Logo von heise online

Suche
Abonnieren

Tägliche Top-News bei WhatsApp, Facebook Messenger, Telegram & Insta

preisvergleich_weiss

Recherche in 1.508.171 Produkten

Andreas Landwehr, dpa 28

Ehrgeizige Pläne: China will 2018 mit Bau seiner Raumstation beginnen

Ehrgeizige Pläne: China beginnt 2018 mit Bau seiner Raumstation

Ein Modell von "Tiangong-2"

Bild: טל ענבר

China will im Weltraum hoch hinaus. In zwei Jahren soll mit dem Bau einer eigenen Raumstation begonnen werden. Es wäre nach dem Ende der Internationalen Raumstation ISS der einzige Außenposten im All.

Nach Verzögerungen in der Raketenentwicklung will China in zwei Jahren mit dem Aufbau seiner ersten Raumstation beginnen. Das Kernmodul "Tianhe-1" ("Himmlische Harmonie") soll 2018 mit einer neuen, leistungsstärkeren Trägerrakete vom Typ "Langer Marsch 5" ins All geschossen werden. Wie ein Sprecher des Raumfahrtprogramms am Donnerstag der Nachrichtenagentur Xinhua berichtete, sollen zwei Labormodule folgen. Der Bau der Raumstation soll bis 2022 abgeschlossen sein – zwei Jahre später als ursprünglich geplant.

Einziger Außenposten?

Sollte die Internationale Raumstation ISS wie vorgesehen 2024 ihren Dienst einstellen, wäre China dann die einzige Nation mit einem permanenten Außenposten im All. Die zweitgrößte Wirtschaftsnation der Erde verfolgt ein ehrgeiziges Raumfahrtprogramm, das nicht nur den Aufbau einer ständigen Raumstation und eines Raumteleskops, sondern auch Missionen zum Mond und Mars als Ziele hat.

China plant im dritten Quartal dieses Jahres auch den Start eines neuen, zweiten Raumlabors "Tiangong-2" ("Himmelspalast") und einen weiteren Raumflug mit zwei Taikonauten, die daran andocken sollen. Im kommenden Jahr soll zudem das erste chinesische Frachtschiff "Tianzhou-1" ("Himmelsschiff") an "Tiangong-2" ankoppeln und wichtige Systeme testen, wie Xinhua ergänzte.

Neue Raketen benötigt

Für die jeweils 20 Tonnen schweren, großen Module der Raumstation braucht China tragfähigere Raketen, die von dem dritten Raumfahrtbahnhof des Landes in Wenchang auf der südchinesischen Insel Hainan starten sollen. Die Entwicklung der neuen Raketen hinkte nach Angaben von Experten allerdings seit einiger Zeit hinter dem Plan her. Die neue Raumstation soll laut Experten eine Lebensdauer von zehn Jahren haben. Maximal drei Raumfahrer sollen gleichzeitig darin leben können, sie soll allerdings nicht ständig bemannt sein.

Weitergehende Pläne

Neben der Raumstation soll in der gleichen Umlaufbahn auch etwa um 2022 ein Raumteleskop stationiert werden, das dem "Hubble"-Teleskop der USA von 1990 ähnelt, berichtete der Chefingenieur des bemannten Raumprogramms, Zhou Jianping, Xinhua. Die Linse soll zwei Meter Durchmesser und ein 300 mal größeres Blickfeld als "Hubble" haben. Die Taikonauten sollen das Teleskop bei Problemen von der Raumstation aus warten können.

Nach dem Erfolg mit der Landung einer Falcon-9-Raketenstufe der US-Raumfahrtfirma SpaceX Anfang April berichtete die Staatsagentur Xinhua, dass auch China an wiederverwertbarer Raketentechnik forsche, die aber anders sein könnte. Ernsthafte Ergebnisse seien allerdings erst im Laufe der nächsten fünf Jahre zu erwarten. Es könnte allerdings noch sehr viel länger dauern, bis solche Raketen die heutigen Typen ablösen könnten, hieß es.

