Logo von heise online

Suche
Abonnieren

Tägliche Top-News bei WhatsApp, Facebook Messenger, Telegram & Insta

preisvergleich_weiss

Recherche in 1.508.171 Produkten

Andreas Landwehr, dpa 32

China startet ersten Raumfrachter ins All

China startet ersten Raumfrachter ins All

Der Start in Wenchang

Bild: New China TV

China greift nach den Sternen, während die USA und andere Nationen ihre Raumfahrtprogramme zurückfahren. Jetzt ein Cargo-Schiff, bald eine chinesische Raumstation. Auch Mond und Mars sind angepeilt.

China ist dem Bau einer eigenen Raumstation einen wichtigen Schritt näher gekommen. Vom neuen Weltraumbahnhof Wenchang auf der Insel Hainan in Südchina brachte am Donnerstag eine Rakete vom Typ "Langer Marsch 7" einen neuen Raumfrachter ins All, der für die Versorgung der geplanten Raumstation notwendig ist. Bei Chinas erstem unbemannten Nachschubflug soll "Tianzhou 1" (Himmlisches Schiff) drei Kopplungs-Manöver mit dem Raumlabor "Tiangong 2" (Himmelspalast) absolvieren, das gegenwärtig die Erde umkreist.

Alles läuft nach Plan

Nur 24 Minuten nachdem die Rakete mit einem langen Feuerschweif am Abendhimmel abgehoben hatte, verkündete das Kontrollzentrum, der Start sei erfolgreich verlaufen. Geht alles weiter nach Plan, wird der Raumfrachter Material liefern, Treibstoff nachfüllen und wissenschaftliche Experimente vornehmen. "Ohne einen Raumfrachter kann China keine Raumstation betreiben", sagte der australische Experte Morris Jones. "Alle längeren Raumflüge erfordern Logistik."

Die zweitgrößte Wirtschaftsnation hat ehrgeizige Pläne. Außer einer Raumstation um 2022 plant China auch Missionen zum Mond und zum Mars. Sollte die Internationale Raumstation (ISS) wie geplant 2024 ihren Dienst einstellen, wäre China dann die einzige Nation mit einem Außenposten im All. Mit 60 Tonnen wird "Tianhe 1" (Himmlische Harmonie) aber kleiner ausfallen als die ISS, die 240 Tonnen wiegt.

Mit "Tianzhou 1" wird China das vierte Land, das einen eigenen Raumfrachter hat. Russland besitzt das Cargoschiff "Progress", Japan den HTV-Frachter, während das private US-Raumfahrtunternehmen Space X den einzigen wiederverwendbaren Transporter "Dragon" einsetzt. Der neue Raumfrachter ist 10,6 Meter lang und bis zu 3,35 Meter im Durchmesser. "Tianzhou 1" kann sechs Tonnen Ladung transportieren und ist insgesamt 13 Tonnen schwer. Es wird nach zwei Tagen an das Raumlabor andocken, in dem im Herbst zwei Astronauten den mit 33 Tagen bisher längsten Raumflug Chinas absolviert hatten.

China holt auf

Während die USA und andere Länder ihre Raumfahrtprogramme kürzen, holt die junge Raumfahrtnation China mit großen Schritten auf. "China verstärkt den Druck auf die USA, die keinen langfristigen Plan für die bemannte Raumfahrt hat", sagte der Experte Jones. Die Fortschritte der Chinesen böten auch neue Möglichkeiten für die Deutschen und andere Europäer, die mit Chinas Raumprogramm kooperieren. (mho)

32 Kommentare

Themen:

Anzeige
  1. Schritt zur Raumstation: China startet seine leistungsfähigste Rakete

    Schritt zur Raumstation: China startet seine leistungsfähigste Rakete

    Es ist eine wichtige Voraussetzung für den Bau der chinesischen Raumstation – und für Flüge zum Mond und Mars. Mit dem Start seiner bisher tragfähigsten Rakete greift China nach den Sternen.

  2. Chinas Raumfrachter koppelt erfolgreich an Raumlabor an

    Chinas Raumfrachter koppelt erfolgreich an Raumlabor an

    Zwei Tage nach seinem Start hat der neue chinesische Raumfrachter "Tianzhou 1" am Samstag automatisch an Chinas Raumlabor "Tiangong 2" angedockt. Damit absolvierte der Cargo-Transporter erfolgreich das erste von drei Kopplungsmanövern.

  3. China will hoch hinaus: Raumlabor Tiangong 2 erfolgreich gestartet

    China will hoch hinaus: Raumlabor Tiangong 2 erfolgreich gestartet

    China hat hochfliegende Pläne im All. In wenigen Jahren soll mit dem Bau einer Raumstation begonnen werden. Die wäre nach dem Ende der Internationalen Raumstation ISS der einzige Außenposten der Menschheit im All.

  4. China schickt erfolgreich zwei Astronauten ins All

    China schickt erfolgreich zwei Astronauten ins All

    Nach dem Start hat Chinas sechster bemannter Weltraumflug eine wichtige Mission vor sich: Die Raumfahrer sollen an das neue Raumlabor Tiangong 2 andocken. Nach Experimenten dort will die Volksrepublik bald eine Raumstation in die Umlaufbahn schießen.

  1. China: Der neuen Raumstation einen Schritt näher

    China zieht in der Raketentechnologie mit der EU, den USA und Russland gleich und will ab 2018 mit dem Aufbau einer eigenen Raumstation beginnen

  2. Russland nimmt neuen Weltraumbahnhof in Betrieb

    Vorerst keine bemannten Flüge

  3. Russland nimmt neuen Weltraumbahnhof in Betrieb

    Vorerst keine bemannten Flüge

  1. Reportage: Mercedes Classic Center Fellbach

    Im Mercedes Classic Center Fellbach

    Im Mercedes Classic Center werden alle je gebauten Mercedes- und Daimler-Modelle betreut, gepflegt, repariert, restauriert und notfalls wieder neu aufgebaut. Wenn man möchte, bekommt man einen viele Jahrzehnte alten Neuwagen

  2. Zwei Jahre Apple Watch: Fast so groß wie Rolex

    Apple Watch in Berlin

    In dieser Woche feiert die Computeruhr aus Cupertino runden Geburtstag. Mac & i blickt zurück.

  3. Kommentar zu Amazons Echo Look: 1 und 3 und 2 und los!

    Kommentar: Amazons Echo Look - 1 und 3 und 2 und los!

    Mit dem Look erweitert Amazon seine Echo-Serie um ein Gerät mit Kamera, das Modetipps gibt. Dabei vergisst der Online-Händler, an der eigentlichen Baustelle zu arbeiten: Alexa.

  4. Karl Klammer wurde auf dem Mac gestaltet

    Microsofts Clippy wurde auf dem Mac gestaltet

    In einem Interview hat Kevan Atteberry, der Illustrator des von vielen Nutzern hassgeliebten Office-Assistenten, Details über die Entstehung verraten.

Anzeige