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Daniel AJ Sokolov 25

Android Go: Googles Smartphone-System auch ohne Luxushandy

Bühne, großer Bildschirm mit Aufschrift "Android Go", Redner, Publikum

Weniger ist mehr lautet Sameer Samats Devise. So möchte Google-Manager weitere ein bis zwei Milliarden Android-Geräte an den Mann bringen.

Bild: Daniel AJ Sokolov

Smartphones sollen auch ohne LTE und Hardware-Orgie nützlich sein und Freude bereiten. Android Go soll das sicherstellen, und damit auch weniger kaufkräftige Märkte erschließen helfen.

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Ab Android O soll jede Android-Version auch eine "Go"-Variante haben. Das wird eine für weniger leistungsstarke Geräte und Mobilfunknetze optimierte Variante des Betriebssystems sein, die zudem auf Bedürfnisse mehrsprachiger Nutzer zugeschnitten ist. Dazu kommen angepasste "Go"-Apps und entsprechende Bespielung durch den Google Play Store. Das hat Google auf der Entwicklerkonferenz Google I/O in Mountain View, Kalifornien, bekanntgegeben. Die ersten Geräte mit Android Go kommen nächstes Jahr.

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Indische Frau, davor Knabe, der mit Handy telefoniert
In Indien zählt Google bereits jetzt mehr Android-Geräte als in den USA. (Bild:  Victorgrigas CC BY-SA 3.0)

Android Go ist für Geräte vorgesehen, deren Arbeitsspeicher von einem halben bis zu einem ganzen Gigabyte ausmacht. Das Betriebssystem und Go-Apps sollen dafür sorgen, dass sich die Anforderungen an Hardware, Batterie und Mobilfunknetz in Grenzen halten. Details dazu sind aber noch nicht bekannt.

Gleichzeitig möchte Google auch die Interessen der Netzbetreiber bedienen. Zwar würden sie mit Android Go weniger Daten je Nutzer und Stunde verkaufen, was aber durch zusätzlich gewonnene Smartphone-User wettgemacht werden soll. Außerdem wird eine eigene Programmschnittstelle (API) ermöglichen, das verbliebene Datenvolumen direkt in den Handyeinstellungen anzuzeigen und dort auch zusätzliches Datenvolumen zum Kauf anzubieten. Das dürfte Umsätze erhöhen und Vertriebskosten reduzieren.

Android Go soll 191 Sprachen unterstützen und besonders auf mehrsprachige User eingehen – darunter auch jene, die nicht top-fit im korrekten Schreiben der jeweiligen Sprache sind. Daher wird die Tastatur-App Gboard phonetische Eingaben unterstützen: Man schreibt wie es klingt, gerne auch in einer anderen Schrift, und Gboard "übersetzt" das in korrekte Schriftsprache in passender Schrift. Außerdem wird der Übersetzungsdienst Google Translate direkt in das Keyboard integriert. Der Nutzer schreibt in seiner Sprache, Google übersetzt das unmittelbar in die Sprache des Gegenübers.

Liste von 22 Sprachen, von Bengali bis Urdu
Einige der von Android Go unterstützten Sprachen (Bild: Daniel AJ Sokolov)

Die Go-Variante von Youtube Go wird bereits in Indien einem öffentlichen Beta-Test unterzogen. Die Nutzer sehen dort eine Vorschau auf das Video, um datensparend entscheiden zu können, ob sie das Video wirklich streamen möchten. Gegebenenfalls können sie zwischen einer qualitäts- und damit datenreduzierten "Basis"-Variante und der normalen Standardvariante des Videos wählen.

Zudem ist es mit Youtube Go möglich, Videos etwa über WLAN herunterzuladen, um sie später unterwegs anzusehen. Dergestalt heruntergeladene Videos können in der Folge auch auf andere Android-Geräte mit Youtube Go kopiert werden, und zwar direkt von Gerät zu Gerät. Auch das entlastet die Mobilfunknetze und schon dabei die Geldbeutel der Anwender. Der Chrome-Browser Android Gos soll weniger Speicher und Strom brauchen und nutzt gleichzeitig Googles Komprimierungsdienst Data Saver.

Googles App-Store Play wird auf Android-Go-Geräten passende Apps in den Vordergrund stellen. Um sich für die bevorzugte Behandlung zu qualifizieren, müssen die Anwendungen auch ganz ohne Datenverbindung nützlich sein. Der Download des Installationspakets (APK) muss kleiner als zehn Megabyte sein, und die Programmierer müssen auf bestimmte Weise den Strom- und Speicherverbrauch optimiert haben.

Mit Android Go führt Google jenes Werben um weniger betuchte Nutzer fort, das es 2014 mit Android One begonnen hat. Android One war ein Hardware-Referenzdesign, dem Google spezielle Unterstützung auf Softwareseite angedeihen ließ, um die Gesamtkosten je Nutzer zu reduzieren. (ds)

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