Logo von heise online

Suche
Abonnieren

Tägliche Top-News bei WhatsApp, Facebook Messenger, Telegram & Insta

preisvergleich_weiss

Recherche in 1.508.171 Produkten

140

Bayern: Polizei soll "Darknet"-Postsendungen besser verfolgen können

Internetkriminalität

Drogen- und Waffenhandel im "Darknet" floriert.

Bild: dpa, Alexander Heinl

Ab Mittwoch tagen die Justizminister von Bund und Ländern in Rheinland-Pfalz. Der bayerische Ressortchef Bausback will Darknet-Kriminalität besser bekämpfen und Stalker an die elektronische Fußfessel legen.

Zur Bekämpfung illegaler Geschäfte im sogenannten Darknet fordert Bayerns Justizminister Winfried Bausback mehr Rechtssicherheit. Wenn die Ware aus der Anonymität der digitalen Welt analog und real versandt werde, müssten Ermittler auf gesicherter rechtlicher Grundlage nachträglich Auskünfte über Absender und Empfänger von Postsendungen erhalten können, sagte der CSU-Politiker der Deutschen Presse-Agentur. Er will das Thema bei der am Mittwoch startenden Justizministerkonferenz in Rheinland-Pfalz einbringen.

Seit dem Ende der Silk Road 2013 hat sich eine regelrechte Untergrund-Ökonomie von Online-Marktplätzen gebildet, die nur über den Anonymisierungsdienste wie Tor zu erreichen sind. Verschiedene Drogen und verschreibungspflichtige Medikamente sind im Angebot, aber auch Falschgeld, manchmal Waffen und auch Tutorials für Cyberkriminalität. Unter anderem hatte der Amokläufer von München sich über solche Kanäle seine Waffe besorgt und damit neun Menschen und anschließend sich selbst getötet.

Auskunft auch bei zugestellten Sendungen

Nach geltendem Recht könnten Ermittler von Postdienstleistern Auskunft etwa über Name und Anschrift des Absenders und des Adressaten solange verlangen, wie die Postsendung unterwegs ist, erklärte der Minister. Ist die Sendung aber erst einmal ausgeliefert, beurteilten Gerichte die Frage unterschiedlich, ob die Ermittlungsbehörden eine entsprechende Auskunft erhalten können.

Diese Rechtsunsicherheit müsse schleunigst beseitigt werden, sagte Bausback. "Denn eines ist klar: Gerade am Übergang von der virtuellen zur realen Welt ergeben sich vielversprechende, ja leider allzu oft die einzigen Ansätze, um Tatverdächtige zu identifizieren und dingfest machen zu können."

Neben seinem Darknet-Vorstoß macht sich Bausback auch dafür stark, Stalkern elektronische Fußfessel anzulegen. Derart überwacht könnten sich die Täter nicht mehr unbemerkt dem Opfer annähern. "Und: Sie erhöht das Entdeckungsrisiko und die Hemmschwelle für die Täter, mit den Opfern weiter ihr perfides Katz-und-Maus-Spiel zu spielen." Auf verurteilte Stalker, von denen weiterhin Gefahr ausgeht, müsse der Rechtsstaat ein besonderes Auge haben. (Mit Material der dpa) / (axk)

140 Kommentare

Themen:

Anzeige
  1. Chaos Computer Club: Darknet wichtig für Verfolgte auf der Welt

    Chaos Computer Club: Darknet wichtig für Verfolgte auf der Welt

    Der Amokläufer von München soll seine Waffe im Darknet gekauft habe. Dieser anonyme Internet-Bereich ist aber keineswegs nur geschaffen für Illegales, versichert der Chaos Computer Club.

  2. NRW will Darknet-Händler schneller und besser verfolgen

    Justizminister NRW Thomas Kutschaty

    Nordrhein-Westfalen drängt auf eine bessere Verfolgung von Straftaten, die im sogenannten Darknet erfolgen. Auch soll die "Strafbarkeit" vorverlagert werden.

  3. #heiseshow, ab 12 Uhr live: Darknet – Zerstören Verbrecher das Netz für Freiheit?

    #heiseshow, ab 12 Uhr live: Autonome Systeme – Auf dem Weg zu Skynet?

    Der Amokläufer von München konnte sich mutmaßlich über das Darknet eine Waffe besorgen – damit war ein neuer Sündenbock für Gewaltakte gefunden. In der #heiseshow sprechen wir über den dunklen Tummelplatz im Netz und seine Funktion.

  4. BKA zu Cybercrime: Das Darknet ist innovativ

    Bundeslagebild Cybercrime: Das Dunkelfeld ist groß

    Das Bundeskriminalamt hat das Bundeslagebild Cybercrime 2015 veröffentlicht. Allein in Deutschland gab es 45.000 Fälle mit einem Schadensvolumen von 40 Millionen Euro.

  1. Nach Münchner McDonalds-Massaker:

    Politiker exhumieren Killerspieldebatte

  2. Die Raubüberfälle des NSU

    Wie finanzierte sich die Terrorgruppe? - Teil 4 der Telepolis-Serie zum "NSU"

  3. Die Katholische Kirche und Missbrauch: Es nicht genau wissen wollen

    Sechs Jahre nach der Aufdeckung massenhaften Missbrauchs in der Kirche zeigt das Beispiel Bistum Hildesheim, wie stark bestimmte Muster vorherrschen

  1. Parallels Desktop 13: Windows in der Mac-Touch-Bar

    Parallels Desktop 13: Windows in der Mac-Touch-Bar

    Parallels hat eine neue große Mac-Version seiner Virtualisierungslösung vorgestellt. Die bringt mehr Produktivität und eine volle Unterstützung für die OLED-Funktionstastenleiste des aktuellen MacBook Pro.

  2. Ideologische Grabenkämpfe in Griechenland

    "Nazismus und Kommunismus können niemals zwei Seiten einer Gleichung sein" - Streit über den Europäischen Tag zur Erinnerung an die Opfer des Kommunismus und des Nazismus

  3. Test: Sondors Fold Pedelec

    Pedelec Sondors Fold

    Das Sondors Fold macht Monsterspaß! Ein übergeschnapptes BMX-Rad, ein Pedelec mit Heckmotor und 20-Zoll-Fatbikereifen. Für rund 1000 Euro muss man dafür Abstriche hinnehmen – erstaunlich ist aber, wie gut das Fold trotzdem ist

  4. Google: Algorithmus entfernt Wasserzeichen in Fotos automatisch

    Google: Algorithmus entfernt Wasserzeichen in Fotos automatisch

    In einem aktuellen Forschungspapier demonstriert Google, wie einfach Wasserzeichen in digitalen Fotos automatisch entfernt werden können. Gleichzeitig zeigt der Konzern Möglichkeiten auf, wie Fotografen und Bildagenturen dies verhindern können.

Anzeige