Logo von heise online

Suche
Abonnieren

Tägliche Top-News bei WhatsApp, Facebook Messenger, Telegram & Insta

preisvergleich_weiss

Recherche in 1.508.171 Produkten

Daniel Berger 153

Facebook vergrößert sein Löschteam in Deutschland

Facebook-Löschzentrum

Bild: dpa, Soeren Stache

An einem neuen Standort in Essen soll ein Team von 500 Mitarbeitern illegale Inhalte auf Facebook entfernen. Bundesjustizminister Heiko Maas hält diesen Ausbau für "überfällig".

In Essen sollen ab Herbst 500 neue Mitarbeiter strafbare und beleidigende Inhalte auf Facebook beurteilen und entfernen. Das Team soll sicherstellen, dass die "Gemeinschaftsstandards in konsequenter und effektiver Weise angewandt werden". Man wolle das Vorgehen gegen illegale Inhalte "weiter intensivieren", erklärte Martin Ott, Managing Director Central Europe bei Facebook.

Das Löschzentrum in Essen soll der europäische Anbieter Competence Call Center (CCC) betreiben. Das neu gegründete Team soll die gleichen Tätigkeiten wie die Mitarbeiter der Bertelsmann-Dienstleistungsfirma Arvato in Berlin ausüben. Dort arbeiten bald mehr als 700 Mitarbeiter, für die brutale Bilder zum Alltag gehören. Weltweit sind 4500 Kontrolleure für Facebook tätig. Im Laufe des Jahres will Facebook weitere 3000 Mitarbeiter einstellen, kündigte Facebook-Chef Mark Zuckerberg an.

Mit dem Ausbau der Prüfteams reagiert Facebook auch auf das Netzwerkdurchsetzungsgesetz (NetzDG). Es verpflichtet Internet-Plattformen, strafbare Hassrede schneller zu löschen. In klaren Fällen sollen die Löschaktionen binnen 24 Stunden passieren, bei weniger eindeutigen Sachverhalten innerhalb einer Woche. Das Gesetz tritt zum 1. Oktober in Kraft, nach einer Übergangsfrist drohen bei Verstößen hohe Bußgelder. Kritiker bemängeln an dem Gesetz, dass Unternehmen wie Facebook, Google oder Twitter eine Deutungshoheit bekämen. Zudem bestehe die Gefahr, dass auch legale Inhalte gelöscht werden. Die drohenden Geldstrafen könnten Plattformen dazu bringen, mehr zu löschen als sie müssten.

Wesentlicher Beitrag zur Netzsicherheit

In einem Interview mit dem Spiegel bezeichnete Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) die Einrichtung des zweiten Löschzentrums als "überfällig", um das Beschwerdemanagement zu verbessern. "Die Entscheidungen von Facebook müssen einfach transparenter werden", fordert Maas. NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) lobte Facebooks Standortentscheidung: "Nicht nur wie bisher aus Berlin, sondern jetzt auch aus Nordrhein-Westfalen wird künftig ein wesentlicher Beitrag zur Netzsicherheit und zur Kommunikationskultur im Internet geleistet werden." Essen würde eine "zentrale Funktion in der globalen Netzkommunikation" einnehmen. (mit Material der dpa) / (dbe)

153 Kommentare

Themen:

Anzeige
  1. Maas: Interne Löschkriterien bei Facebook "völlig willkürlich"

    Heiko Maas

    Justizminister Heiko Maas findet Facebooks Umgang mit Hassbotschaften widersprüchlich, auch an Twitter lässt er kein gutes Haar. Abhilfe schaffe sein Netzwerkdurchsetzungsgesetz.

  2. Erste Politikerin besucht Löschteam von Facebook

    Initiative für Medienkompetenz

    Als erste deutsche Politikerin durfte die Bundestagsabgeordnete Renate Künast das Löschteam von Facebook besuchen. Zuvor war das soziale Netzwerk wegen seines Umgangs mit Hasskomentaren und strafbaren Inhalten in die Kritik geraten.

  3. Netz-DG: EU-Kommission begrüßt deutsches Vorgehen gegen Hate Speech

    Justizminister Heiko Maas

    Brüssel hat derzeit keine Pläne, das von Justizminister Heiko Maas (SPD) vorgeschlagene Netzwerkdurchsetzungsgesetz zu blockieren. Die Kommission begrüßt das deutsche Vorgehen gegen Hass, auch wenn es heftige Kritik gibt.

  4. Grünes Licht fürs Netzwerkdurchsetzungsgesetz im Bundesrat

    Bundestag

    Die Länderkammer hat die umstrittenen Regeln für den Umgang mit Hassäußerungen und Falschmeldungen auf sozialen Netzwerken befürwortet. Gegner sehen Grundrechte gefährdet.

  1. Facebooks Sündenfall - oder: selbst ein Bein gestellt

    Wie ich lernte, die Fake-News zu lieben, Teil 9

  2. Juristen halten Maas' Gesetz gegen "Fake News und Hate Speech" für verfassungs- und europarechtswidrig

    Grüner Künast geht der Entwurf nicht weit genug

  3. Wissenschaftlicher Dienst: NetzDG auch grundgesetzwidrig

    Widersprüchliche Signale aus der Union

  1. Was erwartet Sie auf dem Caravan Salon 2017

    Wohnwagen

    Zwischen 25. August und 3. September präsentieren auf dem Caravan Salon in Düsseldorf über 130 Caravan- und Reisemobilmarken und mehr als 2100 Freizeitfahrzeuge. Der Salon ist damit die größte Campingmesse der Welt

  2. Die Welt im Glashaus

    Die Umbrüche im Verhältnis von Mensch, Maschine und Natur spiegeln sich in der Architektur aus Eisen und Glas wider - Teil 1

Anzeige