Logo von heise online

Suche
Abonnieren

Tägliche Top-News bei WhatsApp, Facebook Messenger, Telegram & Insta

preisvergleich_weiss

Recherche in 1.699.191 Produkten

Oliver Bünte 27

Disney: Umsatzgewinn dank Steuerreform, neue Star-Wars-Reihe angekündigt

Disney: Umsatzgewinn dank Steuerreform, neue Star-Wars-Reihe angekündigt

Filmplakat zu "The Last Jedi"

Bild: Verleih

Die US-amerikanische Steuerreform hat dem Medienunternehmen Disney einen unerwartet hohen Geldsegen beschert. Außerdem will Disney den Streaming-Dienst Netflix unter anderem mit einer neuen Star-Wars-Reihe angreifen und investiert dafür kräftig.

Die Walt Disney Company (WDC) hat ihren Gewinn im vierten Quartal im Vergleich zum Vorjahreswert um 78 Prozent auf 4,4 Milliarden US-Dollar gesteigert. Grund für den massiven Anstieg ist ein Sondererlös aus der Trumpschen Steuerreform. Zusätzlich kündigte das Unternehmen am Dienstag an, eine neue Reihe seiner Star-Wars-Filme herausbringen zu wollen. Dafür konnte Disney die Schöpfer der preisgekrönten HBO-Serie "Game of Thrones" verpflichten. Die Aktie legte daraufhin nachbörslich um 2,5 Prozent zu.

Anzeige

Disney profitiert von der Senkung der jüngst von der US-Regierung beschlossenen Steuerreform, die eine Reduktion der Unternehmenssteuer von 35 auf 21 Prozent vorsieht. Der Sondererlös daraus beträgt allein 1,6 Milliarden US-Dollar. Ohne ihn wäre der Unternehmensgewinn lediglich um 22 Prozent gestiegen.

Der Gesamtumsatz steigt um vier Prozent auf 15,4 Milliarden US-Dollar. Der Anstieg ergibt sich vor allem aus dem Geschäft mit Disneys Vergnügungsparks. Weniger gut stehen das TV- und Filmgeschäft da: Der kriselnde Kabel-Sportsender ESPN spielte deutlich weniger als erwartet ein. Die Erlöse und Gewinne der Hollywood-Studios sanken ebenfalls. Der letztjährige Kino-Kassenschlager "Die letzten Jedi" aus der Star-Wars-Saga konnte die schwächelnden Einnahmen der Filmsparte nicht kompensieren. Außerdem beeinträchtigen hohe Investitionen in die Kabel- und Fernsehsparte sowie das Streaming-Geschäft die Bilanz.

Disney plant für die kommenden Jahre einen Angriff auf den Streaming-Marktführer Netflix. Zum Start soll Disneys Kabel-Sportsender ESPN auch über eine App zu einer monatlichen Abo-Gebühr von 4,99 US-Dollar verfügbar sein. 2019 soll es dann im Streaming-Bereich richtig losgehen. Disney beabsichtigt, einen eigenen Streaming-Dienst herauszubringen. Die bereits bestehen Streaming-Services BAMTech und Hulu sollen zusätzlich aufgerüstet werden. Konzernchef Bob Iger sieht sich in der Konkurrenz zu Netflix gut gerüstet, schließlich habe man Filme und Shows von Disney, Pixar und Marvel sowie die starken Star-Wars-Filme im Programm. Disney hatte die Produktionsfirma Lucasfilm und die Star-Wars-Filmrechte 2012 für vier Milliarden US-Dollar gekauft. Zusätzlich soll die Übernahme eines großen Anteils der Fox-Studios das Serien- und Filmportfolio Disneys aufstocken.

Wie Ernst es Disney meint, zeigt auch die Ankündigung einer neuen Star-Wars-Reihe, die unabhängig von den bisherigen Sternenkrieg-Geschichten laufen soll. Für das geplante Mega-Filmprojekt hat Disney keine Geringere als die beiden Köpfe hinter der preisgekrönten HBO-Erfolgsserie "Game of Thrones" David Benioff und D. B. Weiss verpflichtet. Sie sollen die Drehbücher für eine neue Generation Star-Wars-Filme schreiben und zusätzlich als Produzenten tätig sein. Über die Ausrichtung oder den Inhalt der geplanten Serie gibt es allerdings keine Details. Lucasfilm-Chefin Kathleen Kennedy sagte nur, dass Star Wars mutig vorangetrieben werden solle und lobte die Fähigkeiten von Benioff und Weiss, komplexe Sagenwelten und Figuren erschaffen zu können.

Ein Starttermin wurde nicht genannt. So schnell dürfte es aber wohl nichts werden, denn noch sind Benioff und Weiss mit der achten und letzten Staffel von "Game of Thrones" beschäftigt, die 2019 über die heimischen TVs flimmern soll. Erst danach könne man sich dem Star-Wars-Projekt widmen.

