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Andreas Landwehr, dpa 28

Ehrgeizige Pläne: China will 2018 mit Bau seiner Raumstation beginnen

Ehrgeizige Pläne: China beginnt 2018 mit Bau seiner Raumstation

Ein Modell von "Tiangong-2"

Bild: טל ענבר

China will im Weltraum hoch hinaus. In zwei Jahren soll mit dem Bau einer eigenen Raumstation begonnen werden. Es wäre nach dem Ende der Internationalen Raumstation ISS der einzige Außenposten im All.

Nach Verzögerungen in der Raketenentwicklung will China in zwei Jahren mit dem Aufbau seiner ersten Raumstation beginnen. Das Kernmodul "Tianhe-1" ("Himmlische Harmonie") soll 2018 mit einer neuen, leistungsstärkeren Trägerrakete vom Typ "Langer Marsch 5" ins All geschossen werden. Wie ein Sprecher des Raumfahrtprogramms am Donnerstag der Nachrichtenagentur Xinhua berichtete, sollen zwei Labormodule folgen. Der Bau der Raumstation soll bis 2022 abgeschlossen sein – zwei Jahre später als ursprünglich geplant.

Einziger Außenposten?

Sollte die Internationale Raumstation ISS wie vorgesehen 2024 ihren Dienst einstellen, wäre China dann die einzige Nation mit einem permanenten Außenposten im All. Die zweitgrößte Wirtschaftsnation der Erde verfolgt ein ehrgeiziges Raumfahrtprogramm, das nicht nur den Aufbau einer ständigen Raumstation und eines Raumteleskops, sondern auch Missionen zum Mond und Mars als Ziele hat.

China plant im dritten Quartal dieses Jahres auch den Start eines neuen, zweiten Raumlabors "Tiangong-2" ("Himmelspalast") und einen weiteren Raumflug mit zwei Taikonauten, die daran andocken sollen. Im kommenden Jahr soll zudem das erste chinesische Frachtschiff "Tianzhou-1" ("Himmelsschiff") an "Tiangong-2" ankoppeln und wichtige Systeme testen, wie Xinhua ergänzte.

Neue Raketen benötigt

Für die jeweils 20 Tonnen schweren, großen Module der Raumstation braucht China tragfähigere Raketen, die von dem dritten Raumfahrtbahnhof des Landes in Wenchang auf der südchinesischen Insel Hainan starten sollen. Die Entwicklung der neuen Raketen hinkte nach Angaben von Experten allerdings seit einiger Zeit hinter dem Plan her. Die neue Raumstation soll laut Experten eine Lebensdauer von zehn Jahren haben. Maximal drei Raumfahrer sollen gleichzeitig darin leben können, sie soll allerdings nicht ständig bemannt sein.

Weitergehende Pläne

Neben der Raumstation soll in der gleichen Umlaufbahn auch etwa um 2022 ein Raumteleskop stationiert werden, das dem "Hubble"-Teleskop der USA von 1990 ähnelt, berichtete der Chefingenieur des bemannten Raumprogramms, Zhou Jianping, Xinhua. Die Linse soll zwei Meter Durchmesser und ein 300 mal größeres Blickfeld als "Hubble" haben. Die Taikonauten sollen das Teleskop bei Problemen von der Raumstation aus warten können.

Nach dem Erfolg mit der Landung einer Falcon-9-Raketenstufe der US-Raumfahrtfirma SpaceX Anfang April berichtete die Staatsagentur Xinhua, dass auch China an wiederverwertbarer Raketentechnik forsche, die aber anders sein könnte. Ernsthafte Ergebnisse seien allerdings erst im Laufe der nächsten fünf Jahre zu erwarten. Es könnte allerdings noch sehr viel länger dauern, bis solche Raketen die heutigen Typen ablösen könnten, hieß es.

Auch China plant nach Angaben eines hohen Raumfahrtfunktionärs, 2021 erstmals mit einer Sonde auf dem Mars zu landen. Der Chefdesigner des Mond- und Marsprogramms, Wu Weiren, sagte dem britischen Rundfunksender BBC, vorher wolle sein Land aber erneut zum Mond fliegen und Proben zur Erde zurückbringen. (mho)

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