Logo von heise online

Suche
Abonnieren

Tägliche Top-News bei WhatsApp, Facebook Messenger, Telegram & Insta

preisvergleich_weiss

Recherche in 1.508.171 Produkten

85

Armageddon in 150 Jahren? Sonde Osiris Rex soll nachschauen

Kennedy Space Center

Die Sonde steht bereits im Kennedy Space Center in Florida.

Bild: NASA, Glenn Benson

Auf den Asteroiden Bennu haben Wissenschaftler schon länger ein Auge geworfen, denn er könnte der Erde eines Tages gefährlich nahe kommen. Am 9. September schickt die Nasa eine Sonde zu dem Himmelskörper.

NASA
Offizielles Logo der Mission (Bild: NASA )

Der Asteroid Bennu ist tiefschwarz, größer als das Empire State Building und nicht ganz ungefährlich: Seit seiner Entdeckung 1999 haben Wissenschaftler den Asteroiden ganz speziell im Blick. Eines Tages könnte er der Erde gefährlich nahe kommen, auch wenn das erst in mehr als 150 Jahren wäre und das Risiko sehr gering ist. Trotzdem ist Bennu damit nach Angaben der US-Raumfahrtbehörde Nasa einer der gefährlichsten der derzeit bekannten Asteroiden.

Unter anderem deswegen will die Nasa dem Himmelskörper mit einem Durchmesser von rund 500 Metern nun mit einem Besuch zuvorkommen. Am kommenden Freitag (9. September) soll sich die Sonde Osiris Rex an Bord einer Atlas-Rakete vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral aus in Richtung Bennu aufmachen. 2018 soll die Sonde den Asteroiden erreichen. 2020 soll sie sich ihm soweit nähern, dass sie eine Probe von mindestens 60 und bis zu 2000 Gramm aufsaugen kann. 2023 soll eine Kapsel mit der Probe zur Erde zurückkehren.

Anzeige

"Diese Mission ist ein Beispiel für das Bestreben unserer Nation, unser Sonnensystem und alles darüber hinaus kühn zu untersuchen, um das Universum und unseren Platz darin besser zu verstehen", sagt Nasa-Manager Geoff Yoder. Auf dem Weg zu Bennu wird Osiris-Rex mehr als 650 Millionen Kilometer zurücklegen.

Die rund eine Milliarde Dollar teure Mission ist der erste Versuch der Nasa, eine Probe von einem Asteroiden zur Erde zu bringen. Bereits 2005 war die japanische Raumsonde Hayabusa auf einem solchen Himmelskörper gelandet und hatte 2010 die ersten je gesammelten Bodenproben eines Asteroiden zur Erde gebracht. Die europäische Raumfahrtagentur Esa hatte 2014 mit der Raumsonde Rosetta das Minilabor Philae auf dem Kometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko abgesetzt, der Kontakt ist jedoch abgebrochen.

"Wir fliegen zu Bennu, weil wir wissen wollen, was der Asteroid während seiner Entstehung erlebt hat", sagt Nasa-Manager Edward Beshore. "Die Erfahrungen von Bennu werden uns mehr über unser Sonnensystem und dessen Entstehung beibringen. Wie Polizisten in einer Krimiserie werden wir jedes Beweisstück untersuchen."

Osiris-Rex (die Abkürzung steht für: Origins, Spectral Interpretation, Resource Identification, Security-Regolith Explorer) ist etwa sechs Meter lang und wiegt rund 2100 Kilogramm. Bevor die vom US-Unternehmen Lockheed Martin gebaute Sonde mit einer Art Roboter-Arm die Probe aufsaugen soll, wird sie den Asteroiden – so der Plan – ausgiebig mit ihren fünf wissenschaftlichen Instrumenten und Kameras untersuchen.

"Das Team hat ein großartiges Raumschiff gebaut", sagt Nasa-Manager Dante Lauretta. "Wir sind gut ausgestattet, um Bennu zu untersuchen und mit unserem wissenschaftlichen Schatz zurückzukommen."

