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Hannes A. Czerulla 265

Analyse: Apple iPhone SE wird ein Hybrid aus iPhone 5 und 6

Apple iPhone SE

Bild: Martin Hajek

Mal wieder soll es ein Billig-iPhone geben und mal wieder wird das so nicht stimmen. Doch welche Gerüchte um das iPhone SE werden sich als wahr herausstellen und welche als Blödsinn?

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Apple iPhone 6s 16GB grau
Apple iPhone 6s 16GB grau ab € 399,–

Das preiswerte iPhone tauchte die letzten Jahre mindestens so oft in den News auf wie das iCar und der iTV zusammen. Im Gegensatz zu diesen beiden Produkten verdichten sich die Gerüchte und angeblichen Leaks ums Billig-iPhone momentan so sehr, dass eine Präsentation am 21. März als sicher gilt. Zumal Apple mit dem iPhone SE oder iPhone 5se genannten Smartphone sowieso nur eine Produktlinie fortführen würde, die bereits in Form des Plastik-Telefons iPhone 5c existiert. "SE" soll für Special Edition stehen.

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Eine Analyse von Hannes A. Czerulla

Hannes Czerulla schreibt seit 2011 für heise.de und die c't über Smartphones, Apps und alles, was man damit machen kann. Rooting, CustomROMs und mobile Betriebssysteme gehören ebenfalls zu den Themen des Technikjournalisten.

Vor iPhone-Präsentationen findet man auf einschlägigen Blogs üblicherweise Träumereien von biegsamen 4K-Displays, Zoom-Kameras oder wasserdichten Gehäusen. In Bezug auf das iPhone SE fallen die "Erkenntnisse" aus der Glaskugel außergewöhnlich bodenständig und realistisch aus. Da mittlerweile quasi feststeht, dass es sich um ein preiswertes Modell handelt, glaubt niemand daran, dass der Hersteller neue Technik einbaut, die sich in den anderen iPhones noch nicht findet.

Die Displaygröße wird mit 4 Zoll der des iPhone 5 entsprechen. Voraussichtlich bleibt auch die Auflösung von 1136 × 640 gleich. Da auf diese Weise die bis jetzt noch produzierten Displays und Fertigungsstraßen des iPhone 5s genutzt werden können. Während man mit der sich daraus ergebenen Pixeldichte von 326 dpi – die gleiche wie beim iPhone 6s – locker auskommt, gilt die Display-Größe von 4 Zoll als nicht mehr zeitgemäß. Auf der Bildschirmtastatur träfe man die Tasten schwer und die meisten Desktop-Webseiten sind nur mit Zoom lesbar.

Das vom iPhone 6s bekannte 3D-Touch wird aller Wahrscheinlichkeit nach fehlen, wie geleakte Bilder vom iPhone SE vermuten lassen. Das druckempfindliche Display des iPhone 6s ist bislang nur ein nettes Gimmick und somit absolut entbehrlich.

Die ersten Zubehör-Hersteller haben bereits ihre Schutzhüllen für das iPhone SE präsentiert. Sollten die Cases passen, wird das neue Modell dem iPhone 5 beziehungsweise 5s zum verwechseln ähnlich sehen: eckiges Metallgehäuse mit klaren Kanten und flacher Rückseite. Nur die Displaykanten sollen durch leichte Biegung wie beim iPhone 6 geschmeidiger ins Gehäuse übergehen. Die Farbauswahl soll die gleiche sein wie bei den Spitzenmodellen: Außer klassischem Dunkelgrau und Silber mit schwarzer beziehungsweise weißer Vorderseite sollen Gold und Rosegold zur Auswahl stehen. Wobei die letzten beiden Varianten wegen des Preisdrucks als erstes wegfallen würden.

Um den Prozessor des iPhone SE wird noch gerätselt. Dabei gibt es bei nüchterner Betrachtung nur zwei Möglichkeiten: Der A8 aus dem iPhone 6 oder der A9 aus dem iPhone 6s. Letzterer brächte mehr Leistung mit als es die meisten Nutzer brauchen. Ein Performance-Unterschied zwischen dem iPhone 6 und 6s ist nur mithilfe von Benchmarks festzustellen. Beide laufen kompromisslos flüssig und so wird Apple auf den etwas preiswerteren A8 für das iPhone SE zurückgreifen. Mit der gleichen Begründung lässt sich die Frage nach dem RAM beantworten. Mehr als 1 GByte sind unwahrscheinlich, da auch das iPhone 6 prima mit dieser Menge läuft.

Der Flash-Speicher wird in der Basisversion nicht unnötig groß ausfallen. Mit 16 GByte startete damals das iPhone 5c und die Größe ist auch für das SE wahrscheinlich. Man kann immerhin ein paar Apps installieren und etwas Musik mit sich herumtragen. Die Ansprüche von Smartphone-Einsteigern oder Teenagern wären also gedeckt. Apple bot das iPhone 5c im Laufe der Zeit auch mit 8 GByte an, um es Firmen mit Apple-Infrastruktur als preiswertes Dienst-Handy schmackhaft zu machen.

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Billig und Apple passen nicht zusammen. Die Elektronik-Produkte sind unter anderem deswegen so beliebt, weil man sie nicht auf dem Grabbeltisch findet, sondern weil sie Premiumprodukte sind – auch preislich. Möchte man ein möglichst preiswertes Smartphone oder eines mit grandiosem Preisleistungsverhältnis schaut man sich bei Motorola, Google und Co. um.

Dass Apple keinen Preiskampf beginnt, zeigte sich schon beim iPhone 5c, das zum Verkaufsstart happige 600 Euro kostete. Eventuell hat Apple aus der Kritik am 5c gelernt und wird das iPhone SE für etwas weniger anbieten. Das momentan preiswerteste Gerät im Portfolio ist das iPhone 5s für 500 Euro. Sollte das iPhone SE dessen Nachfolge antreten, wird es wohl auch dessen Preisschild erben.

Laut der News-Seite 9to5mac soll das iPhone SE bereits drei Tage nach Vorstellung, also ab 24. März in den Läden und auf der Apple-Webseite zum Verkauf stehen. Bislang lagen immer zwei bis drei Wochen zwischen Produkt-Präsentation und Verkaufsstart. Da Apple den Event-Termin angeblich um eine Woche nach hinten verschoben hat, kann es durchaus sein, dass ursprünglich die klassische Wartezeit eingeplant war, die Präsentationsveranstaltung aber nach hinten Richtung fix geplanten Verkaufsstart gerückt ist. Gleichzeitig würde das bedeuten, dass Apple keine Vorbestellungen annimmt.

Das Event am 21. März lässt sich live auf der Apple-Seite verfolgen. Außerdem wird Mac & i die Veranstaltung live kommentieren. (hcz)

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