Logo von heise online

Suche
Abonnieren

Tägliche Top-News bei WhatsApp, Facebook Messenger, Telegram & Insta

preisvergleich_weiss

Recherche in 1.532.512 Produkten

Daniel AJ Sokolov 36

Das Silicon Valley wächst ... möglicherweise auch aufs Meer

Die Zahl der Arbeitsplätze im Silicon Valley steigt seit Monaten stetig an. Doch die Erfassung des Phänomens "Silicon Valley" ist schwierig. Welche Bereiche der Bucht-Region (Bay Area) in Kalifornien gehören zum Silicon Valley und welche nicht? Unerwarteter Zuwachs könnte auf hoher See kommen.

Die Website Siliconvalley.com verbreitet Branchennachrichten der Region. Sie definierte das Tal des Quartzes seit jeher restriktiv: Santa Clara County und die südliche Teile der Countys San Mateo und Alameda. Doch die Firmen, die das "Silicon Valley" ausmachen, haben sich inzwischen in einem viel größeren Gebiet niedergelassen. Daher musste Siliconvalley.com nun die eigene Definition anpassen: Es werden nun fünf Countys der Bay Area "anerkannt", nämlich Santa Clara, San Mateo, Alameda, Contra Costa und auch San Francisco, das Stadt und County zugleich ist.

In anderen Meldungen greift die Website auf den noch umfassenderen Begriff "Bay Area" zurück, wozu auch die Countys Sonoma, Solano, Marin und Napa zählen. Diese Region verzeichnet schon das achte Monat in Folge einen Zuwachs an unselbständig Beschäftigten (ohne Bauernhöfe). Der Großteil des Zuwachses kommt aus dem Silicon Valley.

Nach Informationen des kalifornischen Beschäftigungsentwicklungsministeriums gab es im März rund 3,184 Millionen solcher Arbeitsplätze in der Bay Area. 10.600 mehr als im Februar und 112.400 mehr als im März 2011. Der gesamte Rest des bevölkerungsreichsten US-Bundesstaates konnte in dem Monat nur 7.600 Arbeitsplätze nach dieser Statistik zulegen.

Gleichzeitig ist die Arbeitslosenrate auf elf Prozent gestiegen (PDF). Zwei Countys des Golden State weisen sogar mehr als 26 Prozent aus. Auch in dieser Statistik stechen die fünf Countys des Silicon Valley hervor, haben die doch allesamt einstellige Arbeitslosenraten. Mit Ausnahme von Solano gilt das auch für die restliche Bay Area.

Dabei könnten die berühmten IT-Startups noch mehr Leute beschäftigen. Doch es mangelt an qualifiziertem Personal mit Arbeitserlaubnis. Tausende Absolventen von US-Unis müssen jedes Jahr das Land verlassen, weil sie kein Visum bekommen.

Besonders schwierig ist es für Unternehmensgründer. Sie müssen schon eine Million Dollar, gleichwohl immer noch die Mehrheit an ihrer Firma haben, dann dürfen sie vielleicht für jeweils zwei Jahre bleiben. Eine Umwandlung in eine Greencard ist nicht möglich – und Staatsbürger der bevölkerungsreichen Länder China, Indien, Russland und Brasilien sind sowieso ausgeschlossen. Und dieses Programm soll im Herbst auslaufen. Als Fremder mit einer eigenen Idee im Silicon Valley Fuß zu fassen ist also extra schwierig.

Schwimmendes Ausweichquartier

Eine spektakuläre Lösung strebt das Blueseed-Projekt an. Ein großes Schiff rund 22 Kilometer vor der Küste, also gerade außerhalb der US-Hoheitsgewässer, soll 1.000 Geeks und ihren Startups Platz bieten. Wohnen und Arbeiten auf engem Raum, gemeinsam mit andren kreativen Unternehmergeistern, zu vergleichbaren Kosten wie in San Francisco. Potenzielle Mieter brauchen aber eine Empfehlung oder eine überzeugende Geschäftsidee. Bezahlt wird mit Geld oder einer Mischung aus Geld und Aktien am eigenen Unternehmen.

Fähren würden die Blueseed-Bewohner mit der Stadt verbinden, wobei die Anreise nicht länger dauern soll als ein üblicher Weg zur Arbeit an Land. Solange die Bewohner in den USA selbst kein Geld verdienen und sich weniger als 180 Tage im Jahr dort aufhalten, könnten die Meisten von ihnen mit einfachen Touristen- oder Businessvisa an Land gehen. Dort könnten sie dann Geschäftspartner treffen. Blueseed verspricht, mit den Grenzbehörden zusammenzuarbeiten und alles auf legale Beine zu stellen. Ist das Startup einmal groß genug, öffnen sich spezielle Visa-Türen und das Team kann auf das Festland übersiedeln.

