Logo von heise online

Suche
Abonnieren

Tägliche Top-News bei WhatsApp, Facebook Messenger, Telegram & Insta

preisvergleich_weiss

Recherche in 1.508.171 Produkten

Axel Kannenberg 474

China bereitet Abschied von Verbrennungsmotoren vor

China bereitet Abschied von Verbrennungsmotoren vor

Bild: Volkswagen AG

Die chinesische Regierung plant ein Verbot von Autos mit Verbrennungsmotor, ließ der Vize-Industrieminister kürzlich verlauten. Derzeit arbeite man noch am Zeitplan für die Regelung.

Herstellung und Verkauf von Autos mit Verbrennungsmotor sollen in China künftig verboten werden. Der Vizeindustrie-Minister Xin Guobin kündigte das laut der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua am Wochenende bei einem Automobilforum in Tianjin an. Derzeit arbeite das Industrieministerium noch an einem Zeitplan. Die Hersteller sollten sich der Lage bewusst sein und ihre Strategie anpassen, sagte Guobin.

Anzeige

China ist nicht das erste Land, dass den Abschied von Verbrennern vorbereitet. So will die britische Regierung 2040 Diesel, Benziner und Hybridfahrzeuge verbieten, Frankreich hat das ebenfalls vor und setzt dabei die gleiche Frist. E-Auto-Pionier Norwegen will sogar bereits 2025 keine Diesel- und Benzinfahrzeuge mehr zulassen. Aber wenn sich China als zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt dazu entschließt, ist das natürlich eine ganz andere Hausnummer.

Noch ist offen, wie viel Zeit die Hersteller haben, um sich auf die kommenden Veränderungen im bedeutenden Absatzmarkt China einzustellen. Die Umsetzung in einem so großem Markt wie China könne aber noch weitaus später als 2040 erfolgen, schätzt Liu Zhijia, Manager bei Chinas größtem Autobauer Chery, laut Bloomberg. Eine zuvor bereits geplante Produktionsquote für E-Autos, die ab 2018 greifen sollte, brachte jedenfalls schon mal Hersteller und Lobbyisten weltweit auf die Barrikaden. Berichten nach sollen die Regelungen nun erst 2019 greifen.

Erste Autohersteller wie Volvo haben bereits angekündigt, langfristig auf E-Autos umzuschwenken und Modelle mit Verbrennungsmotoren Schritt für Schritt zu ersetzen. Die deutschen Autobauer, für die China natürlich ein bedeutender Absatzmarkt ist, geben sich bislang noch zurückhaltender. Laut einer Umfrage der dpa unter VW, Daimler und Co. wollen diese etwa noch lange am Diesel festhalten – mindestens als Brückentechnologie. Alle wollen zwar ihr Engagement für E-Mobilität ausweiten, sehen aber sich 2030 aber eher bei einem Antriebsmix aus Verbrennungsmotoren, Plug-in-Hybriden und Elektrofahrzeugen.

In Deutschland hatte sich SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz im August mit der Forderung nach einer europäischen Elektroauto-Quote vorgewagt – CDU, Mittelstand und Autohersteller gaben Kontra. Die Grünen haben sich ins Wahlprogramm geschrieben, dass ab 2030 nur noch abgasfreie Pkw neu zugelassen werden. Dass das nach der Wahl im September mehrheitsfähig wird, ist wohl eher unwahrscheinlich. 2016 waren laut der Internationalen Energie-Agentur (IEA) 2 Millionen Pkw mit rein elektrischem Antrieb oder als Plug-in-Hybride auf den Straßen, rund 0,2 Prozent aller Autos weltweit. (axk)

474 Kommentare

Themen:

Anzeige
  1. Niederlande: Ab 2030 sollen nur noch emissionsfreie Pkw auf die Straße

    Niederlande: Ab 2030 sollen nur noch emissionsfreie Pkw auf die Straße

    Die neue niederländische Regierung will in dreizehn Jahren keine neuen Autos mit Benzin- oder Dieselmotoren mehr zulassen. Derzeit liegt der Marktanteil von Elektrofahrzeugen in den Niederlanden bei weniger als zwei Prozent.

