Logo von heise online

Suche
Abonnieren

Tägliche Top-News bei WhatsApp, Facebook Messenger, Telegram & Insta

preisvergleich_weiss

Recherche in 1.508.171 Produkten

Ulrike Kuhlmann 90

Chef der Sicherheitsfirma Securitas war nach Identitätsdiebstahl bankrott

Chef der Sicherheitsfirma Securitas war nach Identitätsdiebstahl bankrott

Der Chef der schwedischen Sicherheitsfirma Securitas AB wurde nach dem Diebstahl seiner Identität von einem Gericht kurzzeitig für bankrott erklärt. Bis dahin hatte er nichts von dem Identitätsdiebstahl bemerkt.

Ein schwedisches Gericht hat Alf Goransson vergangene Woche für bankrott erklärt. Schuld an der Privatinsolvenz des 59 Jahre alten Chefs des weltbekannten Sicherheitsunternehmens Securitas AB war nicht Goransson selbst, sondern der Dieb seiner Identität. Dieser hatte im März im Namen Goranssons einen Kredit in nicht genannter Höhe aufgenommen und anschließend einen Antrag auf Privatinsolvenz gestellt. Ein Gericht hatte dem Antrag stattgegeben.

Goransson habe bis zu dem Zeitpunkt nichts von dem Identitätsdiebstahl gewusst, erklärte eine Sprecherin der Sicherheitsfirma gegenüber Bloomberg. Die Hackerattacke sei bereits im März erfolgt. Zwei Tage nach der Urteilsverkündigung wurde der Gerichtentscheid aufgehoben.

Transparentes Schweden

In Schweden können Insolvenzanträge sehr einfach gestellt werden: das unbeglaubigte Dokument muss nur unterschrieben und per Email ans Gericht geschickt werden. Das Verfahren ist kostenlos, die Unterschrift wird nicht überprüft.

Ohnehin setzt man in Schweden auf leichten Informationszugang und auf Transparenz: Über Internetportale haben die Bewohner Zugriff auf viele persönliche Daten ihrer Freunde, Nachbarn oder Arbeitskollegen. So können sie beispielsweise über die Seite der Steuerbehörde in Erfahrung bringen, was die Kollegen verdienen. Barzahlungen sind in Schweden wie in ganz Skandinavien unüblich – bezahlt wird mit Karte oder Handy und man geht online shoppen.

Die Transparenz geht allerdings mit einem erhöhten Aufkommen an Identitätsdiebstählen einher. So gab es in den ersten sechs Monaten dieses Jahres bereits 12.800 solcher Identitätsdiebstähle, schreibt Bloomberg.

Für Alf Goransson hatte der Identitätsdiebstahl weitere Folgen: Er wurde beim schwedischen Unternehmensregister automatisch von seinem Posten als CEO bei Securitas enthoben. Securitas will auch diesen Vorgang schnellstmöglich rückgängig machen. Goransson ist seit 2007 Chef des Unternehmens. Securitas beschäftigt weltweit über 335.000 Mitarbeiter in 53 Ländern.

Den Identitätsdiebstahl und seine Folgen beschreibt das c't magazin in Sie wurden gehackt


(uk)

90 Kommentare

Themen:

Anzeige
  1. Apple vs. Samsung: Zweite Patentschlacht wohl auf dem Weg zum Supreme Court

    Apple und Samsung

    Samsung will offenbar auch den zweiten großen Patentstreit mit Apple vor das höchste US-Gericht bringen. Das 120-Millionen-Dollar-Urteil wegen Samsungs Verletzung von Patenten wie Slide to Unlock wurde erst gekippt und schließlich wiederhergestellt.

  2. Geheimakte BND & NSA: Wie der NSA-Ausschuss tagt und tickt

    Geheimakte BND & NSA: Wie der NSA-Ausschuss tagt und tickt

    In den fast drei Jahren seines Bestehens haben sich im NSA-Untersuchungsausschuss einige feste Rituale etabliert. Die Abgeordneten hatten es außerdem mit einigen besonders renitenten Zeugen zu tun und einem nicht wirklich kooperativen Kanzleramt.

  3. Streit um Software für Itanium: Oracle soll drei Milliarden Dollar an Hewlett-Packard zahlen

    Logo von Softwarekonzern Oracle

    Für den Computerkonzern HP war Oracles Absage an Itanium-Server im Jahr 2011 ein schwerer Schlag. Vor Gericht musste nun geklärt werden, ob Oracle mit der Entscheidung unfair seine eigene Server-Plattform bevorzugt hat.

  4. Abbau von Atomkraftwerk genehmigt - Isar 1 verschwindet

    Abbau von Atomkraftwerk genehmigt - Isar 1 verschwindet

    Die Weichen für den Abriss des Atommeilers Isar 1 sind gestellt. Die Genehmigungen liegen nun vor. Aber niemand weiß, wie lange der Rückbau dauern wird.

  1. Fall Assange: Bald nur mehr einem strafrechtlich relevanten Vorwurf ausgesetzt

    Drei von vier Anlagepunkten der schwedischen Staatsanwaltschaft verjähren in dieser und der nächsten Woche, ohne dass es zu einer Anklage kommt

  2. Richtigstellung? Nein danke

    Ein Fallbeispiel dafür, wie "Qualitätsjournalismus" nicht funktionieren sollte

  3. "Datenschutz" für Europäer: US-Repräsentantenhaus winkt Farce durch

    Datenschutz für Europäer: US-Unterhaus winkt Farce durch

    Das US-amerikanische Repräsentantenhaus hat einen Gesetzestext gebilligt, der manchen Ausländern das Recht geben soll, US-Behörden wegen Datenschutzverletzung zu verklagen – wenn die US-Behörden das wollen.

  1. Mali: Wie bei einem "Routineeinsatz" Soldaten "verunglücken"

    Wenn statt über einen Krieg über technische Defekte diskutiert wird

  2. Türkei provoziert die USA

    Die staatliche Nachrichtenagentur veröffentlichte die Lage von US-Stützpunkten in Syrien zur Unterstützung der syrischen Kurden, das Pentagon protestiert

  3. Eighties-Machismo extrem: der Lamborghini LM 002

    In den Achtzigern war alles anders. Wir fanden Maschinengewehre noch cooler als Telefone, und ausgerechnet Lamborghini baute einen Geländewagen: 444 PS stark, 220 km/h schnell, mit Sandwalzen und Ölscheich-Preisschild

  4. Fünfeinhalb Jahre Haft für den Salafisten Sven Lau

    Der Rechtstaat tut sich schwer mit dem Phänomen "Salafismus". Das Verfahren hatte laut Prozessbeobachter Anklänge an eine "Posse"

Anzeige