Logo von heise online

Suche
Abonnieren

Tägliche Top-News bei WhatsApp, Facebook Messenger, Telegram & Insta

preisvergleich_weiss

Recherche in 1.682.387 Produkten

Stefan Krempl 8

EU-Datenschützer nehmen massives Datenleck bei Uber unter die Lupe

Windschutzscheibe mit Aufklebern von Uber und Lyft

Bild: dpa, Richard Vogel/Archiv

Die Gruppe der EU-Datenschutzbeauftragten hat eine Sondereinheit unter niederländischer Führung eingerichtet, die den Diebstahl personenbezogener Informationen von 57 Millionen Nutzern der Uber-App untersuchen soll.

Dem Fahrdienst-Vermittler Uber droht Ungemach von Seiten europäischer Aufsichtsbehörden. Die Artikel-29-Gruppe der EU-Datenschutzbeauftragten hat vorige Woche nach eigenen Angaben eine Projektgruppe eingesetzt, die den erst vor Kurzem gemeldeten Abfluss von Namen, E-Mail-Adressen und Telefonnummern von 57 Millionen Fahrgästen und Fahrern im vorigen Jahr prüfen soll. Die Arbeitsgruppe wird demnach von der niederländischen Datenschutzbehörde geleitet, beteiligt sind derzeit auch Kontrolleure aus Deutschland, Belgien, Frankreich, Großbritannien, Italien und Spanien.

Anzeige

Bislang ist unklar, wie viele Betroffene des Datendiebstahls Europäer sind und ob beziehungsweise welche Verstöße gegen Auflagen zum Schutz ihrer Privatsphäre sich Uber hat zuschulden kommen lassen. Laut dem US-Konzern stammen die personenbezogenen Informationen von Nutzern der App aus der ganzen Welt. Die Firma hat eingeräumt, Verbraucher und Fahrer nicht unverzüglich über den Vorfall in Kenntnis gesetzt zu haben. Laut der britischen Datenschutzbehörde ICO waren von dem Leck rund 2,7 Millionen Konten von Nutzern im Vereinigten Königreich betroffen. Diese müssten umgehend benachrichtigt werden. Für andere EU-Länder gibt es noch keine vergleichbaren Zahlen.

Der EU-Datenschutzbeauftragte Giovanni Buttarelli bezeichnete den Schritt der Artikel-29-Gruppe gegenüber dem Online-Dienst "Euractiv" als gutes Beispiel dafür, dass die Aufsichtsgremien eine rasche und gute Kooperation als essenziell erachteten. Der Italiener plädierte zugleich dafür, am besten eine zentrale Behörde mit der Untersuchung von Verstößen und der Durchsetzung des Datenschutzrechts zu betrauen. Derzeit verfolgten nationale Behörden und EU-Einrichtungen oft die gleichen Fälle unter verschiedenen Gesichtspunkten.

In der europäischen Gemeinschaft müssen Firmen bei Datenschutzverletzungen von Mai an mit deutlich schärferen Sanktionen rechnen. Laut der neuen Grundverordnung können die Aufsichtsgremien Bußgelder von bis zu 20 Millionen Euro oder vier Prozent des globalen Umsatzes verhängen. (Stefan Krempl) / (kbe)

8 Kommentare

Themen:

Anzeige
  1. Privacy Shield: EU-Datenschützer distanzieren sich von der Kommission

    Privacy Shield

    Die EU-Kommission hat den transatlantischen "Datenschutzschild" in einem ersten Prüfbericht als "funktionsfähig" bezeichnet. Die EU-Datenschutzbeauftragte monieren, dass die Einschätzung ohne sie erarbeitet worden sei.

  2. WhatsApp: Französische Kontrolleure stufen Datenabgleich mit Facebook als rechtswidrig ein

    WhatsApp: Französische Kontrolleure stufen Datenabgleich mit Facebook als rechtswidrig ein

    WhatsApp konnte sich für den Austausch personenbezogener Informationen mit Facebook nicht auf die erforderliche Einwilligung der Nutzer stützen, rügt die französische CNIL. Der Kommunikationsanbieter habe zudem nicht voll kooperiert.

