Logo von heise online

Suche
Abonnieren

Tägliche Top-News bei WhatsApp, Facebook Messenger, Telegram & Insta

preisvergleich_weiss

Recherche in 1.734.489 Produkten

Martin Holland 687

Bitcoin: Forscher finden Kinderpornographie in der Blockchain

Bitcoin: Forscher finden Kinderpornographie in der Blockchain

Bild: TheDigitalArtist

Die Blockchain ist der Grundpfeiler der Kryptowährung Bitcoin. Forschern zufolge haben Nutzer es geschafft, kinderpornographische Inhalte in die nicht veränderbare Datensammlung einzuschleusen. Ihr Besitz könnte dann fast weltweit illegal sein.

Forscher haben in der Bitcoin-Blockchain mehrere illegale Inhalte entdeckt, die von Nutzern eingeschleust wurden und aufgrund der Funktionsweise nicht mehr gelöscht werden können. Wie sie in ihrem Paper ausführen, haben die Forscher der RWTH Aachen und der Goethe-Universität Frankfurt/Main verschiedene Methoden zusammengetragen, mit denen nicht direkt zu Transaktionen gehörende Informationsbrocken in der Blockchain abgelegt werden können. Insgesamt haben sie mehr als 1600 Dateien gefunden, die auf diese Weise in die Blockchain geschleust wurden: Darunter seien zwei Linklisten, die auf kinderpornographische Inhalte verweisen, eine sei ein Bild, das selbst kinderpornographisch sei.

Anzeige

Die Wissenschaftler beleuchten damit ein bekanntes Problem, das nun aber massive Konsequenzen für die Blockchain und Bitcoin insgesamt haben könnte. In der Blockchain werden alle bisherigen Bitcoin-Transaktionen gesammelt. Um Manipulationen auszuschließen ist eine nachträgliche Änderung nicht nur nicht vorgesehen, sondern wird durch das kryptographische Verfahren aktiv unterbunden. Über diverse Verfahren können Nutzer aber zusätzlich zu den Transaktions-Daten Informationen in die Blockchain schleusen, etwa als Kommentar. Schon 2014 hatten Scherzbolde über solch einen Weg eine Virensignatur eingefügt, woraufhin Virenscanner die gesamte Blockchain löschten. Bitcoin-Clients luden die mehrere Gigabitye große Datei daraufhin erneut herunter, bis sie wieder entfernt wurde.

Wie die Autoren ausführen, ist es in der Mehrzahl der Staaten illegal, kinderpornographische Inhalte zu besitzen. Wenn die aber nun nicht entfernbar direkt auf der Blockchain liegen, könnte das die gesamte Kryptowährung gefährden, ist es doch fürs Schürfen notwendig, die vollständige Datenbank herunterzuladen. Zwar gebe es noch keine Richtersprüche, aber Urteile aus Deutschland, den USA und Großbritannien legten nahe, "dass gesetzeswidrige Inhalte wie Kinderpornographie den Besitz der Blockchain illegal machen könnten". Darüber hinaus ist das Problem nicht auf Bitcoin beschränkt, denn auch andere Kryptowährungen setzen auf die Blockchain-Technik und sind teilweise noch angreifbarer, wenn Transaktionen mehr Informationen hinzugefügt werden können.

tipps+tricks zum Thema:

(mho)

687 Kommentare

Themen:

Anzeige
  1. Vier wichtige Themen für Blockchains und Kryptowährungen im neuen Jahr

    Vier wichtige Themen für Blockchains und Kryptowährungen im neuen Jahr

    Dem massiven Kursanstieg bei Bitcoin und vielen anderen Digitalwährungen im Jahr 2017 standen wenig greifbare Fortschritte bei konkreten Anwendungen entgegen. In diesem Jahr sollte sich das ändern.

  2. Mit den eigenen Gen-Daten per Blockchain handeln

    Neuer Sequenzierungsanbieter will Kunden mit Gen-Daten handeln lassen

    Wer bei kommerziellen Anbietern sein Genom analysieren lässt, kann bislang nicht vom Verkauf solcher Daten für medizinische Studien profitieren. Ein neues Unternehmen will das mit Blockchain-Technik ändern.

  3. EU denkt über schärfere Regulierung von Kryptowährungen nach

    Bitcoin

    Kryptogeld sei ein hochriskantes Investment, bei dem man über strengere Regulierung nachdenken müsse, findet die EU-Kommission. Die Blockchain-Technologie hingegen müsse Europa "annehmen".

  4. Indien geht gegen Kryptowährungen vor – und denkt über eigene nach

    Indien geht gegen Kryptowährungen vor – und denkt über eigene nach

    Ab sofort dürfen in Indien Finanzinstitute keine Geschäfte mit individuellen oder wirtschaftlichen Einrichtungen mehr machen, die mit virtuellen Währungen handeln.

  1. Bitcoin und andere Kryptowährungen: Mining, kaufen, verstehen

    Alles rund um Bitcoins & Co.

    Bitcoins: Die Währung der Zukunft ist in aller Munde. Damit Sie bestens Bescheid wissen, haben wir alles Wichtige zu Kryptowährungen, ihren Erwerb und den Handel damit für Sie zusammengestellt.

  2. Bitcoins kaufen - so geht's

    Wer hat inzwischen nicht von der Kryptowährung "Bitcoin" gehört? Wir zeigen Ihnen, wie Sie selbst in den Bitcoin-Handel einsteigen können.

  3. Ransomware: So entfernen Sie Verschlüsselungs-Trojaner

    Wenn Ihre Daten von einem Verschlüsselungs-Trojaner gekapert wurden, heißt es: Ruhe bewahren. Wir zeigen, was Sie gegen Ransomware tun können.

  1. Löschanlagen-Ton zerstört Festplatten in schwedischem Rechenzentrum

    Rechenzentrum

    Der extrem laute Ton einer Gaslöschanlage hat in einem Rechenzentrum in Schweden zahlreiche Festplatten beschädigt. Der Börsenhandel in Skandinavien war deshalb stundenlang beeinträchtigt.

  2. Denkt an die Fische! PETA rügt Far Cry 5, weil man darin angeln kann

    Denkt an die Fische: PETA rügt Far Cry 5, weil man darin angeln kann

    Spiele wie Far Cry 5 dürfen in Deutschland nicht mehr auf den Markt kommen, fordert die Tierschutzorganisation PETA. Der Grund: Man kann darin angeln. Es ist nicht das erste Mal, dass PETA die Gaming-Community provoziert.

  3. Kalifornien verlangt sparsamere Computer ab 2019

    Kalifornien verlangt sparsamere Computer ab 2019

    Ab 1. Januar 2019 müssen in Kalifornien verkaufte PCs deutlich weniger Energie pro Jahr verbrauchen, als bisher zulässig war.

  4. Google Grasshopper: Spielerisch programmieren lernen per App

    Google Grasshopper will Neulinge fürs Programmieren interessieren

    Eine interaktive App soll die Scheu vorm Coden nehmen und spielerisch ans Programmieren heranführen. Mit Quizfragen, Punkten für Fortschritte und sofortiger Visualisierung des eigenen Codes steht der Spaß beim Lernen im Vordergrund.

Anzeige