Logo von heise online

Suche
Abonnieren

Tägliche Top-News bei WhatsApp, Facebook Messenger, Telegram & Insta

preisvergleich_weiss

Recherche in 1.508.171 Produkten

323

Bildbearbeitung: Menschen fallen leicht auf manipulierte Fotos herein

So leicht gehen Menschen manipulierten Fotos auf den Leim

Bild: 5arah

Falten weg, Wolke rein, Passant raus: Fotos zu manipulieren ist für Profis ein Klacks. Wie leicht erkennen Menschen den Betrug? Das haben britische Wissenschaftler untersucht und herausgefunden, wie leicht die Manipulation fällt.

Menschen fallen relativ leicht auf manipulierte Fotos herein – selbst wenn sie gezielt danach gefragt werden. Zu diesem Schluss kommen Forscher der britischen Universität Warwick, nachdem sie Hunderten Probanden echte und verfälschte Aufnahmen zur Beurteilung vorgelegt hatten. Die Wissenschaftler montierten beispielsweise ein Boot auf einen See oder veränderten Lichtverhältnisse. Ihre Ergebnisse veröffentlichten sie im Fachblatt "Cognitive Research: Principles and Implications".
Mit moderner Software zur Bildbearbeitung können Profis Fotos relativ einfach verändern. Mittlerweile gibt es sogar spezielle Computerprogramme, die verfälschte Fotografien entlarven sollen.

Fotos formen Erinnerungen

Frühere Studien mit computergenerierten Bildern hätten gezeigt, dass viele Menschen Ungereimtheiten bei geometrischen Formen nicht erkennen können, schreibt die Gruppe um Sophie Nightingale. Die Forscher wollten nun wissen, wie gut Menschen Manipulationen auf echten Alltags-Fotos erkennen können. "Bilder haben einen starken Einfluss auf unsere Erinnerungen. Wenn also Menschen nicht zwischen realen und gefälschten Details in Fotos unterscheiden können, könnten Manipulationen häufig verändern, was wir glauben und woran wir uns erinnern", sagte Co-Autor Derrick Watson laut einer Mitteilung.

Bei einem der Experimente legten die Forscher 707 Probanden jeweils zehn Fotografien vor, davon fünf echt und fünf verfälscht. Die Aufnahmen stammten aus der Google-Bildersuche. Die Wissenschaftler montierten beispielsweise in das Foto mit einem Mann, der einen Fisch hält, ein Boot hinein. Oder sie hellten die Zähne deutlich auf. Diese beiden Veränderungen gelten als plausibel hinsichtlich physikalischer Gesetze. Die Wissenschaftler manipulierten die Bilder aber auch auf nicht-plausibele Art: Eine Baumgruppe im Hintergrund wurde verzerrt oder Schatten von Bäumen entfernt, obwohl sie in einer Wasserspiegelung noch zu sehen waren.

Die Versuchsteilnehmer sollten sagen, ob das Bild manipuliert wurde oder nicht. In 66 Prozent der Fälle lagen sie dabei richtig, wobei die Probanden bei Originalen besser abschnitten. Wenn alle nur geraten hätten, hätte die Quote bei 50 Prozent gelegen. "Dies hat gravierende Konsequenzen wegen der großen Anzahl an Bildern und möglicherweise gefälschten Bildern, denen Menschen täglich durch soziale Netzwerke, andere Internetseiten und die Medien ausgesetzt sind", sagte Sophie Nightingale.

Skepsis hilft etwas

War den Probanden ein verfälschtes Bild aufgefallen, sollten sie den Fehler in einem Raster von drei mal drei Teilbildern lokalisieren. Das gelang nur in 45 Prozent der Fälle. Teilnehmer erkannten physikalisch nicht plausible Veränderungen etwas besser als physikalisch plausible.

Bei einem zweiten, ähnlich aufgebauten Experiment fanden die Forscher heraus, dass die Fälschungen umso eher erkannt wurden, je mehr Bildpixel von den Manipulationen betroffen waren. Zudem waren Probanden wesentlich besser darin, eine Verfälschung in einem Bild gezielt zu finden, als generell ein manipuliertes von einem echten Bild zu unterscheiden. Probanden mit einer skeptischen Grundhaltung gegenüber der Echtheit von Bildern schnitten in den Experimenten ein wenig besser ab. (dpa) / (mho)

323 Kommentare

Themen:

Anzeige
  1. Wochenrückblick Replay: Radioaktives Wasser, Filmkritik Valerian, merkwürdige Signale

    Wochenrückblick Replay: Radioaktives Wasser, Filmkritik Valerian, merkwürdige Signale

    Wohin mit kontaminierten Wasser aus dem Fukushima-Kraftwerk? Ins Meer – so hätte es zumindest die Betreiberfirma Tepco gerne: Außerdem viel gelesen in der letzten Woche Elon Musks Warnungen vor KI und eine Untersuchung zu Bildmanipulationen.

  2. Space Debris Conference: Bring mal den Müll runter…

    ISS

    ...ist leichter gesagt als getan, wenn es sich um Weltraummüll handelt. In Darmstadt beschäftigt sich diese Woche eine internationale Konferenz mit dem Problem.

  3. Der automatische Therapeut: Roboter in der Autismus-Therapie

    RO-MAN 2016: Roboter in der Autismus-Therapie

    Kinder mit Autismus-Spektrum-Störungen können mittels Robotern in ihrer mentalen Entwicklung unterstützt werden – Beziehungen zu Dingen können ihnen leichter fallen. Für therapeutische Gespräche lassen sich Roboter als Zwischeninstanz auch einsetzen.

  4. Maas kündigt Urheberrechtsreförmchen zugunsten von Blinden an

    Maas kündigt Urheberrechtsreförmchen zugunsten von Blinden an

    Die EU-Staaten haben neue Regeln befürwortet, mit denen Blinde einen leichteren Zugang zu geschützten Werken wie Büchern erhalten sollen. Laut dem Bundesjustizminister muss hierzulande nur wenig nachgebessert werden.

  1. Können Menschen manipulierte "Fake-Bilder" erkennen?

    Ziemlich schlecht, sagen Wissenschaftler nach Versuchen

  2. Böses auf Befehl

    Warum es uns leichter fällt, andere Menschen auf Befehl von oben zu quälen

  3. Jeder kann Physik

    Das Verständnis für physikalische Vorgänge ist direkt im Gehirn eingebaut - Forscher wissen nun auch wo

  1. Was erwartet Sie auf dem Caravan Salon 2017

    Wohnwagen

    Zwischen 25. August und 3. September präsentieren auf dem Caravan Salon in Düsseldorf über 130 Caravan- und Reisemobilmarken und mehr als 2100 Freizeitfahrzeuge. Der Salon ist damit die größte Campingmesse der Welt

  2. Die Welt im Glashaus

    Die Umbrüche im Verhältnis von Mensch, Maschine und Natur spiegeln sich in der Architektur aus Eisen und Glas wider - Teil 1

Anzeige