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China warnt vor Handelskonflikt mit USA, EU-Kritik zurückgewiesen

China warnt vor Handelskonflikt mit USA, EU-Kritik zurückgewiesen

Die "große Halle des Volkes" in Peking, in der der Volkskongress tagt

Wird US-Präsident Trump wie angedroht Strafzölle gegen China verhängen? Niemand weiß es. Aber China warnt vorsichtshalber, dass es in einer solchen Auseinandersetzung nur Verlierer geben werde.

China hat die USA vor einem Handelskonflikt gewarnt. Eine solche Auseinandersetzung zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt brächte "nur Schmerzen" und hätte keinen Gewinner, sagte Chinas Handelsminister Zhong Shan während der Jahrestagung des Volkskongresses vor der Presse.

Das Handelsvolumen beider Länder sei heute mit 519,6 Milliarden Dollar mehr als 200 Mal größter als bei der Aufnahme der diplomatischen Beziehungen im Jahr 1979. Beide Volkswirtschaften seien inzwischen eng verflochten. So würden etwa 26 Prozent aller Flugzeuge von Boeing und 16 Prozent aller US-Autos in China verkauft.

"Lenkende Funktion"

US-Präsident Donald Trump hatte mit Hinweis auf Handelsungleichgewichte und Chinas Wechselkurspolitik angedroht, hohe Strafzölle verhängen zu wollen. Seit seinem ersten Telefonat mit Chinas Staats- und Regierungschefs Xi Jinping im Februar war davon allerdings keine Rede mehr.

Am Rande der Tagung wies Chinas Industrieminister Miao Wei auch Vorwürfe zurück, dass die Industriepolitik seines Landes ausländische Firmen diskriminiere. Die "entscheidende Rolle" bei der Entwicklung der Wirtschaft spiele der Markt, während die Regierung eine "lenkende Funktion" einnehme, sagte der Minister vor der Presse.

"Made in China"

Die seit 2015 verfolgte geltende "Made in China 2025"-Strategie zur Entwicklung fortschrittlicher Industrie- und Technologiezweige gelte für alle in China aktiven Unternehmen, egal ob sie aus dem Inland oder Ausland stammen, betonte Miao Wei. Eine Studie der Europäischen Handelskammer in China hatte vergangene Woche beklagt, dass EU-Unternehmen dadurch benachteiligt und an den Rand gedrängt würden.

Der "Made in China 2025"-Plan stelle Milliardenhilfen für chinesische Unternehmen bereit, die – wie in der Vergangenheit bei Stahl und Solarzellen – zu Überkapazitäten führten, die Spannungen mit Handelspartnern auslösten, beklagte die Kammer. Chinas Regierung wolle nach alter planwirtschaftlicher Manier wieder eine "vorherrschende Rolle" bei der Lenkung der Wirtschaft spielen. (dpa) / (jk)

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