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Andreas Wilkens 403

Elektroflugzeug: Senkrechtstarter Lilium Jet absolviert erfolgreich ersten Testflug über Bayern

Elektroflugzeug: Lilium Jet absolviert erfolgreich Testflüge über Bayern

Bild: lilium.com

Der Lilium Jet, der dank schwenkbarer Propeller senkrecht starten und landen kann, hat nahe München seinen Jungernflug erfolgreich abgeschlossen.

Der Prototyp des Elektroflugzeugs Lilium Jet hat seinen Jungfernflug erfolgreich abgeschlossen. Das gleichnamige Münchner Startup bezeichnet es als das erste ausschließlich elektrisch angetriebene Flugzeug mit Vertical Take-Off and Landing (VTOL), es kann also senkrecht starten und landen. Nachdem sich der zweisitzige Prototyp in komplexen Manövern auf einem Flugfeld nahe München bewährt habe – einschließlich des Übergangs vom Schwebeflug zum Flügelauftrieb –, plant das Unternehmen nach eigenen Angaben nun eine Version mit Platz für fünf Insassen.

Der Lilium Jet, an dem rund 40 Ingenieure arbeiten, soll eine Reichweite von 300 km mit einer Höchstgeschwindigkeit von 300 km/h haben. Er benötige wegen des VTOL-Prinzips wenig Platz zum Starten und Landen und könne daher auch innerhalb von Städten eingesetzt werden.

Lufttaxi und Pendler-Shuttle

Das 2015 gegründete Unternehmen rechnet vor, dass ein Lilium Jet für die Strecke vom New Yorker Stadtbezirk Manhattan zum dortigen Flughafen JFK 5 Minuten benötigen würde, während ein herkömmliches Auto 55 Minuten unterwegs sei. Zudem koste eine Taxifahrt auf dieser Strecke etwa 56 bis 73 US-Dollar, während ein Jetflug 36 US-Dollar kosten würde, langfristig 6 US-Dollar. Der Stromverbrauch soll dabei ähnlich hoch wie der eines Elektroautos sein.

Auch könne der Lillium Jet auf längeren Strecken wie zum Beispiel zwischen London und Paris eingesetzt werden. Der herkömmliche Radius von Pendlern zwischen Arbeitsplatz und Wohnort lasse sich so um das Fünffache erweitern.

Redundante Systeme

Das E-Flugzeug, das zu großen Teilen aus Kohlefasern besteht, wird von 36 Propellern angetrieben, von denen jeweils 12 bewegliche an den Tragflächen am Heck und sechs jeweils an den beiden vorderen Tragflächen angebracht sind. Zum Start sind die Propeller nach unten gerichtet und werden schrittweise in die Horizontale gebracht, wenn der Jet in der Luft ist.

Dabei haben die Ingenieure das System redundant ausgelegt, damit sich der Ausfall eines Propellers oder sogar mehrerer Propeller nicht gravierend auswirkt. Ebenso verhalte es sich mit den Akkuzellen. Die Technik des Lilium Jets lasse es auch nicht zu, dass ein Pilot gefährliche Flugmanöver unternimmt, erklärt das Unternehmen.

Der Lilium Jet ist nicht das erste Flugzeug mit Kipprotoren, das Prinzip ist seit über einhundert Jahren bekannt. Der Strom bisheriger Prototypen mit Elektromotoren wurde allerdings mit fossilen Brennstoffen generiert, während im Lilium Jet Akkus den Strom liefern. (anw)

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