Logo von heise online

Suche
Abonnieren

Tägliche Top-News bei WhatsApp, Facebook Messenger, Telegram & Insta

preisvergleich_weiss

Recherche in 1.508.171 Produkten

Andrea Barthélémy, dpa 71

Fernziel Mars: NASA sucht neue Astronauten

Astronaut

Bild: NASA

Seitdem die bemannte US-Raumfahrt den Roten Planeten ins Visier genommen hat, sind viele Menschen neu beflügelt. Jetzt läuft die Bewerbungsrunde der NASA für die nächste Astronautengeneration.

"Weitere und längere Reisen" gehören zur Jobbeschreibung. Und Höhenangst sollten die Bewerber auch nicht haben. Die US-Weltraumagentur NASA sucht nach neuen Astronauten – zum ersten Mal wieder seit 2011. Damals hatten sich mehr als 6100 Weltraumbegeisterte auf acht Kandidatenplätze beworben. Wie hoch die Nachfrage dieses Mal ist und wie viele Astronauten letztlich ausgebildet werden, darüber hüllt sich die NASA noch in Schweigen. Klar ist jedoch: Wer den oft seit Kindertagen gehegten Wunsch verwirklichen will, muss ein vielstufiges, mehr als ein Jahr dauerndes Auswahlverfahren bestehen.

Viel Interesse

Unter dem Hashtag #BeAnAstronaut im Internet von der NASA verbreitet, hat die Ausschreibung sofort Wellen geschlagen: Stolz posten seitdem nicht nur Grundschüler ihre Bewerbungsessays, sondern auch erwachsene Aspiranten die Eingangsbestätigung ihrer Bewerbung. Auch Quereinsteiger wie der Förster Ben Lockwood versuchen ihr Glück und bewerben sich: "Fühlt sich eher unwahrscheinlich an, aber warum nicht", twitterte er mit #SendAForesterToSpace.

Aktuelles Ziel sind kommerzielle Flüge zur ISS
Aktuelles Ziel sind kommerzielle Flüge zur ISS Vergrößern
Bild: NASA

Dabei ist selbst die Auswahl noch keine Garantie dafür, tatsächlich in den Orbit zu fliegen. Denn das zweijährige Astronautentraining im Johnson Space Center in Houston (Texas) hält noch viele Herausforderungen mit Blick auf körperliche Fitness sowie soziale und intellektuelle Belastbarkeit bereit. Sind diese jedoch gemeistert, dann steht den Kandidaten die Möglichkeit offen, weit in den Weltraum vorzudringen.

Vorbereitung der Reise zum Mars

NASA-Direktor Charles Bolden, selbst ein ehemaliger Astronaut, betonte in einem Radiointerview mit ScienceFriday, diese Astronauten sollten unter anderem den Weg zum Roten Planeten ebnen. Neben Einsätzen auf der Internationalen Raumstation ISS werden sie voraussichtlich unter den ersten sein, die mit den beiden derzeit in Entwicklung befindlichen kommerziellen Raumtransportern ins All fliegen.

"Und ihr nächster Stop wird dann die Orion sein", sagte Bolden. Dieses bemannte NASA-Raumschiff soll, mit einer Rakete vom Kennedy Space Center in Florida aus ins Weltall gebracht, bis in Mondnähe und später, voraussichtlich in den 2030er Jahren, auch zum Mars fliegen. "Sie werden diejenigen sein, die all die Dinge entwickeln, die wir benötigen, um vielleicht schon die Klasse nach ihnen zum Mars zu schicken."

"Anthropometrische Voraussetzungen"

Bis zum 18. Februar ist noch Zeit, sich zu bewerben. Dazu braucht es zunächst einmal die US-Staatsbürgerschaft und einen anerkannten Bachelor-Abschluss in Ingenieurwissenschaft, Biologie, Physik, Computerwissenschaft oder Mathematik. Hinzu kommen mindestens drei Jahre damit verbundene Berufspraxis oder 1000 Flugstunden als verantwortlicher Pilot. Außerdem: Bestimmte "anthropometrische Voraussetzungen", sprich, man sollte in einen Raumanzug hineinpassen.

Bei der vergangenen Bewerbungsrunde der Europäische Raumfahrtagentur ESA im Jahr 2009 bewarben sich rund 8500 Kandidaten mit den notwendigen Voraussetzungen: In der Regel Ingenieure und erfahrene Test- oder Verkehrspiloten, die körperlich fit waren. Fünf Männer und eine Frau wurden damals ausgesucht, darunter auch Alexander Gerst aus Baden-Württemberg. Mit seinen Bildern von der ISS hatte er hierzulande viel Aufmerksamkeit auf die bemannte Raumfahrt gelenkt.

