Logo von heise online

Suche
Abonnieren

Tägliche Top-News bei WhatsApp, Facebook Messenger, Telegram & Insta

preisvergleich_weiss

Recherche in 1.701.081 Produkten

4

Connected Living: Branche fordert mehr Standards ein

Connected Living: Branche fordert mehr Standards ein

Die digitale Transformation schreitet voran. Doch bei der Vernetzung der Dinge und Hausgeräte spricht längst nicht jedes Element mit dem anderen. „Höchste Zeit für industrieübergreifende Partnerschaften“, lautet das Credo einer Konferenz in Berlin.

DSL-Tarifvergleich Anzeige

Die digitale Vernetzung aller Lebensbereiche stellt die Anbieter digitaler Technologien und Anwendungen vor neue Herausforderungen. Sie alle müssten jetzt zusammenkommen, sagte Heinrich Arnold, Chef der Beratungsfirma Detecon am Mittwoch in Berlin. „Die Fülle neuer Technologien bewirkt aktuell, dass eine Möglichkeit und Notwendigkeit für industrieübergreifende Partnerschaften entsteht.“ Aber: „Man muss sich auch finden.“ Die Konferenz Connected Living, eine der europaweit größten industrieübergreifenden Vereinigungen, biete dafür eine wichtige Plattform zum Austausch.

Anzeige

Es gebe einen großen Bedarf an Standards und einheitlichen Plattformen, waren sich die Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Forschung in Berlin auf der Konferenz einig. Derzeit würden aber alle noch verschiedene Protokoll-Sprachen sprechen, sagte Professor Sahin Albayrak, Leiter des DAI-Labors der TU Berlin und Vorstandsvorsitzender von Connected Living. Das Internet der Dinge bestehe aus Millionen vielfältigster Geräte, die verbunden werden. „Es wäre schön, wenn wir in Deutschland endlich über eine Standardisierung reden könnten“, betonte Albayrak.

Bei der Entwicklung von Anwendungen wie autonomes Fahren oder vernetztes Heim müssten die Hersteller jedoch auch aufpassen, dass der Nutzer nicht überfordert werde, warnte Wolf-Dieter Lukas vom Bundesministerium für Bildung und Forschung. Die Interaktion von Mensch und Technik müsse nutzerfreundlicher gestaltet werden, beispielsweise durch den Einsatz von Sprachsteuerung. Auf Basis von künstlicher Intelligenz und mit Hilfe lernender Systeme sollten vor allem im Dienstleistungs- und Versicherungsbereich zahlreiche neue Anwendungen entstehen. Die Entwicklung wolle die Bundesregierung mit der Unterstützung von neuen Anbietern und Gründern begleiten.

Für eine breitere Akzeptanz unter den Nutzern schlug Lukas vor, nicht von autonomen Systemen, sondern von Assistenz-Systemen zu sprechen. „Auf Assistenzsysteme im Auto will kaum jemand verzichten. Sprechen wir dann jedoch von ‚autonomen Autos‘ werden sofort Ängste geschürt. Die Nutzer sehen ihre Selbstbestimmung in Gefahr. Hier kann schon das richtige Wording unterstützen, um Vorbehalte abzubauen.“

Bei der Entwicklung der vernetzten Mobilität und selbstfahrender Autos ist Deutschland nach Einschätzung von Lukas gut aufgestellt. „Die meisten Patente dazu kommen aus Deutschland.“ An erster Stelle stünden Zulieferer wie Bosch und Conti, danach käme „eine ganze Weile gar nichts“. Es fehle aber ein wenig an dem „Mut zu sagen, wir sind gut“.

Beim Internet der Dinge gebe es für deutsche Anbieter eine große Marktchance, schätzt Arnold. Das „digitale Telefonbuch“ sei bereits an Facebook vergeben. „Das digitale Referenzbuch der Dinge ist aber noch zu haben.“ Die meisten der dort abgebildeten physikalischen Dinge hätten etwas mit Europa zu tun.

Neben den Fachvorträgen und Workshops bekamen auf der zweitägigen Konferenz auch einige Startups die Gelegenheit, sich und ihre Ideen vorzustellen. Sieben Teams präsentierten innovative und pragmatische Lösungen aus den Bereichen Sprachsteuerung, Energie- und Gebäudemanagement, Cloud Metering, digitales Immobilienmanagement und Connected Car – darunter auch der weltweit erste kommerziell verfügbare digitale Spiegel mit interaktivem Touchdisplay. Die Auszeichnung für den besten Startup Pitch konnte Aaron.ai gewinnen, mit einer KI-Anwendung für die Sprachverarbeitung.

