Logo von heise online

Suche
Abonnieren

Tägliche Top-News bei WhatsApp, Facebook Messenger, Telegram & Insta

preisvergleich_weiss

Recherche in 1.734.198 Produkten

193

Chinesisches Raumlabor Tiangong-1 stürzt ab: Gefahr durch Trümmer eher gering

Chinesisches Raumlabor Tiangong-1 stürzt ab: Gefahr durch Trümmer eher gering

So könnte der Absturz aussehen: Hier das kontrollierte Verglühen des ESA-Raumtransporters Jules Verne

Bild: ESA/NASA

Das chinesische Raumlabor Tiangong 1 kreist seit Herbst 2016 unkontrolliert um die Erde und verliert an Höhe. Sein Eintritt in die Atmosphäre wird ab Karfreitag erwartet. Bis zu 3,5 Tonnen könnten nicht verglühen und auf die Erde stürzen.

Teile des chinesischen Raumlabors Tiangong 1 werden nach Einschätzung von Experten zwischen dem 30. März und dem 6. April auf die Erde stürzen und damit minimal später, als zuletzt prognostiziert. "Drei bis vier Tage vorher können wir den genauen Tag eingrenzen, am Tag selbst dann im besten Fall den Zeitpunkt bis auf einige Stunden bestimmen", sagte Holger Krag von der Europäischen Raumfahrtagentur ESA am Mittwoch in Darmstadt. Deutschland werde nicht betroffen sein. Zu dem unbemannten "Himmelspalast 1" besteht seit 2016 kein Kontakt mehr.

Anzeige

Der unkontrollierte Wiedereintritt der Raumstation sei nicht vergleichbar mit einem Meteoriteneinschlag, betonte Krag. Die Trümmer fielen ab 30 Kilometern Höhe mit der normalen Fallgeschwindigkeit. Daher werde es auch keine Krater geben. "Die Wahrscheinlichkeit von einem Trümmerteil verletzt zu werden, ist so hoch wie die Möglichkeit von einem Blitz zweimal in einem Jahr getroffen zu werden."In der Geschichte der Raumfahrt gibt es laut der ESA keinen bestätigten Fall, in dem ein Mensch durch herabstürzenden Weltraumschrott getötet wurde.

Dass Teile der rund 8,5 Tonnen schweren und zwölf Meter langen Raumstation auf Deutschland, die Schweiz oder Österreich fallen, ist sogar ausgeschlossen. Das Gebiet, über dem die Trümmer eintreten können, ist jedoch riesig. Es handelt sich um einem erdumspannenden Gürtel von 43 Grad südlich bis 43 Grad nördlich des Äquators. Auf dem 43. Grad nördlicher Breite liegt etwa Marseille. Damit kann es alle Kontinente – bis auf die Antarktis – und alle Ozeane treffen. Die Mehrheit der Menschheit lebt in diesem Gürtel, der unter anderem Afrika, Indien und große Teile Chinas umfasst.

Weil die mögliche Absturzregion viel Wasser und Wüsten umfasst, sei es fraglich, ob sich nach dem Absturz überhaupt Teile der Raumstation finden ließen. "Es fällt auch nicht alles auf einen Fleck, sondern verteilt sich über eine Schleppe von 1000 bis 1200 Kilometern", sagte Krag.

Etwa 1,5 bis 3,5 Tonnen von Tiangong 1 würden voraussichtlich den Eintritt in die Atmosphäre überstehen, sagte Krag. Wenn die Raumstation in ihrer Umlaufbahn auf etwa 100 Kilometer Höhe sinke, werde sie aufgrund der Dichte der Erdatmosphäre innerhalb kurzer Zeit abgebremst. Das Objekt zerfällt und in der entstehenden Reibungshitze verglüht der größte Teil, nur Elemente aus Titan und Edelstahl nicht. Allzu ungewöhnlich ist das nicht: "70 bis 80 Tonnen Raumfahrtschrott kommen durchschnittlich in einem ganzen Jahr unkontrolliert runter", sagt Krag.

