Logo von heise online

Suche
Abonnieren

Tägliche Top-News bei WhatsApp, Facebook Messenger, Telegram & Insta

preisvergleich_weiss

Recherche in 1.508.171 Produkten

Jan-Keno Janssen 64

Analyse zur autonomen VR-Brille: So klappt das nicht, Google!

Analyse zur autonomen VR-Brille: So klappt das nicht mit VR, Google!

Bisher gibt es von der Google-Brille nur ein Promo-Video.

Bild: Google

An sich ist die von Google, Lenovo und HTC entwickelte autonome Virtual-Reality-Brille eine gute Idee. Toll auch, dass sie Raum-Tracking bietet. Der primitive Daydream-Controller macht allerdings mehr kaputt als er nützt.

Anzeige
Sony PlayStation VR Headset
Sony PlayStation VR Headset ab € 348,94

Der Virtual-Reality-Hype hat sich gelegt. Im klassischen Hype-Cycle befinden wir uns im "Tal der Enttäuschung". Die real verfügbare Technik kann die hochgesteckten Erwartungen nicht erfüllen. Da kam die Ankündigung auf der Google I/O gerade recht: Zusammen mit HTC und Lenovo will Google eine autonome VR-Brille auf den Markt bringen, die nicht nur kompatibel mit Googles – bislang nicht wirklich erfolgreichem – Daydream-System ist, sondern auch echtes Positionstracking kann. Damit schließt Mobile VR erstmals zu den "großen" Systemen Oculus Rift, HTC Vive und Playstation VR auf.

Kostenfrage

Tatsächlich ist so ein autonomes VR-Headset genau das, was sich die Branche wünscht: Denn die Kunden scheinen nicht recht einzusehen, warum sie fast 2000 Euro für ein VR-System ausgeben sollen – ein leistungsfähiger PC eingerechnet. Die technisch etwas schwächere Playstation VR kostet inklusive Konsole ebenfalls rund 800 Euro, ungefähr genau soviel wie ein Gear-VR-System plus Smartphone. Das ist sehr viel Geld.

Eine Analyse von Jan-Keno Janssen

Ein Kommentar von Jan-Keno Janssen

Jan-Keno Janssen schreibt seit 2007 über Technik bei c't und heise online, seit 2016 als leitender Redakteur im Ressort Internet & Mobiles. Zuvor arbeitete er nach einem Studium der Medienwissenschaften und der Amerikanistik bei Tageszeitungen. Er schraubt schon seit frühester Kindheit an Computern herum. Bei heise online und c't beschäftigt er sich vor allem mit Virtual Reality, Datenbrillen und Gadgets.

Würden Google, Lenovo und HTC ihr autonomes Headset für 200 Euro auf den Markt bringen, dürfte das der VR-Branche einen riesigen Schub geben. Realistischer sind zwar 400 bis 500 Euro, aber auch das würde einen günstigeren Einstieg in die VR ermöglichen. Mit dem in dieser Preisklasse bisher nicht erhältlichen echtem Positionstracking sind deutlich bessere VR-Erlebnisse möglich als bei Gear VR und bisherigen Daydream-Systemen – hier kann man nämlich nur den Kopf drehen und neigen, der Körper bleibt fixiert.

Vertracktes Problem

Die Erfahrung zeigt, dass ordentliches Tracking viel wichtiger für ein gutes Erlebnis ist als fotorealistische Grafik. Großartige VR-Erfahrungen wie "Job Simulator", "Rick & Morty", "Accounting" oder ”Superhot" setzen auf einfache Grafik, die keine GTX 1080 benötigt, sondern – ein bisschen runtergedreht – auch auf aktueller Smartphone-Technik laufen würde. Das weiß auch Google und hat Owlchemy Labs, den Entwickler von "Job Simulator" und "Rick & Morty", gekauft.

Das Problem: Zwar soll Googles autonomes Headset Raumtracking per Kamera können. Aber von einem Controller mit Raumtracking ist nicht die Rede – sondern nur die im Vergleich zu Oculus, Vive und Playstation lahme Daydream-Steuerung, die nur drei Richtungen erkennt (3DOF). Das Positionstracking der Brille kann zwar Bewegungen im Raum erkennen, aber auch hier scheint man Abstriche machen zu müssen: In Googles Werbevideo fällt auf, dass sich die Protagonistin nicht von der Stelle bewegt, sondern sich nur nach rechts und links lehnt. Auch sonst fehlt in Werbematerial das Wort "gehen".

