlichkeiten.

Free hat etwa fünf Millionen Kunden in Frankreich und gehört zu den Providern, die von großen Anbietern – insbesondere mit Blick auf Google – gerne Durchleitungsentgelte nehmen würden. In Frankreich wird der Versuch der Werbeblockade vor dem Hintergrund dieses Streits betrachtet. (mho)

49 Kommentare

Themen:

Anzeige
  1. Kunden-Hotspots: Unitymedia lenkt nach Abmahnung ein

    Kunden-Hotpots: Unitymedia lenkt nach Abmahnung ein

    Im Streit über die WifiSpots gibt der Kabelnetzbetreiber gegenüber der Verbraucherzentrale eine Unterlassungserklärung ab und ändert die Bedingungen. An der umstrittenen Freischaltung der Hotspots hält das Unternehmen aber fest.

  2. Google plant wohl eigenen Adblocker

    Google plant wohl eigenen Adblocker

    Nach Recherchen des "Wall Street Journal" will der Konzern den Web-Browser Chrome um einen Werbefilter ergänzen. Ziel wären unter anderem Auto-Play-Videos.

  3. Werbeblocker im Opera-Browser: Im eigenen Unternehmen unbeliebt gemacht

    Opera im Wandel

    Opera will beim Adblocking per Black- und Whitelists auf die eigene Website keine Rücksicht nehmen. Das sei im Unternehmen umstritten, berichtet Krystian Kolondra. Im Interview gab der Senior Vice President spannende Einblicke in die Browser-Entwicklung.

  4. Magenta Security Kongress: Software-Update gegen Telekom-Großstörung im Eiltempo, kein Router gekapert

    Magenta Security Kongress: Software-Update gegen Telekom-Großstörung im Eiltempo, kein Router gekapert

    Die Telekom ist bei dem Hackerangriff auf Telekom-DSL-Router mit einem blauen Auge davon gekommen, erklärt das Unternehmen auf seinem Security-Kongress in Frankfurt. Bis alle Router ein Update bekommen, kann es zwei Tage dauern.

  5. Alle Meldungen aus Weitere News zum Thema
  1. Routerzwang Reloaded

    Routerzwang Reloaded

    Seit dem 1. August ist das Gesetz zur Endgerätefreiheit am Internetanschluss in Kraft, die Anpassungsfrist für Provider zu Ende. Doch der freie Routermarkt ist fern, weil noch vieles im Argen liegt.

  2. BMW Connected: Pläne zur Vernetzung

    BMW

    Die Vernetzung der Bordelektronik mit externen Geräten und Anwendungen nimmt einen immer größeren Stellenwert ein - sowohl bei den Verbrauchern wie auch bei den Herstellern. Welchen Weg will BMW mit Connected einschlagen?

  3. Frankreich: Republikaner rühren am Tabu der automatischen Staatsbürgerschaft

    Sarkozy will das Geburtsortsprinzip neu diskutieren

  4. Alle Meldungen aus Ähnliche Artikel
  1. Geleakte NSA-Hackersoftware: Offenbar hunderttausende Windows-Computer infiziert

    Geleakte NSA-Hackersoftware: Bereits Hunderttausende Geräte infiziert

    Weniger als zwei Wochen nachdem anonyme Hacker Software der NSA veröffentlicht haben, sollen fast 200.000 Geräte infiziert sein. Betroffen sind Windows-Computer, die einen bereits veröffentlichten Patch nicht erhalten haben.

  2. Uber: iPhone-Fingerprinting flog auf – Rüffel vom Apple-Chef

    Delete Uber

    Die App des Fahrdienstes hat auf eine Fingerprinting-Technik gesetzt, um einzelne iPhones trotz Löschens der App weiter identifizieren zu können. Ein Geofence sollte sicherstellen, dass Apple-Mitarbeiter das regelwidrige Verhalten nicht entdecken.

  3. Office 365 Deutschland bei 1&1: Mit Einrichtungsservice und Domain

    Office 365 Deutschland bei 1&1: Mit Einrichtungsservice und Domain

    Nun gibt es die dritte Möglichkeit, Microsofts in Deutschland gespeichertes Office 365 zu beziehen, nämlich bei 1&1. Der hostet das Paket nicht selbst, sondern vermarktet das Microsoft-Angebot mit dem Datentreuhänder T-Systems – zu interessanten Preisen.

  4. Guardians of the Galaxy Vol. 2: Patchworkfamilie auf Chaostour durchs All

    Guardians of the Galaxy Vol. 2: Patchworkfamilie auf Krawalltour

    Die Guardians of the Galaxy sind wieder unterwegs und müssen dieses mal gleich das ganze Universum retten. Wie schon im ersten Teil geht es um ein problematisches Familienmitglied.

  5. Alle Meldungen aus Themen im Trend
Anzeige