Was fehlt ist, wie bei den meisten Startups, das liebe Geld. Zwar hat Paypal-Mitgründer Peter Thiel 500.000 Startkapital bereit gestellt. Um tatsächlich vor Anker gehen zu können bräuchte Blueseed aber 25 Millionen Dollar und noch jede Menge guter Ideen, um offene logistische, technische und juristische Fragen zu lösen. (as)

36 Kommentare

Themen:

Anzeige
  1. Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz: Mehr als jede zweite Frau im Silicon Valley betroffen

    Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz: Mehr als jede zweite Frau im Silicon Valley betroffen

    Einer Umfrage unter mehr als 200 berufserfahrenen Frauen aus der IT-Branche des Silicon Valley zufolge wurde die Mehrheit von ihnen schon einmal am Arbeitsplatz sexuell belästigt. Erfahrungsberichte zeigen, was das bedeutet.

  2. Amazon verspricht mehr als 100.000 neue Arbeitsplätze in den USA

    Amazon verspricht mehr als 100.000 neue Arbeitsplätze in den USA

    Der Online-Einzelhändler hat ambitionierte Wachstumspläne und daher einen hohen Bedarf an Mitarbeitern. Für den kommenden US-Präsidenten könnte das Wasser auf seine Mühle sein.

  3. Open Source für Armutsbekämpfung: Unicef will Startups fördern

    Open Source für Armutsbekämpfung: Unicef will Startups fördern

    Mit insgesamt 9 Millionen US-Dollar will Unicef Startups fördern, deren Technik das Leben junger Menschen verbessern kann. Dabei muss es sich um Open-Source-Projekte handeln.

  4. Google Fiber mit ohne Fibre

    Brennende wasserfeste Sicherung

    Gerade im Silicon Valley lässt sich Google Fiber Zeit mit der Verlegung der Glasfasern. Die Anzeichen auf einen Wechsel zu Funkverbindungen verdichten sich.

  1. Peter Thiel: Abschied von den "Dogmen des Reaganismus"?

    Der Investor erklärt Trumps Erfolg und kritisiert astronomische Medikamentenpreise, negative Freihandelsfolgen und die "Blasen", mit denen die US-Elite "schwierige Realitäten" fern hält

  2. Neues Ungemach für Portugal

    Investmentfonds fordern mit einer Klage zwei Milliarden Euro wegen einer Banken- Rettung

  3. Saudi-Arabien: Von der Leyen trifft Taliban-Unterstützer

    Die Verteidigungsministerin ist zu Schlüsselgesprächen im "gegenseitigen Interesse" in Riad

  1. Zahlen, bitte! Als 128 KByte das Maß der Dinge waren

    Zahlen, bitte! Als 128 KByte noch was waren

    Heute vor 33 Jahren erschien der erste Macintosh – genauer: der Macintosh 128K. Ein Anlass, in fantastischen Zahlenwelten zu schwelgen.

  2. WebEx: Böses Sicherheitsloch in Ciscos Web-Conferencing

    Böses Sicherheitsloch in Ciscos Web-Conferencing

    Die von Millionen genutzte Browser-Erweiterung Cisco WebEx stümpert in Sachen Sicherheit. Selbst die von Cisco in aller Eile produzierte neue Version dichtet eine klaffende Lücke bestenfalls notdürftig ab.

  3. Kartendienste: Kartellamt billigt Einstieg neuer Investoren bei Here

    Kartendienste: Kartellamt billigt Einstieg neuer Investoren bei Here

    Der von Autobauern aus den Nokia-Trümmern gerettete Kartendienst arbeitet weiter an der Expansion seiner Plattform und hat für seine neuen Investoren nun grünes Licht von den Kartellwächtern bekommen.

  4. Fahrbericht: Mazda MX-5 RF Skyactiv-G 160

    Mazda MX-5

    Wir fuhren die neue MX-5-Variante mit elekrisch vesenkbarem Targadach. Kann der MX-5 RF (für „retractable hardtop“) eine reizvolle und emotionale Alternative zum gewiss nicht drögen Roadster sein? Das würde ihn von der „Roadster-Coupé“ -Variante des Vorgängers unterscheiden

Anzeige