Hinweis in eigener Sache: Die Heise Medien GmbH, die auch heise online herausgibt, ist Mitveranstalter der ConnectedLiving Conference. (dpa) / (map)

Anzeige

4 Kommentare

Themen:

Anzeige
  1. Connected Living ConnFerence 2017 – Der Mensch im Fokus der Digitalen Transformation

    iX Live-Webinar: iOS 10 effizient und sicher im Unternehmen einsetzen

    Internet der Dinge, Smart Home und digital vernetztes Leben: Die digitale Transformation bestimmt unsere Zukunft – im Beruf sowie im privaten Umfeld.

  2. Connected Living ConnFerence 2017 – Künstliche Intelligenz

    iX Live-Webinar: iOS 10 effizient und sicher im Unternehmen einsetzen

    Künstliche Intelligenz dringt in immer mehr Bereiche des Vernetzten Lebens vor, von der Mobilität über die Energie- und Gesundheitsversorgung bis hin zum Wohnen.

  3. Autonomes Fahren: Forschungsgelder u.a. für Mensch-Maschine-Interaktion und Recht im "Verkehr 4.0"

    Autonomes

    Das Bundesverkehrsministerium hat im Rahmen des "Forschungsprogramms zur Automatisierung und Vernetzung im Straßenverkehr" weitere 22,2 Millionen Euro für 13 neue Forschungsvorhaben etwa in Berlin und Düsseldorf bewilligt.

  4. Bosch will selbstfahrende Autos das Lernen lehren

    Bosch will selbstfahrenden Autos das Lernen lehren

    Die Mobilität der Zukunft soll frei von Unfällen, Stress und Emissionen sein. Das verspricht Bosch auf einer Konferenz in Berlin. Künstliche Intelligenz spiele dafür die entscheidende Rolle. Bosch will dafür das "Gehirn" liefern.

  1. "Ich nutze nicht einmal ein Smartphone"

    Datenschutz, Netzwerk, Sicherheit

    Ein Leben ganz ohne Smartphone? Auf wen könnte das zutreffen? Auf Bundesforschungsministerin Johanna Wanka oder den Sicherheitsexperten Eugene Kaspersky? Lesen Sie die Antwort im Doppelinterview.

  2. Amazons Alexa: Die nützlichsten Skills im Überblick

    Die Sprachassistentin Alexa kann sogenannte Skills lernen. Welche die wichtigsten und nützlichsten sind, erfähren Sie in diesem Artikel.

  3. Die Sexroboter kommen

    Die Frage ist nur, wie und wann

  1. Welt-Pressefoto des Jahres 2017: Die Nominierungen stehen fest

    Zivilisten während der Kämpfe um die irakische Stadt Mossul

    Bilder von Krieg und Frieden, Liebe und Hass, Natur und Naturzerstörung – mehr als 4500 Fotografen haben sich am World Press Photo Contest für das beste Pressefoto des Jahres 2017 beteiligt, nun steht die Vorauswahl für die besten Aufnahmen fest.

  2. Erpressung von HBO: Hacker veröffentlichen mehr Material

    HBO, Hacker

    Seit einigen Wochen muss sich der US-Bezahlsender HBO mit Lösegeldforderungen einer Hackergruppe herumschlagen. Diese soll 1,5 Terabyte an Daten kopiert haben und droht mit der stückweisen Veröffentlichung.

  3. Polizei, Feuerwehr und Facebook – viele Fälle für Hamburgs Datenschutzbeauftragten

    Polizei, Feuerwehr und Facebook – viele Fälle für Hamburgs Datenschutzbeauftragten

    Die Datenschutzgrundverordnung steht vor der Tür. Die Hamburger Datenschützer haben vor ihrem Inkrafttreten nach eigenen Angaben so viel zu tun, dass sie Alarm schlagen.

  4. HTTP-Status 418 "Ich bin eine Teekanne" darf bleiben

    Fehlercode 418

    Der HTTP-Statuscode 418 "I'm a tea pot" war eigentlich als Aprilscherz gedacht und drohte, aus dem Netz zu verschwinden. Doch nun könnte der sinnlose Fehlercode sogar zum offiziellen IETF-Standard werden.

Anzeige