Logo von heise online

Suche
Abonnieren

Tägliche Top-News bei WhatsApp, Facebook Messenger, Telegram & Insta

preisvergleich_weiss

Recherche in 1.531.613 Produkten

Oliver Diedrich 197

Copyright-Klage gegen Zeitzonen-Datenbank

Die unter anderem von allen Unix- und Linux-Versionen als Referenz für Zeitzoneninformationen genutzte Datenbank ist nicht mehr verfügbar. Wie das britische Nachrichtenportal The Register berichtet, wurde der FTP-Server, den die amerikanischen National Institutes of Health (NIH) betrieben haben, vom Netz genommen. Grund dafür soll eine Copyright-Klage gegen Arthur David Olson und Paul Eggert sein, die die so genannte Olson-Datenbank und den Server seit vielen Jahren pflegen.

Die bislang als Public Domain frei verfügbare tz-Datenbank enthält historische Informationen über die lokale Zeit für ausgewählte Orte der Erde (Beispiel: "Europe/Berlin"). Sie wird unter anderem von allen Unix- und Linux-Versionen sowie etlichen Websites und Java-Anwendungen verwendet. Die Zeitzonendaten sind normalerweise statisch gespeichert und werden über System-Updates aktualisiert. Linux legt die Daten im Verzeichnis /usr/share/zoneinfo ab.

Zeitzonen ändern sich erstaunlich oft: Der Java-Entwickler Stephen Colebourne schätzt in seinem Blog, dass es bis zu hundert Änderungen pro Jahr gibt. Bislang veröffentlichte Olson etwa im Monatstakt neue Versionen der tz-Datenbank. Mittlerweile hat Robert Elz vorübergehend ein Backup der Datenbank verfügbar gemacht.

Geklagt hat Astrolabe, Hersteller von Astrologie-Software, in Boston. Astrolabe bietet unter anderem das Programm ACS Atlas an, das aus den beiden Teilen "ACS International Atlas" und "ACS American Atlas" besteht. Mit der Software lässt sich die historische Zeit an jedem beliebigen Ort zwecks Erstellung von Horoskopen bestimmen.

Die Olson-Datenbank, so die Klage, verwende unrechtmäßig Material aus dem ACS Atlas, an dem Astrolabe das Copyright halte. Tatsächlich erwähnt ein Kommentar in der Zeitzonen-Datenbank das Buch "The American Atlas" von ACS Publications als zuverlässige Quelle für Zeitzoneninformationen für die USA vor 1991. Wie die Copyright-Verhältnisse tatsächlich liegen und ob die Zeitzoneninformationen überhaupt durch das Urheberrecht geschützt sind, muss nun das Gericht entscheiden. (odi)

197 Kommentare

Themen:

Anzeige
  1. Von unendlichen Geschichten an endlichen Freitagen

    Von unendlichen Geschichten an endlichen Freitagen

    Mehr als 300 Meldungen schrieb der heise-Autor zu dem Streit, den die Firma SCO um ihre vermeintlichen Rechte an Linux anzettelte. Im Verlauf der unendlichen Geschichte entstand ein ansehnliches Stück Forenkultur auf heise online.

  2. Windows-Programme unter Linux und OS X: Wine 1.8 kann Windows 10

    Windows-Programme unter Linux und OS X: Wine 1.8 kann Windows 10

    Die neue Version des "Windows-Nicht-Emulators" beherrscht DirectWrite und Direct2D. Gegenüber Windows-Programmen kann sich Wine 1.8 als Windows 8.1 oder Windows 10 ausgeben.

  3. 25 Jahre Linux: Happy Birthday!

    25 Jahre Linux: Happy Birthday!

    Am 17. September 1991 veröffentlichte Linus Torvalds die erste Version von Linux. Ursprünglich sollte das Betriebssystem Freax heißen – und nur auf 386er-Prozessoren laufen.

  4. Diskussionen über ZFS-Dateisystem in Linux-Distribution Ubuntu 16.04 LTS

    Diskussionen um Integration des ZFS-Dateisystems in Ubuntu 16.04

    Die kommende Ubuntu-Version 16.04 soll das leistungsfähige Solaris-Dateisystem ZFS offiziell unterstützen. Das verletzt aber womöglich die Lizenz von Linux-Kernel oder ZFS. Unter Umständen hat das aber keine Folgen.

  1. Wissenschaftsverlag Elsevier klagt gegen Schattenbibliothek

    Angebote wie das Library Genesis Project seien eine Gefahr für die Gesundheit, da sie nicht korrigierte Informationen enthielten

  2. Guerilla Open Access und Robin-Hood-PR gegen Marktversagen

    Mit der Schattenbibliothek Sci-Hub verbindet sich eine Diskussion über das Geschäftsmodell der Wissenschaftsverlage

  3. Osama und die CIA-ISI-GID-Connection

    Mit Seymour Hershs Story wird deutlich, dass der angebliche Weltfeind Nr. 1 kein autonomer Terrorist, sondern eine Figur unter der Kontrolle der Geheimdienste war

  1. Neue Drohnenverordnung: Modellflieger laufen Sturm

    Neue Drohnenverordnung: Modellflieger laufen Sturm

    Modellflieger sehen ihr Hobby durch die neuen Regeln zu unbemannten Fluggeräten in Gefahr. Stein des Anstoßes ist die Begrenzung der Flughöhe auf 100 Meter. Eine Kompromiss-Regelung soll sogar kurzfristig gekippt worden sein.

  2. Vodafone Kabel: Fritzboxen verlieren durch Wartungsfehler individuelle Einstellungen

    Vodafone Kabel: Fritzboxen verlieren durch Wartungsfehler Telefonie-Einstellungen

    Vodafone erklärt auf Nachfrage, dass es sich bei der nächtlichen Wartung um einen teilweise missglückten Routine-Eingriff gehandelt habe.

  3. Kennzeichen und Kenntnisnachweis: Neue Pflichten für Drohnenpiloten kommen

    GoPro-Drohne

    Mehr Sicherheit und Privatsphäre bringen die neuen Regeln für Drohnen laut Verkehrsminister Dobrindt. Unter anderem sind Kennzeichen an den Drohnen verpflichtend, ab einem bestimmten Gerätegewicht auch Kenntnisnachweise.

  4. Navigationssystem Galileo: Mehrere Atomuhren auf Satelliten ausgefallen

    Satellitennavigationssystem  Galileo: Mehrere Uhren ausgefallen

    Das europäische Satellitennavigationssystem Galileo hat weiterhin Probleme: Wie der ESA-Chef am Mittwoch mitteilte, sind insgesamt zehn der hochpräzisen Atomuhren ausgefallen, aber noch haben alle Satelliten Backups.

Anzeige