Das Team Mensch

Derzeit sind insgesamt 26 Prozent der knapp 50 aktiven NASA-Astronauten Frauen. Aus der Bewerbungsrunde von 2011 ging erstmals eine Klasse mit ausgewogenem Geschlechteranteil hervor. Zwei der vier nun fertig ausgebildeten Astronautinnen waren zuvor Militär-Pilotinnen. Anne McCain, die 15 Monate lang Kampfhubschrauber im Irak flog, sagt zu ihren Beweggründen für den beruflichen Wechsel: "Im Weltall stört sich keiner an Rasse, Religion oder Nationalität. Wir sind einfach alle Teil im Team Mensch." (mho)

71 Kommentare

Themen:

Anzeige
  1. SpaceX und Boeing: Erste bemannte Raumflüge auf 2018 verschoben

    SpaceX und Boeing: Erste bemannte Raumflüge nun erst 2018

    Sowohl bei SpaceX als auch bei Boeing verzögern sich die Vorbereitungen für den bemannten Raumflüge weiter. Nun sollen die Kapseln mit Menschen an Bord erst im Jahr 2018 zu Testflügen starten, nachdem sie eigentlich schon 2017 einsatzbereit sein sollten.

  2. Obama: NASA soll gemeinsam mit Konzernen Menschen zum Mars schicken

    Barack Obama

    Die USA nehmen den Mars ins Visier: Wenige Tage nachdem SpaceX-Gründer Elon Musk ambitionierte Pläne für einen Linienverkehr zum Roten Planeten vorgestellt hat, wirbt US-Präsident Obama nun für die NASA-Pläne einer bemannten Marsmission.

  3. Ein Kollege für Alexander Gerst: Neuer deutscher Astronaut vorgestellt

    Ein Kollege für Alexander Gerst: Neuer deutscher Astronaut

    Spätestens seit Alexander Gerst können sich wieder viele Deutsche für den Weltraum begeistern. Nun könnte es bald neue Abenteuer von einem Deutschen im All zu erzählen geben – und er heißt nicht Gerst.

  4. SpaceX will 2018 zwei Weltraumtouristen um den Mond schicken

    SpaceX will 2018 zwei Weltraumtouristen um den Mond schicken

    Schon im kommenden Jahr will SpaceX zwei privat zahlende Astronauten auf einen Flug rund um den Mond schicken. Dort waren Menschen seit mehr als 40 Jahren nicht mehr. Die dafür nötige Rakete und die Kapsel müssen aber noch getestet werden.

  1. Neues Rennen zum Mond

    SpaceX und die NASA planen bemannte Flüge - und Indien will den Erdtrabanten als Emergielieferanten nutzen

  2. Von den Nachwirkungen einer Raumfahrt-Tragödie

    Mit dem Absturz der US-Raumfähre Challenger endete vor 30 Jahren der amerikanische Traum von einer routinemäßigen bemannten Raumfahrt

  3. Musk plant Marsbesiedlung ab 2025

    Der SpaceX-Gründer will die Transportkosten pro Person von aktuell geschätzten zehn Milliarden auf etwa 140.000 Dollar drücken

  1. Google Chrome: Blinkender Cursor verschwendet CPU-Ressourcen

    Google Chrome: Blinkender Cursor verschwendet CPU-Ressourcen

    60 fps: Für Hardcore-Spieler gehts nichts unter dieser Frame-Wiederholungsrate. Wenn jedoch ein blinkender Cursor so häufig gerendert wird, dann bringt er nur die CPU unnötig ins Schwitzen.

  2. Geheimakte BND & NSA: Bad Aibling und die "Weltraumtheorie"

    Geheimakte BND & NSA: Bad Aibling und die "Weltraumtheorie"

    Der BND fängt über seine Außenstelle in Bad Aibling Kommunikation ab, die über Satelliten geleitet wird. Damit er die möglichst frei durchsuchen und weitergegeben werden darf, haben sich die Verantwortlichen eine Theorie zurechtgelegt – trotz Protestchen.

  3. Microsoft: Windows-10-Spezialversion für China ist einsatzbereit

    Windows 10

    Der China-Chef von Microsoft, Alain Crozier, hat die seit einem guten Jahr entwickelte Sonderausgabe von Windows 10 für die chinesische Regierung als marktreif bezeichnet. Der Fokus liegt auf Sicherheits- und Kontrollfunktionen.

  4. Datenschutzverstoß: 15.000 Euro Bußgeld wegen Geoscoring

    "Köln an der Ruhr"

    Das Amtsgericht Hamburg hat einen Erlass des Datenschutzbeauftragten Johannes Caspar bestätigt, wonach der Schufa-Konkurrent Bürgel eine Strafe wegen Geoscoring zahlen soll. Die Firma will das Urteil nicht akzeptieren.

Anzeige