Weitere Fragmentierung

Für viele Entwickler ist das frustrierend: Sie müssen ihre Multiplattform-Titel künftig nicht nur für echte Tracking- und Nur-Kopfdreh-Systeme bauen, sondern zusätzlich auch für "Halb-Tracking"-Systeme wie Googles autonomes Headset. Statt für tolle Erlebnisse sorgt Google damit für weitere Fragmentierung des ohnehin schon komplizierten VR-Markts.

(jkj)

64 Kommentare

Themen:

Anzeige
  1. HTC Link: VR-Brille für U11-Smartphone außerhalb der "Vive"-Marke

    HTC Link: VR-Brille für U11-Smartphone außerhalb der "Vive"-Marke

    Verwirrend: Nach der beliebten High-End-VR-Brille HTC Vive und einem Stand-Alone-Vive-Headset kündigt HTC nun ein drittes, inkompatibles VR-System an: Link funktioniert ausschließlich mit dem neuen U11-Smartphone.

  2. VR Stand-alone: HTC bringt angeblich VR-Brille, die keinen PC benötigt

    VR Stand-alone: HTC bringt angeblich VR-Brille, die keinen PC benötigt

    Zum MWC will HTC angeblich ein "VR-Spielzeug" bringen, das anders als die HTC Vive nicht von einem PC angetrieben wird. Stattdessen soll es kompatibel zum Smartphone HTC U Ultra sein – aber um eine Datenbrille handele es sich nicht.

  3. Virtual Reality und Augmented Reality ohne Wow: Viele Gadgets, viel Schrott

    VR und AR ohne Wow: Viel Gadgets, viel Schrott

    Die CES war voller Virtual und Augmented Reality. Das heißt aber noch lange nicht, dass die Technik erwachsen geworden: Es gab erstaunlich viel Schrott zu sehen. Noch schlimmer: Es zeichnet sich immer noch keine Killer-Anwendung ab. Eine Analyse.

  4. Playstation VR im Test: Bequemer und spielfreudiger als Vive und Rift

    Playstation VR im Test: Bequemer und spielfreudiger als Vive und Rift

    Mit der PSVR öffnet Sony der Virtual Reality endlich den Massenmarkt. Wir haben die Hardware mit der Oculus Rift und HTC Vive verglichen und bewerten das Angebot von fast 30 Launch-Titeln.

  1. Googles Virtual-Reality-Plattform Daydream im Test: plüschig, praktisch, gut

    Plüschig, praktisch, gut: Googles Virtual-Reality-Plattform Daydream im Test

    Nach Cardboard kommt Daydream: Googles neue VR-Plattform beeindruckt mit einem angenehm zu tragenden Stoff-Headset und einem cleveren Handcontroller. Wir haben Daydream auf Herz und Nieren getestet.

  2. Die wirklich drahtlose VR-Brille kommt

    Die wirklich drahtlose VR-Brille kommt

    Wer qualitativ hochwertige Virtual-Reality-Erlebnisse will, muss sich bislang mit einem PC verkabeln. Dank neuer Chips könnte sich das bald ändern.

  3. Was Sie über Virtual Reality wissen müssen

    Was Sie über Virtual Reality wissen müssen

    Sie suchen Infos zu Virtual Reality? Hier erfahren Sie, welche VR-Brillen wofür taugen, welche Hardware Sie für VR brauchen, welche Inhalte es gibt – und wie weit die Technik schon gereift ist.

  1. Mali: Wie bei einem "Routineeinsatz" Soldaten "verunglücken"

    Wenn statt über einen Krieg über technische Defekte diskutiert wird

  2. Türkei provoziert die USA

    Die staatliche Nachrichtenagentur veröffentlichte die Lage von US-Stützpunkten in Syrien zur Unterstützung der syrischen Kurden, das Pentagon protestiert

  3. Personen statt Programme

    In Österreich tritt der ehemalige Grünen-Abgeordnete Peter Pilz mit einer Liste an, die keine Partei sein will - ein Vorbild für Boris Palmer?

  4. Eighties-Machismo extrem: der Lamborghini LM 002

    In den Achtzigern war alles anders. Wir fanden Maschinengewehre noch cooler als Telefone, und ausgerechnet Lamborghini baute einen Geländewagen: 444 PS stark, 220 km/h schnell, mit Sandwalzen und Ölscheich-Preisschild

Anzeige