Anzeige

(mit Material der dpa) / (jme)

85 Kommentare

Themen:

Anzeige
  1. Kamera findet Landeroboter "Philae" auf Kometen

    Kamera findet Landeroboter "Philae" auf Kometen

    Das wohl letzte Bild des Kometenlanders Philae zeigt den kleinen Landeroboter eingeklemmt in einen dunklen Spalt auf der Oberfläche von "67P/Tschurjumow-Gerassimenko".

  2. Mission abgeschlossen: ESA-Sonde Rosetta ist auf ihrem Kometen gelandet

    Mission abgeschlossen: ESA-Sonde Rosetta ist auf ihrem Kometen gelandet

    Die ESA hat den Kontakt zu ihrer Sonde Rosetta verloren, als die auf ihrem Kometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko aufsetzte. Zuvor hat sie noch jede Menge Daten und Bilder gesammelt. Die ESA blickt nun auf die nächsten Missionen.

  3. Gefahrenabwehr im All – Forscher wollen Asteroiden ablenken

    Gefahrenabwehr im All – Forscher wollen Asteroiden ablenken

    In Katastrophenfilmen ist der Fall eines bevorstehenden Asteroiden-Einschlags auf der Erde mehr als einmal durchgespielt worden. Was die Menschheit tatsächlich tun könnte, wollen Forscher dringend ausprobieren.

  4. Letzte neue Bilder vom Kometen: ESA-Sonde Rosetta landet auf 67P

    Komet

    Die ESA-Sonde Rosetta hat ihren Landeanflug auf den Kometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko begonnen. Dort soll sie gegen Freitagmittag aufsetzen, bis dahin noch jede Menge Daten sammeln und Fotos machen. heise online berichtet live.

  1. Nasa will Asteroidenabwehr testen

    Der 160 Meter große Asteroid Didymos B soll durch den Aufprall eines kühlschrankgroßen Raumschiffs aus seiner Bahn geschubst werden

  2. Neues US-Weltraumschürfrecht

    Konkurrenz aus Russland, China, Indien und anderen Ländern

  3. Fremdes Leben im Sonnensystem

    Könnte es trotz Säurewolken, infernalischer Hitze, tödlicher Strahlung und extremer Kälte doch Leben in unserer kosmischen Nachbarschaft geben?

  1. Vorstellung: Audi A7

    Audi A7

    Audi macht mit dem zweiten A7 keinen Neuanfang im Design. Doch technisch tut sich mehr als optisch. Bis zu 39 Assistenten sollen dem Fahrer vieles abnehmen. Auf Innovationen im Antriebsbereich muss der Kunde aber noch warten

  2. Der "Baby-Hitler" schlägt zurück!

    Läutet der absurde Kult um Österreichs blutjungen starken Mann das Ende der Satire ein?

  3. Meinungsfreiheit: Raspi als anonymer Webserver

    Meinungsfreiheit: Raspi als anonymer Webserver

    Das Internet ist grenzenlos, die vom Grundgesetz garantierte Meinungsfreiheit hingegen gilt nur in Deutschland. Kritiker müssen mit Repressalien rechnen – selbst innerhalb Europas. Mit einem Raspi Zero W können Sie Inhalte anonym veröffentlichen.

  4. Activision-Patent für Mikrotransaktionen: Matchmaking benachteiligt Spieler ohne Ingame-Käufe

    Activision-Patent für Mikrotransaktionen: Matchmaking benachteiligt Spieler ohne Ingame-Käufe

    Aus einem Patent von Activision geht hervor, dass Matchmaking künftig Spieler ohne kostenpflichtige Ingame-Gegenstände benachteiligen könnte. Sie werden in Arenen mit stärkeren Spielern geworfen, die bereits Zusatzwaffen besitzen.

Anzeige