  3. Teilerfolg von Uber in Italien

    Teilerfolg von Uber in Italien

    Das Verbot aller Uber-Dienste in Italien hat das Berufungsgericht in Rom jetzt eingeschränkt, es lässt Uber Black in ganz Italien zu.

  4. Uber: EuGH muss sich mit Limousinen-Service Uber Black beschäftigen

    Fahrdienst Uber Black kommt vor den EuGH

    Der umstrittene Mobilitätsanbieter Uber landet vor dem europäischen Gerichtshof (EuGH). Der Bundesgerichtshof hat das Verfahren ausgesetzt und dem EuGH Fragen zur Vorabentscheidung vorgelegt.

  1. EuGH stellt Uber rechtlich Taxi-Unternehmen gleich

    UberPop

    Uber hat vor dem Europäischen Gerichtshof eine Niederlage erlitten. Das Unternehmen meinte, als Informationsdienstleister müsste es weniger Regeln beachten. Dem hat der EuGH widersprochen: Uber entspreche rechtlich einem Taxiunternehmen

  2. Uber: Stress an allen Fronten

    Das Unternehmen verbrennt auch im ersten Quartal 700 Millionen US-Dollar und am europäischen Gerichtshof und in diversen Ländern formiert sich massiver Widerstand

  3. Abgasbetrug: Verfahren der EU gegen Deutschland

    Abgasbetrug: Verfahren der EU gegen Deutschland

    Wegen des Abgasbetrugs durch Volkswagen geht die EU-Kommission gegen Deutschland vor. Die Brüsseler Behörde wirft der Bundesregierung unter anderem vor, Volkswagen nicht für die Manipulation von Schadstoffwerten bei Dieselautos bestraft zu haben, wie sie heute Mittag mitteilte

  1. Fritzbox-Updates: Kommendes FritzOS 7 könnte zwei Router per Mesh-WLAN koppeln

    Fritzbox-Updates: FritzOS 7 könnte zwei Fritzboxen per Mesh-WLAN koppeln

    Der Routerhersteller AVM erwägt, die Mesh-Funktionen im erwarteten FritzOS 7 weiter auszubauen, um entfernte Geräte via Mesh anzukoppeln. Das erklärte die Firma im Rahmen einer Stellungnahme zu einem missverständlichen Facebook-Posting.

  2. PC-Anforderungen von Final Fantasy XV: Über 155 GByte Speicher, 16 GByte RAM, GTX 1080 Ti für 4K

    PC-Anforderungen von Final Fantasy XV: Über 155 GByte Speicher, 16 GByte RAM, GTX 1080 Ti für 4K, Benchmark-Tool am 1. Februar

    Für die PC-Version des Action-Rollenspiels Final Fantasy XV müssen wohl einige Spieler ihre SSDs oder Festplatten von unnötigem Ballast befreien: Das Spiel belegt in der 4K-Fassung über 155 GByte.

  3. Kabel-TV-Anbieter nehmen Volldigitalisierung in Angriff

    Digitales Antennen-Fernsehen

    Die Umstellung auf Volldigitalisierung im Kabelnetz sorgt für schnelleres Internet und höhere Auflösung. Kabelbetreiber planen die Abschaltung des Analogsignals gleich in mehreren Bundesländern.

  4. Ärger über fehlendes Bug-Bounty-Programm: Sicherheitsforscher will Mac-Schwachstelle offenlegen

    MacBook

    Da Apple nur für iOS-Lücken Geld bezahlt, will ein Sicherheitsforscher Details zu einem Bug in macOS veröffentlichen – statt sie vorab an den Hersteller zu melden. Aus gleichem Grund gibt es bereits einen bislang ungefixten Zero-Day-Exploit für macOS.

Anzeige