Auch China plant nach Angaben eines hohen Raumfahrtfunktionärs, 2021 erstmals mit einer Sonde auf dem Mars zu landen. Der Chefdesigner des Mond- und Marsprogramms, Wu Weiren, sagte dem britischen Rundfunksender BBC, vorher wolle sein Land aber erneut zum Mond fliegen und Proben zur Erde zurückbringen. (mho)

28 Kommentare

Themen:

Anzeige
  1. China will hoch hinaus: Raumlabor Tiangong 2 erfolgreich gestartet

    China will hoch hinaus: Raumlabor Tiangong 2 erfolgreich gestartet

    China hat hochfliegende Pläne im All. In wenigen Jahren soll mit dem Bau einer Raumstation begonnen werden. Die wäre nach dem Ende der Internationalen Raumstation ISS der einzige Außenposten der Menschheit im All.

  2. China schickt erfolgreich zwei Astronauten ins All

    China schickt erfolgreich zwei Astronauten ins All

    Nach dem Start hat Chinas sechster bemannter Weltraumflug eine wichtige Mission vor sich: Die Raumfahrer sollen an das neue Raumlabor Tiangong 2 andocken. Nach Experimenten dort will die Volksrepublik bald eine Raumstation in die Umlaufbahn schießen.

  3. Schritt zur Raumstation: China startet seine leistungsfähigste Rakete

    Schritt zur Raumstation: China startet seine leistungsfähigste Rakete

    Es ist eine wichtige Voraussetzung für den Bau der chinesischen Raumstation – und für Flüge zum Mond und Mars. Mit dem Start seiner bisher tragfähigsten Rakete greift China nach den Sternen.

  4. China startet ersten Raumfrachter ins All

    China startet ersten Raumfrachter ins All

    China greift nach den Sternen, während die USA und andere Nationen ihre Raumfahrtprogramme zurückfahren. Jetzt ein Cargo-Schiff, bald eine chinesische Raumstation. Auch Mond und Mars sind angepeilt.

  1. Raumfahrt: In der Schwebe

    Raumfahrt: In der Schwebe

    Im Jahr 2024 endet die Finanzierung der Raumstation ISS. Für ein Nachfolgeprojekt gibt es viele Ideen – aber nur China handelt.

  2. In der Schwebe

    In der Schwebe

    Im Jahr 2024 endet die Finanzierung der Raumstation ISS. Für ein Nachfolgeprojekt gibt es viele Ideen – aber nur China handelt.

  3. China: Der neuen Raumstation einen Schritt näher

    China zieht in der Raketentechnologie mit der EU, den USA und Russland gleich und will ab 2018 mit dem Aufbau einer eigenen Raumstation beginnen

  1. Schluss mit lustig: Wahlkampf 2017 - ein letzter Kommentar

    Dem Deutschen Volker, Inschrift am Reichstag, dem Sitz des deutschen Bundestags

    Es gab schon Aufreger in diesem Wahlkampf. Wenn man die Wahl für wichtig hält - tut aber nicht jeder. Wie auch immer: Beteiligen Sie sich auch zwischen den Wahlen an der öffentlichen politischen Diskussion. Sie ist sehr gut, betont Clemens Gleich.

  2. High-Speed-Transatlantikkabel von Microsoft und Facebook ist fertig

    High-Speed-Transatlantikkabel von Microsoft und Facebook ist fertig

    Microsoft und Facebook haben das Transatlantikkabel Marea zwischen dem US-Bundesstaat Virginia und Spanien fertiggestellt. Es soll die Ausfallsicherheit bei Naturkatastrophen erhöhen und Daten rasend schnell hin- und herschicken.

  3. Das Wort zum Wahlsonntag

    Die Deutschen wählen aus Angst die derzeitigen Regierungsparteien. Warum wird die Ignoranz von Gemeinwohl-Interessen eigentlich akzeptiert?

  4. AfD: Keiner kann mehr sagen, von alldem nichts gewusst zu haben

    Muss die AfD inzwischen als eine Nazipartei bezeichnet werden, da sie immer offener an nationalsozialistische Ideologie anknüpft?

Anzeige