Logo von heise online

Suche
Abonnieren

Tägliche Top-News bei WhatsApp, Facebook Messenger, Telegram & Insta

preisvergleich_weiss

Recherche in 1.508.171 Produkten

47

Facebook: Zuckerberg-Kläger lügt

Im Streit mit einem ehemaligen Holzpellet-Händler, der die Hälfte an Facebook für sich beansprucht, geht das weltgrößte Online-Netzwerk zum Gegenangriff über. Facebook beantragte, dass die Klage des Mannes abgewiesen wird. Gleichzeitig legte das Unternehmen seine bisher ausführlichsten Beweise vor, warum die von Paul Ceglia vorgelegten E-Mails und ein Vertrag Fälschungen seien.

Ceglia hatte Facebook im Jahr 2010 verklagt. Er behauptete, mit Zuckerberg bereits im Jahr 2003 einen Online-Dienst mit dem Namen thefacebook.com oder "Face Book" geplant zu haben. Zuckerberg habe Ceglia jedoch schließlich ausgebootet und Facebook allein auf die Beine gestellt. Allerdings habe der Vertrag Ceglia das Anrecht auf mindestens die Hälfte an dem geplanten Online-Netzwerk gegeben. Zunächst wollte er als Wiedergutmachung für Zuckerbergs angebliche Verzögerungen sogar gut 80 Prozent haben, senkte seine Forderung später aber auf 50 Prozent.

Facebook behauptete hingegen, Ceglia habe Zuckerberg damals als Programmierer für seine geplante Firma StreetFax engagiert. StreetFax sollte eine Website mit Fotos von Straßenkreuzungen für Versicherungen werden. Laut Facebook sei es nie um etwas anderes gegangen.

Facebook glaubt jetzt, Ceglia eindeutig als Lügner überführen zu können. Schon vorher war auf seinem Computer ein Vertrag für die StreetFax-Arbeiten gefunden worden. Facebook zufolge ist es das Original, auf dessen Grundlage Ceglia den gefälschten Vertrag fabriziert habe. Der Kläger hingegen behauptete, die Datei sei auf seinen Rechner im Auftrag von Facebook nachträglich eingeschleust worden. Facebook glaubt jetzt jedoch, den "rauchenden Colt" präsentieren zu können: Der StreetFax-Vertrag war bereits seit 2004 auf den Computern von Ceglias damaligem Rechtsberater gespeichert. Zudem zeige eine Analyse des Sicherheitsunternehmens Stroz Friedberg, dass die Dateien auch damals auf Ceglias PC eingescannt worden waren.

Stroz Friedberg kam auch zu dem Schluss, dass Ceglia die Uhr seines Computers zurückgesetzt habe, um E-Mails aus den Jahren 2003 und 2004 zu fälschen. Dabei habe er jedoch zum Teil den Übergang von Sommer- und Winterzeit vergessen und Zuckerberg auch zu früh zum Start von Facebook gratuliert: Die allererste Version der Website sei erst am Nachmittag des 4. Februar 2004 online gegangen, Ceglias Mail sei bereits auf den Vormittag datiert.

Außerdem konnte Facebook E-Mails auf den Servern von Zuckerbergs Uni Harvard finden, die ein ganz anderes Bild der Zusammenarbeit zeichnen. Demnach soll Zuckerberg von Ceglia nur die Hälfte der vereinbarten 18.000 Dollar für die Arbeit an StreetFax bekommen haben. Ein weiterer von Facebook herangezogener Experte erklärte, die Tinte von der angeblichen Zuckerberg-Unterschrift auf dem von Ceglia präsentierten Vertrag sei höchstens zwei Jahre alt.

