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Torsten Kleinz 29

Erst nützliches Plugin, dann Adware: Erweiterungen aus Chrome verbannt

Particle, Typewriter Sounds und Twitch Mini Player: Adware aus Chrome-Webstore entfernt

Bild: bleepingcomputer.com

Vormals nützliche Browser-Erweiterungen verwandelten sich in Werbeschleudern. Nun wurden sie deswegen aus dem Chrome-Webstore entfernt.

Nach der Übernahme durch einen unbekannten Entwickler verwandelten sich vormals nützliche Browser-Erweiterungen in Werbeschleudern. Betroffen sind "Particle", "Typewriter Sounds" und "Twitch Mini Player". Wie das Portal Bleeping Computer berichtet, fiel der Wechsel zuerst bei der Chrome- Erweiterung "Particle" auf, die unter dem Namen "YouTube+" bekannt geworden war. Inzwischen ist die Erweiterung aus dem Chrome Webstore entfernt worden.

Update verlangt neue Zugriffsrechte

Nach einem Update in der vergangenen Woche verlangte die Erweiterung, die eigentlich nur die Benutzeroberfläche von Youtube verbessern sollte, zwei zusätzliche Berechtigungen. Die Nutzer sollten dem Programm die Möglichkeit geben, Inhalte auf allen Websites lesen und verändern zu können und gleichzeitig die in Chrome installierten Erweiterungen zu kontrollieren. Eine Analyse des Quellcodes zeigte: Das Update verwandelte die Erweiterung in eine Werbeschleuder. Auf mehreren Portalen wie Google, Bing und Booking.com wurden permanent Werbebanner eingespielt. Nutzer beschwerten sich zudem über penetrante Pop-Up-Werbung und neu installierte Toolbars, die sich auf Amazon und Ebay einklinkten.

Auf die Änderungen angesprochen veröffentlichte der urspüngliche Entwickler eine Stellungnahme auf Github: Demnach habe er die Entwicklung von Particle bereits vor Monaten eingestellt, da er an einer Nachfolgeversion arbeite, die wegen Layout-Änderungen auf YouTube nötig geworden sei. Als er das Angebot zur Übernahme erhalten habe, habe er einen so hohen Preis verlangt, dass er mit einer sofortigen Ablehnung gerechnet habe.

Ein großzügiges Angebot?

Wider Erwarten habe der Käufer das Angebot angenommen und zugleich auch zugesichert, dass sich das Programm weiterhin an die Google-Vorgaben halte. Der Entwickler gibt an, auf das Einkommen angewiesen zu sein – die bisherigen Spenden von acht Dollar pro Monat hätten nicht einmal das Hosting finanzieren können. In dem Kaufvertrag sei eine Schweigeklausel enthalten, die ihn daran hindere, den Käufer zu nennen.

Dieser hatte vorher seinen Werbe-Code offenbar schon in zwei andere bestehende Chrome-Extensions anderer Entwickler eingefügt. Sowohl "Typewriter Sounds" als auch "Twitch Mini Player" blendeten nach der Übernahme und einem Update ebenfalls Werbung bei ihren Nutzern ein. Zusammen hatten die Programme zuletzt über 90.000 Nutzer. Inzwischen sind alle drei sind offline. Möglicherweise sind aber auch weitere Erweiterungen betroffen.

Bekannte Masche

Die Masche ist nicht neu. So berichten Extension-Entwickler immer wieder von ähnlichen Übernahmeversuchen. Google muss schon öfters solche Erweiterungen entfernen. Inzwischen bietet der Browser-Hersteller sogar eine eigene Windows-Software an, die schädliche Erweiterungen aus Chrome entfernen soll. (anw)

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