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Facebooks Änderungspläne stoßen auf Kritik

Facebook

Bild: dpa, Franz-Peter Tschauner

Facebook will wieder persönlicher werden. Deshalb sollen Nutzer künftig mehr Beträge von Freunden sehen und weniger von Unternehmen Medien oder politischen Gruppen. Bei Journalisten sorgt die Neuausrichtung für Kritik.

Facebooks Pläne zur Neugewichtung der Inhalte im Newsfeed sind bei Journalisten auf Kritik gestoßen. "Ich halte die Facebook-Maßnahme für problematisch", sagte der Sprecher des Deutsche Journalisten-Verbands (DJV) Hendrik Zörner der Deutschen Presse-Agentur. "Facebook ist als Kommunikationsmedium von hohem Stellenwert und hoher Bedeutung. Aber das eigene Kommunikationsspektrum auf den Gute-Laune-Bär zu reduzieren, geht an der Bedeutung von Facebook und der Kommunikation von Menschen schlechthin vorbei."

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Facebook-Gründer Mark Zuckerberg hatte in der Nacht zu Freitag angekündigt, dass die Nutzer künftig mehr Beiträge von Freunden und der Familie statt von Unternehmen, Medien und politischen Gruppen zu sehen bekommen sollen. "Facebook ist kein journalistisches Medium", sagte Zörner weiter. "Spätestens jetzt wird deutlich: Verlässliche Informationen kommen nur von Medien. Das ist der Nebeneffekt dieser neuen Veränderung."

Matthias Mehner, Medien-Experte und Chef-Stratege des Messenger-Dienstleisters WhatsBroadcast – den auch heise online nutzt –, sieht dagegen keinen Grund zur Sorge. "Die Auswirkungen in der Praxis werden eher gering sein", schätzt Mehner. "Mark Zuckerberg selbst sagt: Sie gehen gegen Null." Mit den Änderungen würden aber Messenger-Dienste gestärkt, die ohne Algorithmus auskommen und hohe Reichweiten hätten.

Sorgen macht sich dagegen auch der US-Journalistik-Professor Jeff Jarvis. Die Plattform habe sich zu einem wichtigen Lieferanten von Nachrichten und Informationen für die Nutzer entwickelt, schrieb Jarvis in einem Blog-Beitrag. Facebook könne seine Verantwortung angesichts der Bedeutung nicht einfach aufkündigen, die die Plattform in der Gesellschaft inzwischen eingenommen habe. Es sei zu befürchten, dass die ursprünglichen Sorgen von Medien-Unternehmen wahr würden, dass ihnen der Teppich unter den Füßen weggezogen werde.

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(dpa) / (mho)

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