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Martin Holland 51

ESA-Sonde Rosetta soll am 30. September auf Kometen landen

ESA-Sonde Rosetta soll am 30.September auf Kometen landen

Rosettas Komet im Gegenlicht

Bild: ESA/Rosetta/NavCam, CC BY-SA IGO 3.0

Schon länger war klar, dass die ESA ihre erfolgreiche Kometenmission mit einem ganz besonderen Höhepunkt beenden will. Nun ist klar, wann die Sonde auf 67P/Tschurjumow-Gerassimenko landen und bis dahin spektakuläre Daten sammeln soll.

Rosettas Schatten auf 67P/Tschurjumow-Gerassimenko (Bild: ESA/Rosetta/MPS for OSIRIS Team MPS/UPD/LAM/IAA/SSO/INTA/UPM/DASP/IDA)

Die ESA-Sonde Rosetta soll am 30. September auf ihrem Kometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko landen und ihre äußerst erfolgreiche Mission noch einmal aufsehenerregend abschließen. Wie die Europäische Weltraumagentur nun mitteilte, sei die Sonde dann so weit von der Sonne entfernt, dass zu wenig Solarenergie für die Instrumente zur Verfügung stünde. Außerdem sei die Bandbreite des Signals zur Erde dann deutlich reduziert. Auch einen weiteren Tiefschlaf wie auf dem Weg zum Kometen würde die Sonde wohl nicht mehr überstehen.

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Wie die Forscher erläutern, soll Rosetta in seinen letzten Stunden am Kometen die Chance zu einmaligen Messungen in größtmöglicher Nähe nutzen. Unter anderem hoffen sie auf hochaufgelöste Bilder, die 67P/Tschurjumow-Gerassimenko aus größtmöglicher Nähe zeigen. Der Anflug soll mit 50 Zentimetern pro Sekunde ungefähr halb so schnell erfolgen, wie der des Landers Philae. Spätestens wenn die Sonde dann aber die Oberfläche erreicht, werden keine Signale mehr zur Erde gelangen, weil die Antennen dann höchstwahrscheinlich nicht in die richtige Richtung zeigen. Außerdem sei vorgeschrieben, dass der Transmitter und verschiedene Systeme einer aufgegebenen Sonde ausgeschaltet würden.

ESA-Mission Rosetta

Rosetta war zehn Jahre zu dem Kometen 67P/Tschurjumow-Gerasimenko unterwegs. Die ESA-Sonde und der Lander Philae sollen den Himmelskörper aus dem Orbit und auf der Oberfläche erforschen.

Die Sonde hat bereits verschiedene Annäherungen an ihren Kometen hinter sich und dabei auch bereits Probleme mit dem Staub gehabt. Deswegen können die Forscher nun nicht sicher sein, dass Rosetta bis zum letzten Moment erfolgreich wird senden können. Sie wollen jedenfalls alles dafür tun, dass auch diese letzte Landung der Mission ein Erfolg wird. Schon vorher soll Rosetta aber einige ungewöhnliche Umlaufbahnen fliegen und werde dabei auch stärker der Schwerkraft des unförmigen Himmelskörpers ausgesetzt sein. "Wir versuchen, so viele Beobachtungen wie möglich herauszupressen, bevor die Solarenergie zur Neige geht", versicherte jedenfalls der wissenschaftliche Missionsleiter Matt Taylor.

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Rosetta hatte sich 2004 auf den Weg gemacht und das Mini-Labor Philae an Bord zu 67P/Tschurjumow-Gerassimenko gebracht. Nach zehnjähriger Reise hatte Rosetta 2014 ihr Ziel erreicht und Philae war auf dem Kometen gelandet. Weil das nicht ganz reibungslos verlief, sendete er zwar einige Tage lang, war danach aber nie mehr voll einsatzfähig. Trotzdem gilt die Landung als immenser Erfolg, genauso wie der andauernde Flug Rosettas rund um den Kometen. Auf und an dem Kometen wollen die Wissenschaftler Informationen über die Anfänge des Sonnensystems sammeln.Auch mit Rosettas Abschied ist ihre Arbeit noch lange nicht beendet, gilt es doch all die gesammelten Daten auszuwerten.

(mho)

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