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ExoMars vor der Landung: Alle Antennen Richtung Mars

ExoMars vor der Ankunft: Alle Antennen Richtung Mars

ExoMars: Der TGO und Schiaparelli rasen derzeit getrennt auf den Mars zu

Bild: ESA/ATG medialab

Am Mittwochnachmittag wollen die ESA und Roskosmos nicht nur einen neuen Orbiter in die Marsumlaufbahn einschwenken lassen, sondern auch noch eine Sonde auf dem Roten Planeten landen. Vor allem die Landung soll genau beobachtet werden.

Wenige Stunden bevor er in einen Orbit um den Mars einschwenken soll, ist der europäisch-russische Trace Gas Orbiter (TGO) in großartigem Zustand und bereit für das nötige Manöver. Gleichzeitig rast der auf der Mission mitgeführte Lander Schiaparelli weitgehend inaktiv auf den Mars zu und soll erst 75 Minuten vor dem Eintritt in die Atmosphäre aus dem Ruhezustand aufwachen. Das teilte die europäische Weltraumagentur ESA mit und führte gleichzeitig noch einmal den geplanten Ablauf aus. Spannend wird es demnach ab 15 Uhr MESZ, wenn der TGO zuerst mit einem mehr als zweistündigen Feuern des Triebwerks beginnt, bevor dann auch Schiaparelli aufwacht.

Kein Fehler erlaubt

Nachdem die beiden Sonden sich am Sonntag getrennt hatten, startete der Orbiter bereits für weniger als zwei Minuten sein Triebwerk, um aus dem Kollisionskurs mit dem Mars zu entkommen, auf dem er Schiaparelli ausgesetzt hatte. Danach luden die Verantwortlichen im ESA-Kontrollzentrum in Darmstadt jene Manöverdaten auf den Orbiter, deren Ausführung am heutigen Mittwoch unbedingt klappen muss. Sie werden deshalb auch ausgeführt, falls der Orbiter sich aus irgendeinem Grund in den Sicherheitszustand herunterfahren sollte. Ansonsten bestünde die Gefahr, dass der TGO seine einzige Chance verpasst, in eine Umlaufbahn einzuschwenken. Schiaparelli hatte bereits seine Daten erhalten und war planmäßig in einen Ruhezustand versetzt worden.

Der letzte Tage vor den beiden großen Manövern war dann ruhig, erläutern die ESA-Verantwortlichen. Nun heißt es warten und beobachten, denn aufgrund der großen Entfernung zum Mars brauchen alle Signale für den Weg zwischen Sonde und Erde fast 10 Minuten. Eingreifen können die Verantwortlichen von ESA und Roskosmos während der Manöver also nicht. Um 15.04 Uhr MESZ soll TGO sein Triebwerk aktivieren, um am Mars abzubremsen. Insgesamt soll das 134 Minuten dauern, in denen die Sonde zwar vor allem mit sich selbst beschäftigt sein wird, aber auch auf Signale von Schiaparelli lauschen soll. Der soll um 15.27 Uhr aufwachen, 75 Minuten bevor er in die Atmosphäre des Roten Planeten eintreten wird.

Vor allem auf diese Landung sind die Ingenieure gespannt, soll sie doch als Testlauf dienen für die Landung des Rovers, der im zweiten Teil der Mission 2020 zum Mars geschickt werden soll. Deshalb sollen auch so viele Instrumente wie möglich lauschen und genau beobachten, was mit Schiaparelli geschieht, während er auf die Oberfläche stürzt. Dazu soll der Lander währenddessen ständig mittels einer UHF-Antenne senden, vor allem für die Satelliten im Orbit, aber durchaus auch für Zuhörer auf der Erde, wie die ESA erläutert. Nach der Landung soll er sich erst einmal deaktivieren und auf Satelliten warten, die als Relais zur Erde dienen.

Viele Beobachter

Die ersten Signale könnten demnach am Giant Metrewave Radio Telescope (GMRT) im indischen Pune aufgezeichnet werden. Dank dort installierter Technik des Jet Propulsion Laboratory der NASA lauschen insgesamt 28 Radioantennen mit einem Durchmesser von jeweils 45 Metern direkt auf die Signale von Schiaparelli. Selbst wenn das klappt, wären die aber nur sehr schwach, das Vorhaben wird von der ESA lediglich als Bonus bezeichnet. Das GMRT würde immerhin quasi in Echtzeit lauschen, aufgehalten nur durch die zehn Minuten Signallaufzeit. Schiaparelli soll um 16.42 Uhr MESZ in die Marsatmosphäre eintreten und 16.48 Uhr auf dem Mars landen.

Viel wichtiger als das GRMT sei aber die ESA-Sonde Mars Express, die aus dem Orbit Schiaparellis Signale aufzeichnen soll. Sobald der Lander die Oberfläche erreicht hat, soll sich Mars Express drehen und die Aufzeichnung mit seinen deutlich stärkeren Sendern auf den Weg zur Erde schicken. Der Lander selbst wird sich dann erst einmal ausschalten und auf einen weiteren Helfer im Orbit warten. Zwei Stunden nach der Landung überfliegt die NASA-Sonde MRO den Landeort und der dafür wieder erwachte Schiaparelli soll ihr alle Daten zuschicken, damit sie von dort anderthalb Stunden später zur Erde gesendet werden können. Erst danach wird dann schließlich auch TGO jene Daten zur Erde schicken, die während des komplexen eigenen Manövers von Schiaparelli gesammelt wurden.

Die ESA will all das mit einem Livestream begeleiten und heise online wird live von TGOs Eintreten in eine Umlaufbahn und Schiaparellis Landung auf dem Mars berichten.

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(mho)

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