Insgesamt setzt Disney bei seiner geplanten Streaming-Offensive stark auf das Zugpferd Star Wars: Im Mai soll vermutlich das Spinoff "Solo: A Star Wars Story" über Weltraum-Schlitzohr Han Solo in die Kinos kommen. Eine Fortsetzung der Original-Saga mit der neunten Episode ist für Ende 2019 angedacht. Daneben hatte Disney eine weitere Trilogie angekündigt, die unabhängig von der bisherigen Film-Serie laufen soll. Für sie hat man "Last-Jedi"-Regisseur Rian Johnson verpflichtet. Aber auch hier ist noch kein Starttermin bekannt.

Um den kommenden Streaming-Dienst von Disney zu pushen, soll darüber hinaus eine eigenständige Star-Wars-TV-Serie entstehen, die mit echten Schauspielern gedreht werden soll. Bisher waren im TV nur animierte Star-Wars-Geschichten zu sehen.

Anzeige

Netflix ruht sich allerdings nicht auf seinen Lorbeeren aus und wird es Disney mit seinem kommenden Streaming-Dienst nicht leicht machen. Der finanziell gut aufgestellte Streaming-Dienst hat bereits angekündigt, 2018 zwischen 7,5 und 8 Milliarden Dollar in neue Inhalte investieren zu wollen. (olb)

27 Kommentare

Themen:

Anzeige
  1. Disney ändert Strategie, plant eigene Streaming-Dienste

    Torbogen mit Aufschrift "Walt Disney"

    Der Walt-Disney-Konzern kündigt Netflix die Freundschaft. Ab 2019 sollen neue Disney- und Pixar-Filme nur noch im neuen, konzerneigenen Streamingdienst laufen. Bereits 2018 kommt ein Sport-Service.

  2. Disney: Star-Wars- und Marvel-Filme wechseln zu eigenem Streaming-Dienst

    Disney: Star-Wars- und Marvel-Filme wechseln zu eigenem Streaming-Dienst

    Disney wird Filme aus den Star-Wars- und Marvel-Universen ab 2019 nur noch auf einem eigenen Streaming-Dienst anbieten. Auch die Filme, die aktuell bei Netflix zu sehen sind, sollen umziehen.

  3. Disney kauft den Großteil von 21st Century Fox

    Torbogen mit Aufschrift "Walt Disney"

    Disney übernimmt große Teile des Medienunternehmens 21st Century Fox. Für 52,4 Milliarden US-Dollar wechseln Filmfranchises wie X-Men und Avatar den Besitzer. Disney bereitet sich damit auf den Start eines eigenen Streaming-Services vor.

  4. Netflix boomt weiter – Börsenwert knackt 100 Milliarden US-Dollar

    Netflix boomt weiter – Börsenwert knackt 100 Milliarden Dollar

    Trotz Preiserhöhungen hält der Ansturm auf den Online-Video-Dienst Netflix an. Doch mit dem Hollywood-Schwergewicht Disney erwacht ein mächtiger Rivale und auch sonst schläft die Konkurrenz nicht.

  1. Aladin: Vom französischen Märchen zum amerikanischem Klischee

    Disney soll die Hauptrolle im neuen Aladdin-Film mit einem "Middle Eastern Actor" besetzen. Wer glaubt, die Geschichte vom Straßenräuber mit seiner Lampe wäre ein Abbild arabischer Kultur, hält auch Disney-Filme für historische Dokus

  2. Netflix: 17 Tipps zum besseren Fernsehen

    Netflix

    Netflix hat die Art, wie wir TV-Inhalte konsumieren, revolutioniert. Mac & i zeigt mit 17 Tipps und Tricks, wie Sie den Serien- oder Spielfilmabend optimieren und dabei zudem Geld sparen.

  3. Limonade stößt sauer auf

    Beyoncé muss ja wohl: "Lemonade" ist vorerst nur auf Titan zu haben. Aber ein wenig konsequenter könnte sie hier schon weitermachen

  1. Behörden ignorieren Sicherheitsbedenken gegenüber Windows 10

    Behörden ignorieren Sicherheitsbedenken bei Windows 10

    Deutsche Behörden kaufen fleißig Software bei Microsoft. Dabei gibt es erhebliche Sicherheitsbedenken, die das US-Unternehmen wohl immer noch nicht ausräumen konnte. Unklar ist etwa, welche Daten an den Konzern fließen.

  2. Facebook will Anschriften von Werbekunden überprüfen – via Postkarte

    Facebook will Anschriften von Werbekunden überprüfen – via Postkarte

    Das Soziale Netzwerk will ausländische politische Einflussnahme auf Wahlen mit Hilfe der guten alten Post eindämmen.

  3. Twitter: ab sofort keine Mac-App mehr

    Twitter: ab sofort keine Mac-App mehr

    Das soziale Netzwerk will sich in Zukunft auf ein "konsistentes Anwender-Erlebnis" konzentrieren. Ein Entwickler alternativer Twitter-Apps reagiert mit Preisnachlass.

  4. Siemens-Chef Kaeser: Jobabbau nur Vorgeschmack auf Industrie-Wandel

    Siemens-Chef Kaeser: Jobabbau nur Vorgeschmack auf Industrie-Wandel

    Die Siemens-Beschäftigten laufen seit Wochen Sturm gegen den Jobabbau im Kraftwerksgeschäft. Doch der digitale Wandel schreitet voran - und auch bei anderen Unternehmen wird er massive Folgen haben, ist Konzernchef Kaeser überzeugt.

Anzeige