China hatte Tiangong 1 im September 2011 ins All geschossen, wo das Raumlabor über die Jahre sechs Kopplungsmanöver mit chinesischen Raumschiffen der Shenzhou-Reihe absolvierte. Seit 2016 umkreist auch der Nachfolger der Tiangong 1 die Erde. In dem neuen chinesischen Raumlabor können zwei Astronauten länger als im Vorgängermodell leben. Zudem hat Tiangong 2 eine höhere Ladekapazität und lässt sich erstmals auftanken. Die Labors dienen der Vorbereitung für den Bau und Betrieb einer eigenen chinesischen Raumstation, die um 2022 fertig werden soll. (mit Material der dpa) / (mho)

193 Kommentare

Themen:

Anzeige
  1. Absturz des chinesischen Raumlabors Tiangong 1: Experten halten Gefahr für gering

    Absturz des chinesischen Raumlabors Tiangong 1: Experten halten Gefahr für gering

    Das chinesische Raumlabor Tiangong 1 kreist seit Herbst 2016 unkontrolliert um die Erde und verliert stetig an Höhe. Sein Wiedereintritt in die Atmosphäre wird ab Mitte März erwartet. Etwa 1,5 bis 3,5 Tonnen werden dabei voraussichtlich nicht verglühen.

  2. Absturz von Tiangong 1: Chinesische Raumstation wird wohl am Montag verglühen

    Absturz von Tiangong 1: Chinesische Raumstation wird wohl am Montag verglühen

    Die abstürzende chinesische Raumstation wird wohl in der Nacht vom 1. auf den 2. April auf die dichter werdende Atmosphäre treffen und abstürzen. Wo genau das geschehen wird, lässt sich aber immer noch nicht eingrenzen.

  3. Tiangong 1: Chinesische Raumstation wird am Osterwochenende abstürzen

    Tiangong 1: Chinesische Raumstation wird am Osterwochenende abstürzen

    Am 31. März oder am 1. April dürfte es so weit sein: Die chinesische Raumstation Tiangong 1 wird auf die Erde stürzen und dabei größtenteils verglühen. Einige Trümmer dürften dabei die Oberfläche erreichen. Die Gefahr für Menschen ist aber gering.

  4. Chinesische Raumstation Tiangong 1 vor Absturz: Das Fenster schließt sich

    Chinesische Raumstation Tiangong 1 vor Absturz: Das Fenster schließt sich

    Zwischen Ende März und Anfang April wird die außer Kontrolle geratene chinesische Raumstation Tiangong irgendwo auf dem Globus abstürzen. Die Gefahr für Menschen ist sehr gering, aber was genau passiert, wird erst kurz vorher absehbar sein.

  1. China: Der abstürzende "Himmelspalast"

    Chinas erste Versuchsraumstation stürzt auf die Erde. ESA-Experten geben Entwarnung: Schäden und Verletzte extrem unwahrscheinlich

  2. Wettlauf zum Mars

    Menschliche Saat in roter Erde?

  3. Raumfahrt: In der Schwebe

    Raumfahrt: In der Schwebe

    Im Jahr 2024 endet die Finanzierung der Raumstation ISS. Für ein Nachfolgeprojekt gibt es viele Ideen – aber nur China handelt.

  1. Denkt an die Fische! PETA rügt Far Cry 5, weil man darin angeln kann

    Denkt an die Fische: PETA rügt Far Cry 5, weil man darin angeln kann

    Spiele wie Far Cry 5 dürfen in Deutschland nicht mehr auf den Markt kommen, fordert die Tierschutzorganisation PETA. Der Grund: Man kann darin angeln. Es ist nicht das erste Mal, dass PETA die Gaming-Community provoziert.

  2. Vorstellung: Opel Combo Life

    Opel Combo Life

    Kurz nach Peugeot Rifter und Citroën Berlingo stellt Opel seinen Ableger Combi Life auf dieser Basis vor. Der Überraschungseffekt ist denkbar gering, die drei Modelle gleichen sich bis ins Detail.

  3. C++ Core Guidelines: Regeln zur Concurrency und zur Parallelität

    C++ Core Guidelines: Regeln zur Concurrency und zur Paralellität

    C++11 war der erste C++-Standard, der sich mit Concurrency beschäftigt. Der zentrale Baustein für Concurrency ist ein Thread. Dies ist der Grund, dass die meisten der Regeln sich mit Threads beschäftigen. Dies ändert sich dramatisch mit C++17.

  4. heise devSec 2018: Call for Proposals um eine Woche verlängert

    heise devSec 2018: CfP um eine Woche verlängert

    Bis zum 29. April haben Experten nun noch Zeit, ihre Vorträge für die Konferenz zum Thema sichere Softwareentwicklung einzureichen.

Anzeige