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Jo Bager 51

Facebook unterwirft sich strengem Datenschutz-Regime

Das soziale Netzwerk Facebook hat in ein Abkommen mit der amerikanischen Wirtschaftsaufsicht Federal Trade Commission (FTC) eingewilligt, das es unter die Datenschutz-Aufsicht der US-Behörde stellt. Die Vereinbarung macht es für Facebook wesentlich schwieriger, mit neuen Funktionen den Datenschutz auszuhöhlen.

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Nach Ansicht der FTC hat Facebook in der Vergangenheit etliche Male Datenschutzversprechen nicht eingehalten. So wurden zum Beispiel im Dezember 2009 etliche Informationen öffentlich gemacht, von denen die Benutzer ausgehen mussten, dass sie privat seien, etwa die Freundeslisten. Auch informierte Facebook die Benutzer falsch darüber, auf welche Daten der Benutzer Apps auf der Facebook-Plattform zugreifen können. Falsch sei auch das Versprechen gewesen, dass Facebook Nutzerdaten nicht an Werbekunden weitergebe. Die Mitteilung der FTC enthält noch eine Reihe weiterer Anschuldigungen.

Das Abkommen mit der FTC untersagt Facebook jetzt weitere "betrügerische Datenschutzbehauptungen". Benutzer müssen sich jetzt explizit einverstanden erklären, bevor irgendeine Neuerung ihre Datenschutzvoreinstellungen verändern kann. 30 Tage, nachdem ein Benutzer seinen Account gelöscht hat, darf jetzt niemand mehr von ihm hochgeladene Inhalte zu Gesicht bekommen.

Darüber hinaus wird Facebook gewissermaßen dazu verdonnert, so etwas wie Datenschutzbewusstsein aufzubauen. Facebook muss ein internes Privacy-Programm auflegen, das insbesondere neue Funktionen nach Datenschutzrisiken abklopfen soll. Dieses Programm soll innerhalb der nächsten 180 Tage und dann alle zwei Jahre für die nächsten 20 Jahre einem externen Audit unterzogen werden. Das Abkommen ist noch nicht endgültig in Kraft, sondern steht noch bis zum 30. Dezember zur öffentlichen Diskussion. Mark Zuckerberg begrüßte das Abkommen in einem Blog-Posting. Er will Facebook zum "Führer bei der Transparenz und der Kontrolle rund um Datenschutz" machen.

Die Vereinbarungen ähneln denen zwischen der FTC und dem Internetdienstleister Google. Nachdem dieser wegen freizügigen Umgangs mit Nutzerdaten bei Buzz, seinem damaligen Versuch eines sozialen Netzes, in das Visier der FTC geraten war, einigten sich die Parteien ebenfalls auf eine über zwanzig Jahre laufende Datenschutzaufsicht. Auch der Mikroblogging-Dienst Twitter hat der FTC besseren Datenschutz versprochen und unterliegt einer zehnjährigen Aufsicht. Die FTC ist auch eine treibende Kraft hinter den Standardisierungsbemühungen zur Web-Browser-Datenschutzfunktion Do Not Track, mit der sich Anwender besser gegen die Nachstellungen der Werbeindustrie schützen können sollen.

Auch bei Facebook scheint sich so langsam herumzusprechen, dass ein wenig Transparenz beim Thema Datenschutz nicht schaden kann. So hat ein Facebook-Techniker Spiegel Online erstmals detailliert erklärt, wofür die Cookies, die Facebook setzt, benutzt werden. (jo)

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