Facebook setzt alles daran, die Klage vor dem für Frühsommer erwarteten Mega-Börsengang aus der Welt zu schaffen. Wenn Ceglia mit seinen Behauptungen durchgekommen wäre, hätte er mit einem Einsatz von wenigen tausend Dollar zum Multimilliardär werden können: Der Marktwert von Facebook wird auf bis zu 100 Milliarden Dollar geschätzt. (dpa) / (jk)

47 Kommentare

Themen:

Anzeige
  1. Facebook wächst schnell – Oculus-Streit kostet 500 Millionen US-Dollar

    VR-Brille

    Facebook kann seine gewaltige Reichweite immer besser in Werbedollar ummünzen – Umsatz und Gewinn gingen im vergangenen Quartal steil nach oben. Damit könnte der Konzern auch ohne große Probleme das teure Urteil im Prozess um die Oculus Rift verkraften.

  2. Zenimax vs. Oculus vor Gericht: Zuckerberg verteidigt Macher von VR-Brille Oculus Rift

    Mark Zuckerberg

    In der Auseinandersetzung um angeblichen Technologieklau durch John Carmack beim Wechsel zu Oculus betonte Facebook-Chef Mark Zuckerberg vor Gericht, für die Massentauglichkeit von VR seien noch Milliarden-Investitionen nötig.

  3. Ex-Google-Manager Barra wird Oculus-Chef bei Facebook

    Hugo Barra

    Anfang der Woche gab Hugo Barra seinen Abschied bei Xiaomi bekannt. Nun ist sein neuer Arbeitgeber bekannt: Er soll Facebooks VR-Tochter Oculus leiten.

  4. Zuckerberg will Facebook zur Plattform für sozialen Wandel machen

    Zuckerberg will Facebook zur Plattform für sozialen Wandel machen

    Mit fast 1,9 Milliarden Nutzern hat Facebook Menschen aus aller Welt versammelt. Gründer und Chef Mark Zuckerberg macht sich nun Gedanken darüber, wie Facebook mehr soziale Bedeutung bekommen kann.

  1. "Sie kannten keine Scham und keine Grenze"

    Facebook-Eklat: Eltern, die "peinliche Fotos" ihres Kindes veröffentlichten, müssen sich vor Gericht verantworten

  2. Der Hype um die Chatbots

    Der Hype um die Chatbots

    Facebook, Google und zahlreiche Start-ups drücken die Textroboter mit Macht in den Markt. Doch sind sie wirklich sinnvoll nutzbar?

  3. Facebook, "Fake News" und die Privatisierung der Zensur

    Auf Druck der Politik will Facebook zukünftig Nachrichten auf ihren Wahrheitsgehalt prüfen lassen und gegebenenfalls deren "Sichtbarkeit reduzieren". Entsteht nun ein privates Wahrheitsministerium?

  1. Divinity: Original Sin 2 kommt am 14. September

    Divinity: Original Sin 2 kommt am 14. September

    Das Rollenspiel Divinity: Original Sin 2 kommt am 14. September auf den Markt. Die schon veröffentlichte Early-Access-Version wurde derweil um eine Tutorial-Region erweitert.

  2. Debian ohne systemd: Devuan Jessie 1.0.0 Stable erschienen

    Debian ohne systemd: Devuan Jessie 1.0.0 Stable erschienen

    Mit Devuan Jessie 1.0.0 Stable ist die erste LTS-Ausgabe des Debian-Forks ohne systemd erschienen. Sie richtet sich auch an Unternehmen, die direkt von Debian 7 oder 8 umsteigen können.

  3. Devuan: Jetzt solls los gehen

    Devuan: Jetzt solls los gehen

    Die Debian-Forker der "Veteran Unix Admin" wollen jetzt mit der Arbeit an ihrer Debian-Variante ohne Systemd richtig loslegen. Die erste installierbare Version soll Ende Januar fertig sein.

  4. Auch General Motors wegen Abgasbetrugs verklagt

    Auch General Motors wegen Abgasbetrugs verklagt

    Nur wenige Tage nach Razzien bei Daimler und einer Klage der US-Regierung gegen Fiat Chrysler eröffnen US-Dieselkunden ein Verfahren gegen General Motors. Der Hersteller weist die Vorwürfe entschieden zurück

Anzeige