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Frankreichs neue Regierung dämpft Erwartungen von Atomgegnern

Frankreichs neue Regierung dämpft Erwartungen von Atomgegnern

Regierungssprecher Christophe Castaner vor der Presse.

Bild: elysee.fr

Der bekannte Umweltaktivist Nicolas Hulot rückt zum Minister auf – das weckt hohe Erwartungen, auch beim Reizthema Atom. Doch der Kurs wird in Frankreich von ganz oben vorgegeben.

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Die neue französische Regierung dämpft Hoffnungen von Atomgegnern auf eine beschleunigte Energiewende. Der Nuklearanteil an der Energieproduktion solle mit einem "verantwortlichen Zeitplan" vermindert werden, sagte Regierungssprecher Christophe Castaner am Donnerstag in Paris nach der ersten Kabinettssitzung.

Die Berufung des populären Umweltaktivisten und Filmemachers Nicolas Hulot zum Umweltminister hatte Erwartungen geschürt, wonach ein Kurswechsel in der Energiepolitik anstehen könnte. Der 62-Jährige ist für seine kritische Haltung zur Atomenergie bekannt. "Ein Minister stellt keine Bedingungen, weder an den Premierminister noch an den Staatspräsidenten", resümierte Castaner, der auch Staatssekretär ist. Hulot war Sondergesandter von Macrons Amtsvorgänger François Hollande zur Vorbereitung der Pariser Klimakonferenz im Dezember 2015 gewesen.

Wenig erneuerbare Energie

Castaner machte deutlich, dass Macron das seit langem beschlossene Energiewende-Gesetz in die Tat umsetzen will. Das Ziel lautet dabei, den Anteil der Atomkraft am Strommix bis 2025 auf 50 Prozent zu senken. Frankreich erzeugt rund drei Viertel seines Stroms aus Kernkraft. Erneuerbare Energien steuern nach früheren Angaben nur etwa 16,5 Prozent bei, in Deutschland ist es fast doppelt so viel.

Die Umweltorganisation Greenpeace störte unterdessen eine Aktionärsversammlung des Stromkonzerns EDF. Der Konzern sei technisch und finanziell nicht in der Lage, sein Nuklearprogramm fortzuführen, meint Greenpeace. EDF-Chef Jean-Bernard Lévy ist hingegen der Auffassung, dass die Atomkraft unerlässlich für die Energieunabhängigkeit Frankreichs sei. Das gelte für die nächsten Jahrzehnte, sagte er laut Nachrichtenagentur AFP. EDF betreibt unter anderem das umstrittene AKW Fessenheim im Elsass, das geschlossen werden soll. (dpa) / (anw)

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