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Broadcom erhöht Qualcomm-Gebot auf 146 Milliarden Dollar

Qualcomm

Bild: dpa, Andrej Sokolow

Schon das erste Gebot würde die Übernahme des Chip-Riesen Qualcomm durch den Konkurrenten Broadcom zum teuersten Tech-Deal der Geschichte machen. Jetzt legt Broadcom noch eine Schippe drauf.

Der Chipkonzern Broadcom hat sein Übernahmeangebot für den Rivalen Qualcomm auf 146 Milliarden Dollar hochgeschraubt und will damit die bisher teuerste Tech-Übernahme doch noch schaffen. Qualcomm lehnte das Angebot bisher als zu niedrig ab.

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Das Gebot je Aktie werde um 12 Dollar in Broadcom-Anteilen auf 82 Dollar angehoben, teilte Broadcom am Montag in San Jose mit. Damit wird Qualcomm mit rund 121 Milliarden Dollar bewertet. Dazu kämen nach früheren Angaben noch Schulden von rund 25 Milliarden Dollar hinzu, falls Qualcomm wie geplant den Konkurrenten NXP übernimmt. Es sei das letzte Gebot, betonte Broadcom.

Qualcomm teilte in einer ersten Reaktion lediglich mit, man werde die nachgebesserte Offerte prüfen. Die Firma sperrte sich bisher gegen den Deal auch unter Verweis auf mögliche Probleme mit Regulierungsbehörden. Broadcom betonte jetzt, man wäre bereit, weitreichende Auflagen zu akzeptieren. Die Unternehmen wären zusammen die Nummer drei in der Chipindustrie nach Samsung und Intel.

Bislang hatte Broadcom 70 Dollar für Qualcomm geboten, davon 60 Dollar in bar und 10 Dollar in Broadcom-Aktien. Nun wurde auch eine großzügige Zahlung an Qualcomm für den Fall zugesagt, dass ein vereinbarter Deal noch scheitern sollte. Außerdem bietet Broadcom dem Qualcomm-Verwaltungsratschef Paul Jacobs und einem weiteren Vertreter der Firma einen Platz im Führungsgremium des fusionierten Unternehmens an. Für Anfang März ist die Aktionärsversammlung von Qualcomm angesetzt, die zumindest theoretisch die Weichen für einen Deal stellen könnte.

Qualcomm ist Marktführer bei SoCs mit Funkmodems, die Smartphones antreiben und für die Netzverbindung sorgen. Die Spezialität von Broadcom sind Wifi- und Bluetooth-Chips.

Qualcomm steht aktuell massiv unter Druck. Durch einen seit Monaten andauernden Patentstreit mit Apple bekommt die Firma keine Lizenzzahlungen von iPhone-Fertigern. Das macht sich in der Bilanz bemerkbar und ließ auch den Aktienkurs sinken – was Broadcom ausnutzen will. Zudem belegte die EU-Kommission Qualcomm vor kurzem mit einer Strafe von knapp einer Milliarde Euro, weil sie einen Exklusiv-Deal mit Apple als wettbewerbswidrig einstufte.

Am Montag gab der Qualcomm-Kurs im frühen US-Handel zeitweise um rund zwei Prozent nach, während das Broadcom-Papier in ähnlicher Größenordnung zulegte. (dpa) / (axk)

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