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Andrijan Möcker 271

Falsche Frequenz: Rauchmelder wecken Kinder nicht

Dundee University: Rauchmelder wecken Kinder nicht

27 von 34 Kindern sind in einem Test der Dundee University nicht aufgewacht, als der Rauchmelder vor einem Brand warnte. Jetzt möchte die Universität eine neue Entwicklung testen.

In einem Test zusammen mit einem Feuerwehr- und Rettungsdienst haben Wissenschaftler der schottischen Universität Dundee herausgefunden, dass schlafende Kinder Rauchmelder oft überhören. Von 34 Kindern im Alter von 2 bis 13 Jahren, wachten 27 wiederholt nicht auf, wenn der Alarm losging. Insbesondere Jungen hätten nicht reagiert, sobald der Alarmton ausgelöst wurde.

Alarmfrequenz entscheidend

Handelsübliche Rauchmelder signalisieren durch Pieptöne bei 3 bis 4 kHz und müssen nach Norm bei drei Metern Abstand noch einen Schalldruck von 85 dB aufweisen. Genau diese Rauchmelder haben bei den Kindern jedoch keine Wirkung gezeigt. Der Rauchmelderhersteller Ei Electronics, der die Studie unterstützt, hat deswegen zusammen mit der Universität einen neuen Rauchmelder entwickelt, der bei 520 Hz signalisiert und zusätzlich eine Sprachansage abspielt.

Der erste Teil der Studie begann bereits 2013. Jetzt soll die neue Entwicklung in einer größeren Studie mit 500 Familien mit Kindern zwischen 2 und 16 Jahren getestet werden. Durchgeführt werden die Tests durch den Derbyshire Feuerwehr- und Rettungsdienst. Dessen Wachabteilungsführer war in die Forschungen eingestiegen, nachdem im Jahr 2012 bei einem Feuer sechs Kinder ums Leben kamen, obwohl im Haus Rauchmelder installiert waren. Die Kinder hatten trotz des Alarms weiter geschlafen.

Grund in der menschlichen Entwicklung

Bei der Universität Dundee vermutet man, dass der Grund für das Ignorieren der Alarme in der menschlichen Evolution liegt. Das Gehirn lernt erst mit der Zeit, künstliche Alarmsignale wie das Piepen eines Rauchmelders oder das Heulen einer Sirene als Warnung vor Gefahr zu interpretieren. Je nach Alter und Entwicklung, reagieren Kinder im Schlaf zunächst nur auf natürliche Geräusche oder menschliche Stimmen. Ob sich die neuen Rauchmelder diesen Umstand wirklich zunutze machen können, bleibt abzuwarten. Bei ersten Tests mit Niederfrequenz-Signalisierung und anschließender Sprachansage konnte die Universität sowohl bei Mädchen als auch bei Jungen eine 90 prozentige Erfolgsrate feststellen.

Professor Niamh NicDaeid erklärt das Problem, das bei handelsüblichen Rauchmeldern besteht und wie man dies lösen kann.

(amo)

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