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Martin Holland 256

ESA-Mission Rosetta: Philae bohrt Kometen an

ESA-Mission Rosetta: Philae bohrt Kometen an

Philae untersucht fließig seine direkte Umgebung.

Bild: ESA/Rosetta/Philae/CIVA

Auch wenn sich Philae in einer ungünstigen Lage befindet, arbeiten die Messinstrumente und liefern jede Menge wertvoller Daten zur Erde. Deswegen versicherten die ESA-Forscher Freitag, "die Mission läuft fantastisch".

Die ESA-Sonde Philae hat den Kometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko angebohrt, aber noch gibt es keine Ergebnisse dieser wissenschaftlichen Untersuchungen. Wie die ESA in einer Pressekonferenz in Darmstadt erklärte, wurden die Sensoren des MUPUS-Instruments in den Boden getrieben, wo sie verschiedene Eigenschaften der Oberfläche messen sollen. Nun werde auf den nächsten Funkkontakt gewartet, der ab 22 Uhr MEZ hergestellt werden soll, um zu erfahren, wie das gelaufen ist, erklärte das verantwortliche Team auf Twitter. Neue Bilder vom Kometen wurden aber nicht veröffentlicht.

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Touchdown mit Problemen? Von wegen...
Touchdown mit Problemen? Von wegen... (Bild:  Fuchskind )

Die Wissenschaftler erklärten dabei noch einmal, dass die Mission fantastisch laufe und ein Erfolg sei. Alle Experimente hätten mindestens eine Messung ausgeführt, nun leere sich aber langsam die Hauptbatterie an Bord. Die Solarpaneele, die eine zweite an Bord aufladen sollen, bekommen demnach nur knapp anderthalb Stunden Sonnenlicht pro Tag, zu wenig für den Lander. "Es wäre unerwartet, wenn Samstag noch genügend Energie da ist", erklärte Flugdirektor Andrea Accomazzo. An der ursprünglichen Landestelle hätten täglich rund 14 Stunden Sonnenlicht zur Verfügung gestanden. Problematisch sei auch, dass sich Philae offenbar im Schatten mehrere Felsen befindet – eventuell mit einem Fuß in der Höhe – aber immerhin stehe er weiter stabil. Auf dem Kopf liege er jedenfalls nicht.

ESA-Mission Rosetta

ESA-Mission Rosetta

Rosetta war zehn Jahre zu dem Kometen 67P/Tschurjumow-Gerasimenko unterwegs. Die ESA-Sonde und der Lander Philae sollen den Himmelskörper aus dem Orbit und auf der Oberfläche erforschen.

Der wissenschaftliche Leiter der Mission, Matt Taylor, zeigte sich begeistert, von dem was bereits erreicht sei und erklärte, dass man noch so viel vorhabe. Die Wissenschaftler würden während der Funkpausen ungeduldig auf den nächsten Kontakt warten. Außerdem hofft er noch auf Daten, die bei den insgesamt drei Landungen gemessen wurden. Dass die an verschiedenen Orten stattfanden, könnte ein großer Vorteil sein. All die bereits gesammelten und übermittelten Informationen würden nun ausgewertet, in den kommenden Monaten stünden bedeutende wissenschaftliche Erkenntnisse an. Vor seinen enthusiastischen inhaltlichen Ausführungen hatte sich Taylor den Tränen nahe für ein sexistisches Bowling-Shirt entschuldigt, das er am Mittwoch getragen hatte und das im Internet scharf kritisiert worden war.

Im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt werden derzeit verschiedene Ideen diskutiert, um die Stromversorgung des Landers zu verbessern, erklärte Valentina Lommatsch. Die verfügbare Energie könne keinen langfristigen Betrieb sicherstellen. Deswegen werde überlegt, ob der Lander gedreht oder sogar noch etwas weiter bewegt werden könnte. Eine andere Option könnte es sein, eines der Solarpaneele so zu bewegen, dass es stärker von der Sonne angestrahlt werde. Natürlich sei es auch möglich, dass im August 2015, wenn sich der Komet der Sonne weiter angenähert hat, wieder genug Sonne zur Verfügung steht, um die Sonde erneut hochzufahren.

Auch aus dem Internet hatte die ESA Vorschläge bekommen, um Philae bei seiner Arbeit zu helfen. Die musste Accomazzo jedoch widerlegen. So könne Rosetta beispielsweise nicht in einen geostationären Orbit um den Kometen einschwenken, um eine dauerhafte Datenverbindung zu Philae zu ermöglichen. Auf der Tagesseite sei die Aktivität des Kometen zu stark und würde die Bahn der Sonde zu stark beeinflussen. Auf der Nachtseite wiederum sei nicht wirklich etwas auf dem Kometen zu erkennen. Nicht möglich sei es außerdem, mit dem Solarpaneel von Rosetta Sonnenstrahlen zu Philae zu reflektieren.

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Die Sonde Rosetta selbst läuft derweil völlig planmäßig und hat eine erneute Positionsänderung durchgeführt, um besseren Kontakt zu Philae zu bekommen, erklärte Accomazzo. Gemeinsam mit dem Team von Philae werde derzeit daran gearbeitet, den Lander zu lokalisieren, denn noch immer wisse man nicht, wo genau der sich befinde. Auch Holger Sierks, der für die OSIRIS-Kamera an Bord von Rosetta verantwortlich ist, erklärte, dass man noch nicht mehr wisse. Aufnahmen, von denen man sich Antworten erwarte, seien noch nicht heruntergeladen worden. Man wisse aber bereits, dass es wohl Fotos von Philae vor der ersten Landung und während des ersten großen Hüpfers geben muss.

(mho)

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