Logo von heise online

Suche
Abonnieren

Tägliche Top-News bei WhatsApp, Facebook Messenger, Telegram & Insta

preisvergleich_weiss

Recherche in 1.681.728 Produkten

Martin Holland 110

Ein GPS für Satelliten: NASA testet erfolgreich Navigation anhand von Pulsaren

Ein GPS für Satelliten: NASA testet erfolgreich Navigation anhand von Pulsaren

Künstlerische Darstellung eines Pulsars

Bild: NASA

Forscher haben eine Technik getestet, mit der sich Weltraumsonden autonom orientieren und von der Erde unabhängiger machen könnten. Dazu griffen sie auf Pulsare als kosmische Leuchttürme zurück. Die Genauigkeit war deutlich besser als erwartet.

Forscher der NASA haben erfolgreich ein System getestet, mit dem Satelliten anhand von Pulsaren autonom ihre Position bestimmen könnten. Auch wenn es noch Jahre dauern könnte, bis das System einsatzbereit wäre, so sei die Demonstration doch ein "Durchbruch für die Erkundung des interplanetaren Raums", erklärt der Forschungsleiter Jason Mitchell. Er ist für das Projekt SEXTANT (Station Explorer for X-ray Timing and Navigation Technology) zuständig, das auf das Experiment NICER (Neutron-star Interior Composition Explorer) an Bord der ISS zurückgegriffen hat. Das konnte seine Position acht Stunden lang meist auf 3 Meilen (knapp 5 Kilometer) genau bestimmen – angepeilt war eine Genauigkeit auf 10 Meilen.

Anzeige

Pulsare sind äußerst schnell rotierende Neutronensterne, die regelmäßig wiederkehrende Signale aussenden. Für ihr Experiment hatten die Forscher vier solcher Pulsare ausgewählt, die mit einer Millsekunden-Frequenz Röntenstrahlen in unsere Richtung aussenden. Nicer hat ihren Stand am Firmament vermessen und daraus die eigene Position errechnet, während es an Bord der ISS um die Erde raste. Nach dem gleichen Prinzip wie das globale GPS mit seinen Satelliten dienten diese Himmelskörper also als kosmische Leuchttürme, anhand derer sich künftig Sonden orientieren könnten. Die Pulsare sind außerdem so stabil, dass ihre Frequenz auf Jahre hinaus vorhergesagt werden kann.

Während GPS und ähnliche Systeme wie das europäische Galileo auf der Erde eine Positionierung auf den Meter genau ermöglichen, erwarten die Forscher von der Pulsar-Navigation eine Genauigkeit auf einige Dutzend oder wenige Hundert Meter genau. Das sei angesichts der immensen Entfernungen im All völlig ausreichend und würde es Sonden ermöglichen, unabhängig von der Erde zu navigieren. Die Technik stünde dann auch nicht nur im Sonnensystem, sondern auch darüber hinaus zur Verfügung. Dazu müssten die nötigen Sensoren nun aber verkleinert, energiesparender und sensibler gemacht werden, denn Nicer etwa sei so groß wie ein Kühlschrank und damit viel zu groß für eine Forschungssonde. (mho)

110 Kommentare

Themen:

Anzeige
  1. SpaceX: Raumfrachter Dragon zur ISS gestartet

    SpaceX: Raumfrachter Dragon zur ISS gestartet

    Das private Raumfahrtunternehmen SpaceX hat erneut einen Versorgungsfrachter zur Internationalen Raumstation ISS geschickt. Eigentlich ist das bereits Routine, aber nach einer Explosion werden die Starts genauer beobachtet.

  2. Zahlen, bitte! Mit der 1575 durch die Jahrhunderte navigieren

    Zahlen, bitte! Mit der 1575 durch die Jahrhunderte navigieren

    Die Zahl 1575 spannt einen weiten Bogen vom heutigen Jahrestag der Landung von Christoph Kolumbus 1493 auf Santa Cruz über den Universalgelehrten Galileo bis zur heutigen gleichnamigen Satellitennavigation.

  3. 15 Jahre Daten über die Erde – das Ende der GRACE-Satelliten naht

    15 Jahre Daten über die Erde – das Ende der GRACE-Satelliten naht

    Der Treibstoff der beiden GRACE-Satelliten zur Erkundung des Schwerefeldes der Erde geht langsam zur Neige. Eigentlich sollte bereits Ende Juni Schluss sein. Doch noch halten sie durch. Potsdamer Wissenschaftler haben für die Zeit danach schon vorgesorgt.

  4. Stern kreist in Rekordnähe um Schwarzes Loch

    Kosmisches Gemälde

    Astronomen haben ein Binär-System aus einem Schwarzen Loch und einem Weißen Zwerg entdeckt. Der Stern kreist so nahe um sein Schwarzes Loch wie noch kein anderer bislang bekannter Stern.

  1. Per Funk auf dem Mars navigieren

    Per Funk auf dem Mars navigieren

    Systeme wie GPS versorgen Navigationsgeräte auf der Erde mit Positionsdaten. Auf dem Mars fehlt dieses dichte Netz an Satelliten, doch Roboter sollen sich dort trotzdem orientieren. Eine Forschergruppe arbeitet deshalb an einem alternativen System.

  2. Raumfahrt: In der Schwebe

    Raumfahrt: In der Schwebe

    Im Jahr 2024 endet die Finanzierung der Raumstation ISS. Für ein Nachfolgeprojekt gibt es viele Ideen – aber nur China handelt.

  3. Neuer alter Top-Kandidat für außerirdisches Leben

    NASA-Astronomen bestätigen mit Hubble-Teleskop Wasserdampf-Fontänen auf Jupitermond Europa. Kein Hinweis auf Leben, aber die große Chance, solches mit einer Orbiter-Mission zu detektieren

  1. Nun auch in Deutschland: Microsoft Classic IntelliMouse für 40 Euro bestellbar

    Nun auch in Deutschland: Microsoft Classic IntelliMouse für 40 Euro erhältlich

    Microsoft bringt seine Microsoft Classic Intellimouse nun auch in Deutschland auf den Markt.

  2. Honda CB 1000 R

    CB 1000 R

    Honda hatte ein Jahr lang das Naked Bike CB 1000 R aus dem Programm genommen, was bei den Fans für Unruhe sorgte. Die Nachfolgerin versöhnt beim ersten Anblick, das Design ist eine interessante Mischung aus modernen Formen und klassischen Elementen. Dazu bekam der Vierzylinder 20 PS mehr

  3. Selbstleuchtendes OLED-Garn

    Selbstleuchtendes OLED-Garn

    Bislang bestand selbstleuchtende Kleidung aus Stoff, auf dem kleine Dioden oder Leuchtplatten befestigt wurden. Am koreanischen Forschungsinstitut KAIST haben Forscher nun ein OLED-Garn entwickelt, das sich direkt einweben lässt.

  4. Amazon Echo Spot kommt diesen Monat nach Deutschland

    Amazon Echo Spot in Schwarz und Weiß

    Amazon bringt den Echo Spot mit kreisrundem Farb-Display in diesem Monat in Deutschland auf den Markt. Der smarte Lautsprecher ist ab sofort für 130 Euro vorbestellbar.

Anzeige