  2. Vor der IAA: Letzte Ausfahrt Zukunft – das Auto von morgen

    Vor der IAA: Letzte Ausfahrt Zukunft – das Auto von morgen

    Deutschlands Autoindustrie steht zur Messe IAA unter Druck – nicht nur wegen der Dieselkrise. Weltmarken sind mittendrin im Ringen um die Zukunft. Wie sieht die Mobilität von morgen aus? Eine Spurensuche auf Teststrecken und in Labors.

  3. Gabriel sieht Durchbruch für entschärfte E-Auto-Quote in China

    Auto, Verkehr, Stadt, Stau

    Seit Monaten zittern deutsche Autobauer vor einer geplanten Produktionsquote von Elektroautos in China. Laut Außenminister Gabriel können die Hersteller aufatmen. Die Regeln sollen entschärft werden.

  4. Grüne: Stärke deutscher E-Auto-Anbieter im Ausland auch daheim nutzen

    Grüne: Stärke deutscher E-Auto-Anbieter im Ausland auch daheim nutzen

    Im Ausland laufen die Geschäfte der deutschen Autobauer mit E-Autos laut einer Auswertung des Wissenschaftlichen Dienstes des Bundestags gut. Die Grünen sehen darin bestätigt, dass die Autoindustrie E-Autos gut vertreiben kann, wenn sie es denn muss.

  1. Niederlande: Lokal emissionsfreie Pkw ab 2030

    Niederlande: Lokal emissionsfreie Pkw ab 2030

    Die neue niederländische Regierung will in dreizehn Jahren keine neuen Autos mit Benzin- oder Dieselmotoren mehr zulassen. Derzeit liegt der Marktanteil von Elektrofahrzeugen in den Niederlanden bei weniger als zwei Prozent

  2. Elektro-Autos: China führt Quote ein

    Ab 2019 müssen Unternehmen, die nicht genug Elektroautos verkaufen können, Strafe zahlen oder bei der Konkurrenz Punkte einkaufen

  3. Verbrennungsmotor: Tot oder nur ein bisschen tot?

    Eine Debatte über Technik und Gestaltung des Verkehrs im 21. Jahrhundert gehört auf die Tagesordnung gesetzt

  1. Redesign: Google Maps soll übersichtlicher werden

    Redisgn: Google Maps soll übersichtlicher werden

    Eine überarbeitete und personalisierte Kartenansicht soll zusammen mit farblich abgegrenzten Kategorien für Orte für mehr Übersicht im Kartendienst Google Maps und in anderen Google-Apps sorgen

  2. Kommentar: Firefox ist wieder cool

    Kommentar: Firefox ist wieder cool

    Mit großem Tamtam hat Mozilla Firefox Quantum veröffentlicht. Ein längst überfälliges Update: Endlich kann es der Browser mit seinem ärgsten Rivalen aufnehmen. (Nicht nur) Chrome-Nutzer sollten einen Blick riskieren und Firefox eine (zweite) Chance geben.

  3. Amazon Cloud Cam enthält Lücke für smarten Einbruchdiebstahl

    Amazon

    Amazon Key öffnet Paketboten und anderen Dienstleistern die Tür zum privaten Smarthome per Cloud-Funktion. Leider lässt sich die zugehörige Überwachungskamera mit einem Trick überlisten.

  4. Quad9: Datenschutzfreundliche Alternative zum Google-DNS

    Quad9: Datenschutzfreundliche Alternative zum Google-DNS

    Wer Google nicht wesentliche Teile seines Surfverhaltens anvertrauen möchte, kann ab sofort auf einen alternativen DNS-Dienst ausweichen: 9.9.9.9 statt 8.8.8.8. Doch auch dort gibt es Besonderheiten.

Anzeige